Mit einem „intelligenten Stromzähler“ können flexible Stromverbraucher Geld sparen

In den meisten Haushalten hängen sie unscheinbar auf dem Flur herum, und das seit Jahrzehnten: der Stromzähler. Tagein-tagaus  misst dieser den verbrauchten Strom, unabhängig von Tages- und Jahreszeit muss man stets denselben Preis für die Kilowattstunde zahlen, obwohl die Stromlieferanten sehr unterschiedliche Kosten zu den verschiedenen Zeiten haben. Deshalb wäre ein intelligenter Stromzähler hilfreich, der den Stromverbrauch in der Abhängigkeit von der Nutzungszeit erfasst und auch unterschiedliche Tarife für die unterschiedlichen Nutzungszeiten anbieten würde. Dann würde es sich lohnen, den intelligenten Stromzähler so zu nutzen, dass man nachts die Waschmaschine laufen lässt und am späten Vormittag die Spülmaschine. Bisher wird der Verbraucher nicht motiviert, den Strom zum optimalen Zeitraum abzurufen, denn der herkömmliche Stromzähler unterstützt dies nicht.

Ein intelligenter Stromzähler ermittelt also den Verbrauch in Abhängigkeit von der Zeit und übermittelt diese Daten per DSL oder Handynetz an den Stromlieferanten. Damit entfällt auch die lästige manuelle Ablesung des Zählerstandes alle zwei Monate durch den Stromableser, was zusätzlich Geld sparen hilft.

Gegenwärtig muss man sich als Verbraucher sehr aktiv um die Lieferung eines intelligenten Stromzählers bemühen, denn nur wenige Stromlieferanten bieten ein entsprechendes Abrechungsmodell für Strom an. Doch ab 2010 wird sich das wohl schnell ändern, denn bei Neubauten oder grundlegenden Sanierungsmaßnahmen werden intelligente Stromzähler Pflicht. Dies ergibt sich aus dem Energiewirtschaftsgesetz.

Der intelligente Stromzähler hat viele Vorteile für Verbraucher und Stromlieferanten: Er zeigt den aktuellen Verbrauch genau über eine bestimmte Periode an. Man kann auch die Daten auf den eigenen PC transferieren und so mehr Infos über den eigenen Stromverbrauch bekommen. Besonders interessant ist der intelligente Stromzähler für die privaten Stromeinspeiser, die über ihre Solarzellen mehr Strom produzieren, als sie gerade verbrauchen. Bei einigen intelligenten Stromzählern kann man diese sogar zur Fernsteuerung von Stromverbrauchsquellen einsetzen. Nachteile des intelligenten Stromzählers ergeben sich aus dem Datenschutz, denn durch den intelligenten Stromzähler wird der Verbraucher in seiner Energienutzung und in seinem sonstigen Verhalten deutlich transparenter. Wie auf netzpolitik.org nachzulesen war, begrüßte der Berliner Datenschutzbeauftrage zwar den intelligenten Stromzähler, sah aber auch noch datenschutzrechtliche Probleme.

Ab dem folgenden Jahr werden immer mehr Stromanbieter den intelligenten Stromzähler im Marketing anbieten. Denn sie möchten ihre Stromquellen besser auslasten und werden dann dem Verbraucher den Wechsel zur zeitabhängigen Stromabrechnung durch günstige Tarife schmackhaft machen. Wer jetzt über Sanierungsmaßnahmen an seinem Haus nachdenkt, sollte die Möglichkeit eines intelligenten Stromzählers einplanen.

Haus & Heim

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2 Kommentare zu “Mit einem „intelligenten Stromzähler“ können flexible Stromverbraucher Geld sparen”

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