Probleme mit den Handwerkern? Möglichkeiten zur Konfliktlösung

Leider kommt es gelegentlich vor, dass man mit der Handwerkerleistung nicht zufrieden ist. So werden Küchen anders montiert, als man ursprünglich abgesprochen hat. Oder die Dunstabzugshaube wird schief angebracht.

Nach dem Neufließen des Bads stellt sich heraus, dass die Fließen so unregelmäßig aufgeklebt wurden, dass man an einigen Stellen die Kanten recht deutlich erkennen kann.

Dies sind sicherlich offensichtliche Mängel, die der Handwerker auch beseitigen muss. Entscheidend ist hier der sogenannte „Abnahmetermin“. Erst wenn der Kunde gegenüber dem Handwerker bestätigt, dass die Handwerkerleistung ordnungsgemäß erbracht wurde, ist der Vorgang der Auftragserledigung abgeschlossen. Danach ist dann die sofortige Zahlung fällig. Dieser Abnahmetermin wird gelegentlich nur kurz und informell vorgenommen. Dies ist insbesondere bei größeren Projekten problematisch. Im Interesse beider Seiten sollte die Abnahme schriftlich erfolgen. Hier wäre es auch möglich, Differenzen festzuhalten und durch objektive Fakten (Fotos, Messdaten) in ein gemeinsam zu unterzeichnendes Protokoll aufzunehmen.

Für eine spätere Streitschlichtung ist es auch sinnvoll, dass bereits die ursprüngliche Auftragserstellung schriftlich und ausführlich erfolgt ist. So ist es bei Dachdeckerarbeiten durchaus vorstellbar, dass auch kleiner Projekte in einem Auftrag mit Duzenden von Seiten vereinbart werden. Das wäre beim Neufließen eines Bades eher unüblich, doch auch hier kann man die Art der Fließenverarbeitung durchaus genauer bestimmen.

Liegt aus der Sicht des Kunden keine ordnungsgemäße Auftragserfüllung vor, dann sollte er die für ihn relevanten Mängel schriftlich festhalten und dem Handwerker eine angemessene Frist zur Nachbesserung einräumen. So lange kann der Kunde auch einen angemessenen Anteil der Rechnung zurückhalten. Sollte nach dem Nachbesserungstermin immer noch keine Abnahme möglich sein, dann liegt die Beweislast für qualitativ gute Arbeit beim Handwerker.

Zur Schlichtung des Konflikts können sich beide Seiten auf ein Schlichtungsverfahren vor einer Schlichtungsstelle einigen oder auch einen Gutachter als Schlichter hinzuziehen. Im letzteren Fall sind natürlich erhebliche Kosten zu erwarten. Als Kunde sollte man auf die Angemessenheit der Streitkosten im Verhältnis zum tatsächlichen Problem achten. Besser wäre also eine Vertragsänderung; z.B. durch eine Rechungsbetrags-Reduzierung bei gleichzeitiger Unterschrift unter das Abnahmeprotokoll. Verbraucher sollten wissen, dass dies für die meisten Handwerker ganz alltäglich ist, weil die Architekten und Bauleiter bei Profi-Projekten ganz ähnlich verfahren.

Haus & Heim

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