Sind gelbe Tonne und grüner Punkt bald am Ende?

In keinem anderen europäischen Land steht das Recycling so im Focus des öffentlichen Interesses wie in Deutschland. Das liegt zum Teil auch an der gelben Tonne, die in Städten und Gemeinden kaum zu übersehen ist.  Die gelbe Tonne und der grüne Punkt stehen für ein ausgeklügeltes System der Abfallverwertung. Bestimmte Verpackungen sollen, dürfen und müssen mit einem grünen Punkt gekennzeichnet werden, der dann zu einer Abführung von Lizenzgebühren der Hersteller der Produkte an die „dualen Systeme“ in Deutschland führt, damit diese die Verpackungen über die gelbe Tonne (und den gelben Sack) wieder einsammeln und verwerten können.

Das System mit grüner Punkt und gelber Tonne kann aber nur funktionieren, wenn

An beidem scheint es zu happern, denn die Betreiber des Kreislaufes von grüner Punkt und gelber Tonne klagen schon lange darüber, dass sie zu wenig Lizenzgebühren enthalten; und dass die Verbraucher zu viele andere Abfälle in die gelbe Tonne werfen. Beide Verhaltensweisen vermindern den Umsatz bzw. erhöhen die Kosten für das System gelbe Tonne/grüner Punkt. Denn wenn der Abfall aus gelber Sack und gelber Tonne erst aufwendig vorsortiert werden muss, dann ist dies mit hohen Kosten verbunden. Und wenn die Hersteller grüne Punkte auf ihre Verpackungen drucken, ohne die dafür vorgesehen Lizenzgebühren abzuführen, dann fehlt dem System der gelben Tonne der notwendige Umsatz.

Kritisch von den Betreibern wird gemeldet, das im ersten Quartal 2010 die Verträge für Lizenzzahlungen deutlich zurückgegangen seinen, obwohl der Abfall nicht abgenommen habe. Neben Focus und Bild haben deshalb viele Medien das Ende des Systems gelbe Tonne/grüner Sack in den letzten Tagen als Möglichkeit aufgezeigt. Doch mir  kommen da Zweifel, denn in den letzten Jahren wurde immer mal das Ende des dualen Systems in Deutschland angekündigt.

Verbraucherschützer wie Monika Büning vom Verbraucherzentrale Bundesverband sehen dieses Ende von gelber Tonne aber noch nicht so bald, wie man ebenfalls bei Focus nachlesen konnte. Denn mit neuen gesetzlichen Regelungen seinen Schlupflöcher zur Vermeidung von Lizenzgebühren beim grünen Punkt geschlossen worden.

Das würde aber das Problem der Betreiber der gelben Tonne nicht lösen, da viele Verbraucher allzu viel anderen Müll in die gelbe Tonne werfen. Möglicherweise sind die Verbraucher aber durchaus zukunftsträchtig ausgerichtet, denn der Sinn der herkömmlichen Mülltrennung in gelbe Tonne, blaue Tonne (Altpapier), grüne Tonne (organische Abfälle) und alles andere wird schon seit längerem von Experten bezweifelt. Die gelbe Tonne sollte langfristig verschwinden, meinen z.B. die Abfallexperten Klaus Wiemer und Horst Fehrenbach. Denn teure aber effektive Sortiermaschinen für Abfälle könnten wesentlich effektiver den Müll trennen, als die Verbraucher, die weder die komplizierten Regeln der Mülltrennung ausreichend beherrschen noch für die Mülltrennung ausreichend motiviert sind. Solche teuren Maschinen müssen bereits jetzt die Betreiber der gelben Tonne einsetzen, denn in der gelben Tonne ist zu viel Müll ohne grünen Punkt und dieser muss erst mal aussortiert werden.

Haus & Heim

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