Arbeitsproduktivität und soziale Netzwerke

Die Chefs sehen es meist nicht gerne, wenn die Mitarbeiter während der Arbeitszeit private Mails lesen und bearbeiten. Auch das Nutzen von sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter wird oft untersagt oder soll auf die Arbeitspausen beschränkt werden. In der Praxis kommen aber solche Beschränkungen oft nicht an, zumal man bei motivierten Mitarbeitern diesen nicht über die Schulter schauen möchte. Nun kommt eine amerikanische Studie zu Arbeitsproduktivität und Nutzung sozialer Netzwerke zu dem Ergebnis, dass soziale Netzwerke schlecht für die Arbeitsproduktivität sind, weil sie für allzu viele Unterbrechungen sorgen.

Es wird durch die Studie angedeutet, dass in den USA Millionen von Dollar verloren gehen, weil Arbeitsunterbrechungen zu einer geringen Arbeitsproduktivität führen müssen. Denn nach jeder Unterbrechung braucht man je nach Arbeit einige Minuten oder große Teile einer Stunde, um wieder effektiv zu arbeiten.

Allerdings sorgen nicht nur Statusmeldungen bei Twitter oder Facebook für Arbeitsunterbrechungen. Neben dem dienstlichen Telefon liegt meist das private Handy, dass auch gern für das Lesen und Schreiben von SMS genutzt wird. Besonders bedeutsam für geringe Arbeitsproduktivität ist das dienstliche E-Mail-Konto, das meist gedankenlos den ganzen Tag geöffnet ist. Viele können es dann nicht schaffen, auf das sofortige Lesen der Mail zu verzichten, wenn sie mit einem Signal eintrifft.

Bei der Studie zu Arbeitsproduktivität und sozialen Netzwerken geben etwa die Hälfte der Befragten an, dass sie selten länger als eine Viertelstunde ohne Arbeitsunterbrechung sind. Sollte dies stimmen, dann sind Angaben darüber, dass nur ein bis zwei Stunden am Tag durch Arbeitsablenkungen verloren gehen, zu zurückhaltend formuliert.

Es gibt aber auch Vorteile durch soziale Netzwerke, die die Arbeitsproduktivität steigern könnten. So kann man Rückmeldungen über laufende Prozesse von Kollegen auch mit Twitter oder ähnlichen Tools nutzen, wo man schneller Transparenz gewinnt, als wenn man per Mail oder SMS aktiv dem Projektstand hinterher telefoniert. Allerdings muss eine solche Social Media Nutzung umfassend konzipiert und über eine professionelle Schulung an die Mitarbeiter vermittelt werden, um den Ablenkungsfaktor sozialer Netzwerke zurückzudrängen.

Generell benötigt man selbst aber auch das Unternehmen eine „Kommunikationspolitik„, bei der festgelegt wird, das man nur zu bestimmten Zeiten über bestimmte Kommunikationskanäle ansprechbar ist und auf Rückfragen antwortet. Die Ablenkung und Verminderung der Arbeitsproduktivität muss als gezielt begrenzt werden.

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