Bewertungsportale in der Kritik

Seit einigen Jahren sind das Internet zum Mitmachen, das Web 2.0, zu einem relevanten Faktor für Verbrauchertipps geworden. Dazu gehören auch die sogenannten Bewertungsportale, die überwiegend darauf ausgerichtet sind, Produkte und Dienstleistungen durch die Endkunden einer Bewertung zuzuführen. Aber Bewertungsmöglichkeiten spielen auch außerhalb der Bewertungsportale eine sehr wichtige Rolle. Wegen der hohen Relevanz der Bewertungsmöglichkeiten durch Kunden könnten Unternehmen motiviert sein, diese mit unterschiedlichen Methoden zu manipulieren. Das Nachrichten-Magazin Spiegel hat nun einige dieser Praktiken aufgedeckt und aus Verbrauchersicht ist zu fragen, wie man mit diesen Erkenntnissen zur Manipulation von Bewertungsmöglichkeiten im Web 2.0 umzugehen hat.

Bewertung durch Endkunden sind fast zu alt wie das Internet und wurden schon lange vor der Web 2.0-Entwicklung praktiziert. Besonders wichtig und schnell bekannt wurden Bewertungsmöglichkeiten beim Online-Buchverkäufer amazon.com und beim Online-Auktionshaus ebay.com. Bei Amazon kann man Rezensionen von Büchern und anderen Artikel verfassen, die entscheidend für den Verkaufserfolg werden können. Schon länger bekannt ist, dass manche Autoren sich von guten Freunden oder Kollegen Lobhudeleien schreiben lassen. Allerdings gehen diese oft so plump vor, dass sich dieses Verhalten zum Bumerang für die Reputation des Autors und des vermeintlichen „Kritikers“ entwickeln kann. Noch kritischer aus Verbrauchersicht ist die Bewertungsmöglichkeit nach Online-Auktionen einzuschätzen. Hier ist es schon vorgekommen, dass zunächst viele kleine Verkäufe mit vielen positiven Bewertungen abgeschlossen oder simuliert wurden, um anschließend mit größeren Beträgen und scheinbar sehr günstigen Angeboten zur Abzocke zu kommen.

Vor kurzen berichtete techfieber.de, dass nun auch die Unternehmen der Bankenbranche verstärkt Bewertungsmöglichkeiten anbieten wollen. In der Tourismusbranche haben die Bewertungsportale bereits jetzt eine kaum noch zu unterschätzende Bedeutung gewonnen. Viele Reise-Interessenten buchen erst ein Hotel oder eine Reise, wenn sie sich über die Anbieter mit Hilfe von Bewertungsportalen oder Bewertungsforen einen Eindruck verschafft haben. Da ist es naheliegend, dass Reiseveranstalter und Hotelmanager dem positiven Bild etwas nachhelfen, indem sie selbst mit neu entwickelten Identitäten ihr Angebot hochloben. Auch wer sich mit Textbörsen im Internet auskennt, wird wissen, dass dort oft für kleines Geld Bewertungsrezensionen bestellt und geliefert werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten für Verbraucher mit solchen Manipulationen von Bewertungen umzugehen:

  1. Zum einen sollte man beim Lesen von Bewertungen immer auf das Umfeld achten. Es ist wenig wahrscheinlich, dass nach überwiegend kritischen Kommentaren plötzlich alles ganz anders aussieht. Das gilt auch umgekehrt. Wenn überwiegend mit unterschiedlicher Sprache gelobt wird, dann ist es unwahrscheinlich, dass plötzlich alles schlecht wird. Wichtig ist auch, dass man auf Konkretheit der beigefügten Informationen achtet. Meist machen sich die Manipulatoren nicht die Mühe, ihre Berichte mit konkreten und prüfbaren Fakten zum Umfeld anzureichern.
  2. Man sollte sich nach dem Abschluss einer Reise oder eines sonstigen Geschäfts, für das man auch Bewertungsportale verwendet, sich der kurzen Mühe unterziehen, selbst eine ehrliche Bewertung abzugeben. Dann verlieren die manipulierten Bewertungen auf Bewertungsportalen an Gewicht.

Bewertungsportale im Web 2.0 sind eine prima Möglichkeit, um Verbrauchertipps zu bekommen und zu geben. Allzu blauäugig sollte man sie aber nicht nutzen.

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