Braucht ein Unternehmen Social-Media-Richtlinien?

Der Begriff „Social-Media“ ist nicht unbedingt jedem geläufig. Es geht bei Social-Media um neuere Entwicklungen des Internets, das ab Mitte dieses Jahrzehntes stärker durch direkte Mitmach-Möglichkeiten der Nutzer gekennzeichnet ist. Da dieser Trend zunehmend auch für Unternehmen relevant ist, werden immer öfter Social-Media-Richtlinien gefordert.

Bis vor kurzem sprach man noch von „Web 2.0“, nun wird durch die Verwendung von Social-Media stärker betont, dass soziale Mediennutzung für die Nutzer des Internets immer wichtiger wird. Dieser Trend zur gemeinschaftlichen Gestaltung und Nutzung des Internets ist aber bereits im Aufbau des Internets angelegt. Daher ist es nicht überraschend, dass die erfolgreichsten Internet-Unternehmen (Amazon, eBay, Wikipedia usw.) schon seit jeher sehr stark die sozialen Beziehungen über ihre Website in den Vordergrund stellen. In den letzten Jahren ist Social-Media dann über Blogs und Social-Networks (wie XING, Facebook usw.) deutlich stärker geworden. Social-Media-Richtlinien von Unternehmen sollen auf diese Anforderung reagieren.

Denn die intensiver werdende Social-Media-Nutzung hat nicht nur für das Marketing der Unternehmen enorme Bedeutung. Größere Unternehmen müssen auch ihre Mitarbeiter angemessen auf eine unternehmensadäquate Social Media Nutzung einstellen:

Diese und weitere Fragen sollten mit Social-Media-Richtlinien angegangen werden. Für Social-Media-Richtlinien gibt es nun einen Vorschlag des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft: Social-Media-Richtlinien  des BVDW.

Es wird sich zeigen, ob diese Vorschläge zu Social-Media-Richtlinien von den Unternehmen aufgegriffen werden. Bisher herrscht hier noch eine gewisse Unübersichtlichkeit: Manche Unternehmen unterstützen aktiv die Social-Media-Nutzung ihrer Mitarbeiter, andere sehen das kritisch und verbieten explizit die Internet-Nutzung zu privaten Zwecken.

Die vorgeschlagenen Social-Media-Richtlinien wollen hier Transparenz schaffen: Die Mitarbeiter sollen mit Namen und Foto zu Multiplikatoren der Unternehmensziele im Internet werden. Kritik ist zwar erlaubt, aber nur intern. Gleichzeitig sollen die Nutzungszeiten für Social-Media während der Arbeitszeit klar definiert werden.

Gut ist, dass man hier mit den Social-Media-Richtlinien den Trend zum Mitmachen im Internet positiv aufgreift. Was bei diesen Social-Media-Richtlinien nicht so klar zum Ausdruck kommt: Die Interessenlage der Mitarbeiter an Social-Media-Nutzung sollte als legitim angesehen werden und die Vorstellung einer weitgehenden Steuerung dieser Verhaltensweise sind durch die neueren Entwicklungen des Internets eher als vormodern zu beurteilen.

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2 Kommentare zu “Braucht ein Unternehmen Social-Media-Richtlinien?”

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