EU Datenschutzinitiative wirkt wenig überzeugend

Datenschutz und Internet sind immer wieder mal in aller Munde, wenn es um die amerikanischen Anbieter Google und Facebook geht. Bei diesen Anbietern wird nun von Seiten der EU bemängelt, dass sie Nutzerdaten nicht ausreichend schützen. Außerdem wird von der EU-Kommissarin Viviane Reding kritisiert, dass Nutzer in Social Networks, wie Facebook eins darstellt und wie Google es vielleicht einmal werden könnte, nur schwer ihre Daten löschen könnten, wenn diese es wünschten. Deshalb müsse eine neue EU Datenschutzrichtlinie her.

Gegen eine neue EU Datenschutzinitiative, die den Nutzern im Internet mehr Rechte im Umgang mit den eigenen Daten sichert, wird niemand etwas einzuwenden haben. Dass aber immer amerikanische Anbieter als besonders datenschutzunfreundlich dargestellt werden, wirkt angesichts der Defizite, die Datenschutz im europäischen Raum hat, wenig überzeugend.

Außerdem können Zweifel aufkommen, wenn beim Thema „Übermittlung von personenbezogenen Daten“ der Eindruck erweckt wird, es wäre eine zentrale Geschäftsidee beim Online-Marketing persönliche Benutzerdaten an Verkäufer zu übermitteln, damit diese gezielt mit Werbung auf einzelne Kunden zugehen können. Internet-Marketing möchte zwar möglichst genau einzelne Kunden erreichen, die nach einem bestimmten Angebot in Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken auf der Suche sind. Damit dies aber auf breiter Basis geschehen kann, braucht es Selektionsmechanismen die abgrenzbare Kundensegmente liefert, bei denen aber die persönlichen Daten des einzelnen Kunden nicht relevant sind. So liefert Google bei seinem Werbenetzwerk AdSense Anzeigen an die angeschlossenen Webseiten aus, die einerseits auf die Inhalte der Webseite, zugleich aber auf die Interessenlagen der Webseitennutzer ausgerichtet sind, die den Bezug auf persönliche Daten eines einzelnen Internetnutzers nicht benötigen.

Wenig überzeugend wirkt auch die Kritik an den Löschmöglichkeiten in sozialen Netzwerken. Wenn man in Facebook einen Eintrag auf dem eigenen Profil erzeugt, dann wird dieser zugleich für alle anderen Mitglieder des eigenen Netzwerks angezeigt, die darauf mit Kommentaren im eigenen Profil reagieren können. Würde ein Löschvorgang den ursprünglichen Eintrag beseitigen, dann würden diese Kommentare in der Luft hängen und Besucher des jeweiligen Profils würden notwendige Informationen fehlen.

Schließlich wird von Kritikern der EU Datenschutzinitiative bemängelt, dass man gleich mit weltweitem Anspruch auftritt, aber es bisher versäumt hat, die Hausaufgaben beim Datenschutz in der EU zu erledigen. Vielleicht sollte eine EU Datenschutzinitiative mehr als Aufklärungskampagne an die Nutzer von Suchmaschinen und Social Networks gerichtet sein. Diesen sollte klar werden, dass sie mit der Veröffentlichung von Fotos, Texten und Videos sich an eine Öffentlichkeit richten, die daraus jetzt und in der Zukunft ihre Rückschlüsse ziehen kann.

Wie auf techfieber.de ergänzend zur EU Datenschutzinitiative angemerkt wird, kann die EU auch nicht deutlich machen, wie sie denn gegenüber den amerikanischen Konzernen ihre Ideen umsetzen will.

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