Google sorgt für mehr Datenschutz bei Facebook

Google und Facebook haben beide bezüglich des Datenschutzes ein schlechtes Image. Bei Google hat Street-View zuletzt für viel Aufregung gesorgt. Wie techfieber.de meldet, will die EU mehr europäische Datenschutzerfordernisse gegenüber den amerikanischen Anbietern und Facebook und Google umsetzen. An Facebook wird kritisiert, dass die Nutzer zu leichtfertig motiviert werden, mit fremden personenbezogenen Daten umzugehen. Dies betrifft vor allem die Import-Funktion aus Mail-Konten, wo Namen, E-Mail-Adressen und weitere Infos an Facebook ausgeliefert werden. Nun hat Google interveniert und sorgt dafür, dass man beim Import von Kontakten aus Google-Mail-Konten besser den Datenschutz einhalten kann.

Es geht um die Funktion des Imports von Daten der E-Mail-Kontakte, die direkt nach der Anmeldung bei Facebook sehr aktiv eingefordert wird. Wer neu in Facebook ist, der wird dadurch motiviert, schnell zu einigen Facebook-Kontakten zu kommen, denn sonst müsst er umständlich jeden einzelnen Freundeskontakt über die Suchfunktion bei Facebook recherchieren.

Diese Import-Funktion kann auch später jederzeit über „Freunde finden“ aktiviert werden. Die Problematik dieses Imports wird an diesem Bild schon deutlich, denn man hat sein Passwort einzugeben und Facebook importiert dann alle relevanten Daten. Aus deutscher Datenschutz-Sicht ist dieses Vorgehen auch für den Nutzer problematisch, denn er liefert personenbezogene Daten an Facebook aus, ohne die Zustimmung hierfür von jeder einzelnen Person eingeholt zu haben.

Dies ist aber nicht der Grund von Google, weshalb diese Funktion jetzt bei Google-Mail nicht mehr möglich ist. Google stört sich daran, dass Facebook zwar einen Import von Daten aus fremden Angeboten unterstützt, seinerseits sich aber sträubt, einen entsprechenden Import bei sich zu ermöglichen. Die taz hat nun herausgefunden, wie sich Facebook aus dieser Schwierigkeit befreit hat: Statt wie bisher direkt mit Übermittlung des eigenen Passworts auf das Google-Mail Konto zuzugreifen, wird der Facebook-User nun aufgefordert, seine Google-Mail-Kontakte in einer sogenannten CSV-Datei auf dem eigenen Rechner zu speichern und diese CSV-Datei von dort anschließend bei Facebook hochzuladen.

Dies funktioniert tatsächlich, wenn auch sehr umständlich. Was der taz nicht aufgefallen ist:  Dieser Vorgang ist wesentlich weniger problematisch, denn es wird das eigene Passwort des Google-Mail- Kontos nicht an Facebook übermittelt und man kann die CSV-Datei vorher ansehen und bearbeiten. Damit wird die Import-Funktion transparenter und berechenbarer, wobei aber immer noch offen bleibt, ob man nicht doch von jedem importierten Kontakt zunächst eine Zustimmung einzuholen hat.

Hier die wichtigsten Schritte beim Import:

Zunächst wird der Export aus Google-Mail veranlasst: 1.

Doch bevor 2. möglich wird, schaltet sich Google ein.

Unten sieht man bereits, dass eine CSV-Datei zum Speichern bereit gestellt wird. Diese kann man vor dem Import bei Facebook mit einem Tabellen-Kalkulationsprogramm wie Excel bearbeiten. Insbesondere sollte man die Zeilen von Kontakten löschen, die keine Zustimmung zur Facebook-Datenübermittlung geben würden. Sofern man die Datei entsprechend aufbaut, könnte man diese Möglichkeit auch nutzen, um Kontaktinformationen bei Facebook hochzuladen, die gar nicht von Google-Mail kommen. Auch Facebook bietet aber noch eine Auswahlmöglichkeit:

Wie auch immer man zu Facebook und Google steht, es ist ein Fortschritt für die Facebook-Nutzer, dass sie jetzt auf die Eingabe des eigenen Mail-Passworts verzichten können und transparenter und besser bestimmen, welche Informationen bei einem Datenimport auf Facebook möglich sind.

Internet

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