Internet-Nutzung fördert die soziale Aktivierung

Wer intensiv mit dem Internet verbunden ist, also z.B. über einen Breitband-Kanal verfügt, der nutzt das Internet möglicherweise viele Stunden am Tag. Für Recherchen, zum Einkaufen und zum Spielen. Gemeinhin denkt man von den Intensiv-Internet-Nutzern, dass diese ihre sonstigen sozialen Kontakte (Offline-Kontakte) vernachlässigen. Doch eine neue Studie aus dem Umkreis des IFO-Institutes zur Internet-Nutzung zeigt auf: Soziale Interaktion und intensive Internet-Nutzung gehen Hand in Hand.

Die Forscher griffen auf eine beliebte soziologische Kategorie zurück, um zu untersuchen, ob intensive Internet-Nutzung und soziale Offline-Kommunikation in Konflikt zueinander stehen: das Sozialkapital. Nach diesem modernen Ansatz kann man beruflichen und privaten Erfolg nicht nur mit herkömmlichem monetärem Kapital, sondern auch mit sozialen Beziehungen finden. Wer viele Leute kennt und durch gute Kommunikationsfähigkeit diese als Ressourcen nutzen kann, der hat mehr Erfolg im Beruf und im Privatleben. „Man kennt sich, man versteht sich …“ sagt man in Köln; doch die soziale Vernetzung ist nicht nur in der Domstadt ein wesentlicher Grund für Erfolge. Soziale Vernetzung kann man offline wie online betreiben. Perfekt ist heute der, der beide Anforderungen gut unter einen Hut bringen kann. Andere Forschungsergebnisse weisen zwar darauf hin, dass intensive Internet-Nutzung Auswirkungen auf das Gehirn hat, wie der Blog magazin66 ausführlich berichtete; doch damit muss noch kein Negativ-Urteil verbunden sein.

Die Sichtweise, dass intensive Internet-Nutzung die soziale Interaktion fördert, wurde jetzt durch empirische Daten bestätigt. Wer intensiv das Internet nutzt, der spielt nicht nur oder recherchiert einsam vor sich hin, der knüpft auch soziale Kontakte und intensiviert diese, wenn sie für ihn und für die Kontaktperson hilfreich sind. Intensive Internetnutzer sind häufiger politisch oder ehrenamtlich engagiert, besuchen öfters öffentliche Veranstaltungen und zeigen sich auch so offline als kommunikativer.

Die Studie aus dem Umfeld des IFO-Instituts zur Internet-Nutzung zeigt also auf, dass das weltweite Netz besser als Massenmedien wie Fernsehen die Menschen miteinander verbindet und keinesfalls die Kontaktarmut fördert. Das Internet steigert das Sozialkapital der Intensiv-Nutzer, möglicherweise weil diese auf breiterer Basis ihre kommunikativen Fähigkeiten entwickeln können. Es bleibt nun noch zu untersuchen, wie sich die intensive Internet-Nutzung auch als Vorteil im beruflichen Umfeld und bei der Weiterbildung auswirkt.

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