Mit dem digitalen Radiergummi gegen Bilderflut?

Durch die Bilderflut im Internet wird die Forderung nach einem digitalen Radiergummi lauter. Bilder sind die beliebtesten Kommunikationsformen in sozialen Netzwerken wie Facebook. Denn statt lang und breit zu beschreiben, wie eine Fete erlebt wurde, wer anwesend war und welche Attraktionen bestaunt werden konnten, lädt man schnell eine schöne Bildersammlung hoch und schon können alle Freunde im sozialen Netzwerk sehen, was sie selbst oder ihre eingeladenen Freunde auf der Fete erleben konnten.

Allerdings sind diese Bilder dann möglicherweise auf ewig abrufbar und können auch nach vielen Jahren noch genutzt werden, wenn die Anlässe und Besonderheiten der Fete längst vergessen sind. Peinliche Bilder können auch in anderen Zusammenhängen wieder auftauchen und belasten möglicherweise die berufliche Karriere. Deshalb wäre ein digitaler Radiergummi ganz praktisch, der es den Betroffenen erlaubt, peinliche Bilder zeitnah zu löschen. Und beim Direktmarketing-Blog sieht man in der Forderung nach einem digitalen Radiergummi Ansatzpunkte für eine Datenschutzinitiative 2011 „Made in Germany“.

Die Idee des digitalen Radiergummis ist ganz gut, aber an der Umsetzung beißen sich die Experten die Zähne aus. Nun gibt es offizielle Unterstützung für die Idee der digitalen Radiergummis durch die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Als Lösung wird an eine mit Kosten verbundene Software gedacht, die es beim Hochladen von Bildern erlauben soll, diese mit einem Löschdatum zu versehen: X-pire!. Anwendbar soll die Software auch für Texte sein; vor der Nutzung der Daten überprüft die Software, ob das Verfallsdatum noch nicht abgelaufen ist und gibt nur dann die Daten zum Lesen frei. Dies klingt so, dass es ziemlich teuer und umständlich wird, diese Software zu benutzen. Außerdem müsste man sich vor jeder Publikation überlegen, ob und wie lange diese mit einem Verfallsdatum zu versehen ist. Und gegen Screenshots und sonstige Kopiervorgänge von Daten kann die Software auch nichts unternehmen.

Als Alternative zum digitalen Radiergummi bietet sich daher eine herkömmliche Methode an: Nachdenken. Vor jeder Veröffentlichung von Fotos und Text sollte man sich überlegen, ob man die veröffentlichten Daten auch ausgedruckt an jedes schwarze Brett im öffentlichen Bereich für immer anbringen würde. Ist die Antwort ein Nein, dann ist von der Veröffentlichung abzusehen. So kann man jeden digitalen Radiergummi für alle Zeiten einsparen.

Internet

Sie können Sie einen Kommentar hinterlassen or unseren Feed abonnieren, wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat.

Einen Kommentar schreiben

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld)