Neue Top-Level Domains – Ende(t) gut – alles gut?

Was in der Welt der virtuellen Wertschöpfung noch bis vor kurzem undenkbar gewesen wäre, wird schon bald Einzug halten in den Alltag der hart umkämpften Domains bzw. deren Endungen. So beschloss die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) als de facto Weltregulierungs- und Regierungsbehörde des Internet, dass die von ihr definierten Top Level Domain-Endungen künftig durch praktisch jedes denkbare Wort (in jeder Sprache) ergänzt werden können.  So müssen sich die neuen Endungen nicht einmal auf lateinische Schriftzeichen beschränken. Faktisch bedeutet dies, dass bald auch Endungen wie bank, auto, geld oder aber auch erfolg, verkauf, deutschland, etc. zum Verkauf stehen. Ebenso möglich sind Endungen, die Firmennamen bezeichnen. Ob jedoch diese neue Öffnung des grenzenlosen Handels mit Domains ein Verkaufsschlager wird, bleibt abzuwarten.

Gute Zeichen – schlechte Zeichen

So kündigte die ICANN an, dass die einmalige Bearbeitungsgebühr für eine Bewerbung um eine der dann möglichen Domain-Endungen 185.000 US-Dollar kosten wird. Hinzu kommen rund 25.000 US-Dollar an jährlicher Gebühr hinzu. Außerdem müssen die Bewerber der Behörde nachweisen, dass sie einen legitimen Anspruch auf diese Endung haben. Die Bewerbungsfrist beginnt im Januar 2012. Danach wird jeder Interessierte 60 Tage Zeit haben, sich seine neue Domain zu sichern. Die (finanziell) hohen Hürden sollen verhindern, dass so genannte „Domainer“ massenweise Endungen kaufen, um diese dann Gewinn bringend wieder abzustoßen.  Abgesehen vom lobenswerten Ansatz, den dieser Schutzmechanismus in sich birgt, wird es jedoch kleinen und mittelständischen Unternehmen schwer fallen, sich entsprechende Endungen zu sichern, da die dafür benötigten Summen sehr hoch sind und tatsächlich noch nicht feststeht, inwieweit die neuen Domain-Kürzel zu einem Mehr an Verkauf und Wiedererkennung beitragen. Schließlich haben wir uns alle als Nutzer an die TLD (Top Level Domains) gewöhnt. Dies sehen auch die Top-Manager der großen Konzerne so. Auch sie sind sich noch unschlüssig, ob eine neue Domain mit neuer Endung auch neue Kunden bedeutet.  Und doch sollte man das Innovationspotenzial der Global Player hinsichtlich ihrer Internetseiten nicht unterschätzen. So klagte der VW-Konzern vor drei Jahren erfolgreich gegen die zentrale Registrierungsstelle für die Top-Level-Domain .de (DENIC) und erstritt sich das Recht, künftig nur zwei Buchstaben im Namen ihrer Domain zu führen. Davor musste eine Domain mindestens drei Zeichen haben. Mittlerweile sieht die Mindestanforderung ein Zeichen vor.

Kreativität gefragt

Keine Frage: Es wird die eine oder andere Kombination geben, welche die Wiedererkennung, Zuordnung und das Auffinden einer Domain erleichtern und verbessern.  Beispiele wie www.mein.auto oder auch billiger.buchen, etc. sind dahin gehend nicht nur für Texter wahre Fundgruben und große Herausforderungen. Andererseits wird es mit den neunen Endungen eben auch ein kostspieliges Unterfangen, welches sich nur wenige Unternehmen leisten können. Anders als bei den uns allen bekannten und weit verbreiteten biz.Domains , die relativ günstig zu haben und auch immer noch gut zu verkaufen sind, wird bei den neuen Endungen eine große Portion Kreativität, sowohl bei der Gestaltung wie auch bei deren Vermarktung bzw. der Finanzierung der Reservierung.

Autor: Marcello Buzzanca

Internet

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