Strategie und Risiken beim Anbieterwechsel

Der Begriff Anbieterwechsel ist seit Jahren nicht mehr aus der Planung der Verbraucher wegzudenken. Das hängt mit verschiedenen Liberalisierungsmaßnahmen zusammen, bei denen ein möglicher Anbieterwechsel zur Verstärkung des Wettbewerbs genutzt werden soll. Begonnen hat die tagtägliche Frage nach dem Anbieterwechsel mit dem Markt für Telekommunikationsdienste, als die staatlichen Monopole aufgelöst wurden. Plötzlich gab es für jede Stunde des Tages und für eine Vielzahl von möglichen Zielregionen unterschiedliche Anbieter mit unterschiedlichen Konditionen, so dass man als preisbewusster Verbraucher für jeden Telefonanruf den Anbieterwechsel erwägen musste. Dieser Absurdität von  Anbieterwechsel konnte man nur entgehen, wenn man sich einen Computer anschaffte, der einem die Entscheidung zum Anbieterwechsel abnahm. Die meisten Verbraucher entschieden sich aber dafür, statt auf den laufenden Anbieterwechsel lieber auf einen Festpreis-Anbieter zu wechseln, womit man die Frage nach dem Anbieterwechsel auf weniger Termine pro Jahr reduzieren konnte. „Strategie und Risiken beim Anbieterwechsel“ weiterlesen

Lebensversicherung und kurzfristige Anlageprodukte

Eine Lebensversicherung gehört normalerweise nicht zu den kurzfristigen Anlageprodukten. Die Risiko-Lebensversicherung ist überhaupt kein Anlageprodukt, da sie nur im Versicherungsfall eine Auszahlung vornimmt. Die kapitalbildende Lebensversicherung gehört zu den langfristigen Anlageprodukten, denn im Regelfall erfolgt eine Auszahlung oder dauerhafte Rentenzahlung erst viele Jahre nach dem Beginn der Einzahlungen in den Lebensversicherung-Vertrag. Die Anlagegesellschaft der Lebensversicherung nutzt diese Zeit zum Kauf von Anlageprodukten unterschiedlicher Fristen und der von der Lebensversicherungs-Gesellschaft erwirtschafte Gewinn kommt ganz oder teilweise mit dem Ablauf der Lebensversicherung zur Auszahlung.

Nun berichten verschiedene Medien, dass einige Lebensversicherung-Gesellschaften in den kritischen Blick der bundesstaatlichen Finanzaufsicht BaFin gekommen sind, weil sie neuartige kurzfristige Anlage-Varianten von Lebensversicherung ihren Kunden anbieten. „Lebensversicherung und kurzfristige Anlageprodukte“ weiterlesen

Energiepreise dürfen nicht gekoppelt werden

Ein Ärgernis für viele Verbraucher ist die Koppelung der Gaspreise an die Ölpreise.  Solch eine Koppelung der Energiepreise ist international üblich, weil es für Gas keinen funktionieren Markt gibt. Deshalb legt man die Energiepreise der einen Energieart (Gas) einfach dadurch fest, dass man sie an die Energiepreise einer anderen Art (Erdöl) koppelt.

Für den Verbraucher bedeutet dies: Obwohl er auf eine energieeffiziente Technik umsteigt, hat er faktisch keinen Einfluss auf die Energiepreise. Unabhängig von den Kosten bei der Herstellung der jeweiligen Energieprodukte muss er nicht transparente Energiepreise zahlen; er kann davon ausgehen, dass die Hersteller einer Energieart Profite durch ihre Energieart beziehen, die nichts mit dieser Energieart zu tun haben. Volkswirtschaftlich sorgt die Koppelung der Energiepreise für sogenannte „Windfall-Profits“, die nicht zur Marktwirtschaft passen, weil dadurch Flexibilität im Verbraucherverhalten verloren geht und die Steuerungsfunktion der Energiepreise nicht funktioniert. „Energiepreise dürfen nicht gekoppelt werden“ weiterlesen

Schufa-Auskunft kostenlos nutzen

Die Schufa ist als Schutzgemeinschaft der Kreditwirtschaft Dreh- und Angelpunkt, wenn es um Kredite oder Verträge mit Kreditcharakter (z.B. Handyverträge) geht. Deshalb ist es gut, dass ab dem 1.4. 2010 die Möglichkeit besteht, eine Schufa-Auskunft kostenlos pro Jahr zu bekommen. Über die kostenlose Schufa-Eigenauskunft haben wir auf dir-Info schon berichtet. Nun gibt es weitere Infos, wie man genau seine Schufa-Auskunft kostenlos bekommen kann und welche Daten diese Variante von Schufa-Auskunft liefern könnte. Schließlich sind es nicht nur die reinen Fakten zum bisherigen Kreditverhalten, was durch die Schufa-Auskunft für neue Kreditverträge relevant ist. Die potentiellen Kreditgeber bekommen schließlich über ihre Schufa-Auskunft auch den Schufa-Score, eine Prognose-Zahl, die relevant für die Kostenhöhe und für Schwierigkeit bei der Krediterlangung für den potentiellen Kreditnehmer werden kann. „Schufa-Auskunft kostenlos nutzen“ weiterlesen

Rabatte für Medikamente als Mittel der Kostensenkung

Bereits kurz nach der Wahl hat sich die Linie der Bundesregierung im Bezug auf die Kosten des Gesundheitssystems verändert, nicht zuletzt weil die neuen Führungskräfte der FDP im Gesundheitsministerium eine Sympathie gegenüber einer Gesundheitspauschale erkennen ließen. Praktisch gleichzeitig wurde von vielen gesetzlichen Krankenkassen eine „kleine Gesundheitspauschale“ für 2010 angekündigt: Den Zusatzbeitrag Krankenkasse müssen etliche gesetzliche Krankenkassen von ihren Mitgliedern erheben, wenn sie nicht tief in die roten Zahlen rutschen wollen.

Generell steht die Bundesregierung (insbesondere die FDP) unter starker Kritik: Viele glauben nicht, dass die neue Regierung die notwendige angemessene Berücksichtigung der Interessenlage aller Bevölkerungsgruppen im Blick hat. Das Stichwort „Klientelpolitik“ könnte 2010 zum Wahldesaster für die Regierungsparteien werden. Die Umfragewerte der FDP haben sich bereits halbiert.

Die Führungskräfte des von der FDP geführten Gesundheitsministeriums haben nun einen neuen Vorschlag gemacht, wie die Kosten im Gesundheitswesen deutlich reduziert werden können und sich dabei einen mächtigen Gegner ausgesucht. Durch Rabatte für Medikamente, die die Krankenkassen mit der Pharmaindustrie aushandeln sollen, könnte eine deutliche Kostensenkung erreicht werden. Denn im internationalen Vergleich sind die deutschen Preise für Medikamente vergleichsweise hoch; und die Kosten für Medikamente, die die Krankenkassen zu zahlen haben, haben sich bisher jeder Kostensenkungspolitik entzogen. „Rabatte für Medikamente als Mittel der Kostensenkung“ weiterlesen

Sind Leerverkäufe eine Ursache für Finanzcrash-Situationen?

In Zeiten der wirtschaftlichen Krise sucht man gern nach einzelnen fassbaren Gründen für die krisenhafte Zuspitzung. Gegenwärtig sind es wieder die Leerverkäufe, die als zentrale Ursache für die Finanzkrisen in Griechenland und anderen Euro-Staaten angesehen werden. Doch was sind eigentlich Leerverkäufe? „Sind Leerverkäufe eine Ursache für Finanzcrash-Situationen?“ weiterlesen

Bundeswertpapierverwaltung ist kostenlos möglich

Die Bundeswertpapierverwaltung als staatliche Einrichtung ist bisher noch nicht sehr bekannt bei den Kunden der Geldanlage, denn wenn sie nach Möglichkeiten des Investments bei ihren Banken oder Sparkassen nachfragen, dann werden sie logischerweise von diesen nicht auf die Möglichkeiten einer kostenlosen Bundeswertpapierverwaltung hingewiesen. Schließlich wollen die Geldinstitute auch mit der eigenen Bundeswertpapierverwaltung Geld verdienen. „Bundeswertpapierverwaltung ist kostenlos möglich“ weiterlesen

Mikrokredite der EU für Existenzgründung

Mikrokredite sind kleine Kredite, die man für eine Existenzgründung oft nur schwer zu bekommen kann, weil die Kreditinstitute auf solche Finanzierungsmodelle nicht ausgerichtet sind. Entweder bekommt man den Mikrokredit, weil man eine persönliche Sicherheit bieten kann – oder für größere Projekte der Existenzgründung werden Kredite, die deutlich den Rahmen eines Mikrokredits überschreiten, als umfangreiche Risikokapital-Finanzierung geplant. „Mikrokredite der EU für Existenzgründung“ weiterlesen

Soziale Sicherung nach Auslandstätigkeit sicherstellen

Immer mehr Deutsche versuchen ihren beruflichen Erfolg durch eine Auslandstätigkeit sicherzustellen. Denn je nach Situation ist die Auslandstätigkeit gefragter oder besser bezahlt. Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen, man kennt die Sprache vor Ort und macht sich mit den typischen Regeln der Auslandstätigkeit vertraut, dann kann diese Auslandstätigkeit auch langfristig für eine Karriereentwicklung in Deutschland genutzt werden, wenn man denn eines Tages überhaupt zurückkehren will oder muss. „Soziale Sicherung nach Auslandstätigkeit sicherstellen“ weiterlesen

Beipackzettel für Finanzprodukte?

Beipackzettel kennt jeder und liest kaum einer, warum sollten diese also noch zusätzlich für Finanzprodukte eingeführt werden? Diese provokative Frage verkennt aber die Wirksamkeit der Beipackzettel, die auch dann wichtig sind, wenn die Beipackzettel nicht gelesen werden. Denn ein Beipackzettel bei Medikamenten muss Informationen über Dosierung und Nebenwirkungen enthalten; wenn diese Informationen auf dem Beipackzettel falsch sind, dann ergibt sich später daraus ein Schadensersatzanspruch, sogar wenn man diesen Beipackzettel nicht gelesen hat. „Beipackzettel für Finanzprodukte?“ weiterlesen

Genussschein und Unternehmensanleihen: Risiken und Chancen

Seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 haben sich viele Anleger von riskanteren Wertpapieren abgewandt und viel Geld in sehr sichere Staatspapiere investiert. Allerdings hat dieser Trend zusammen mit anderen Faktoren dazu geführt, dass die Verzinsung für sichere Staatspapiere (beispielsweise Bundesschatzbriefe) sehr niedrig ausfallen. Deutlich bessere Renditen sind gegenwärtig mit dem Genussschein oder den Unternehmensanleihen möglich. Allerdings haben Genussschein und Unternehmensanleihe spezielle Risikoprofile, die man beim Investment mitdenken muss. „Genussschein und Unternehmensanleihen: Risiken und Chancen“ weiterlesen

Günstige Ratenzahlung gegenüber Versicherung einfordern

Viele Verbraucher, die glauben eine günstige Versicherung abgeschlossen zu haben, zahlen oft die Beiträge zur Versicherung in monatlichen oder vierteljährlichen Raten und haben sich noch wenig Gedanken darüber gemacht, dass sie dann meist mehr Geld als nötig pro Jahr für ihre scheinbar günstige Versicherung zahlen. Denn die Versicherungsgesellschaft nimmt meist einen Zuschlag, wenn die jährliche Zahlung für die Versicherung in mehrere günstige Raten aufgespalten wird. Dies betrifft praktisch alle Arten von Versicherung: Ob Lebens-, Sach- oder auch Kfz-Versicherung, für die günstige Ratengestaltung muss man als Versicherungsnehmer meist hohe Zuschläge zahlen.

Nun ist es zu einer bisher wenig beachteten Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) gekommen, die darauf hinausläuft, dass ein solcher Zuschlag zur Zahlung an die Versicherung nicht gerechtfertigt war und ist, wenn nicht der effektive Jahreszins für die Mehrkosten der Raten- oder Teilzahlung angegeben wurde. (Weitere Infos und Aktenzeichen des BGH-Urteils in einem Artikel des Banktipps über die günstige Regelung der Ratenzahlung bei einer Versicherung.)

Kernpunkte für eine günstige Regelung der Raten-Zahlung an die Versicherung: Der effektive Jahreszins muss angegeben werden und sollte im Regelfall höchstens bei 4 % liegen.

Rechts- und Versicherungs-Experten vom cllb-Blog deuten an, dass bis zu 15 oder mehr Mrd. Euro Nachforderungen durch eine günstige Regelung zur Ratenzahlung der Versicherung entstehen könnten. Interessant ist auch der Hinweis der Rechtsexperten, dass das günstige Urteil im Interesse der Versicherungsnehmer im Wesentlichen auf die fehlenden Angaben des effektiven Jahreszinses zurück gehen. Forderungen der Kunden der Versicherung könnten auch jahrelang zurückreichen, um die überhöhten Zahlungen für die scheinbar günstige Versicherung geltend zu machen.

Relevant ist die Forderung einer günstigen Neuberechnung der Raten gegenüber der Versicherung bei vielen Versicherungs-Arten, nicht jedoch bei einer private Kranken-Versicherung und einer Versicherung, die sowieso mit monatlichen Ratenzahlungen arbeitet. Die Summe der Zahlungen an die jeweilige Versicherung sollte auch pro Jahr mindestens 200 Euro ausmachen, denn nur in dieser Höhe gibt es einen Anspruch auf die Angabe des effektiven Jahreszinses.

Wer von der neuen Lage im Sinne einer günstigen Regelung der Ratenzahlung für die Versicherung profitieren will, der sollte umgehend die einzelne von ihm abgeschlossene Versicherung prüfen, ob denn Ratenzahlung erfolgte, ob diese Summe dieser Raten für die Versicherung höher war, als die Jahreszahlung und ob die Versicherung für diese Mehrzahlungen einen effektiven Jahreszins angegeben hat.

Das wird in vielen Fällen dazu führen, dass man Ansprüche auf eine günstige Neuberechnung der Raten begründen und zudem Nachforderungen an die Versicherung einfordern kann. Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet, um diese günstige Neuberechnung gegenüber der Versicherung zu verlangen, einen Musterbrief Rückforderung von Teilzahlungszuschlägen als Formulierungshilfe an.

Mit einem Brief auf dieser Basis hat man einen Ansatzpunkt, um bei Ratenzahlung eine günstige Regelung der Zahlungen an die Versicherung einzufordern und sogar noch hohe Rückzahlungsbeträge als Gutschrift von der Versicherung zu verlangen.

Hartz IV und Existenzminimum

Das Bundesverfassungsgericht hat am 9.2.2010 festgestellt, dass die gegenwärtigen Hartz IV Zahlungen verfassungswidrig sind, weil nicht nachvollziehbar ist, dass diese das Existenzminimum der Hart IV Empfänger ausreichend sichern. Allerdings hat sich das Gericht nicht dazu geäußert, in welcher konkreten Höhe ein Existenzminimum für verfassungsgemäße Hartz IV Zahlungen liegen müsste. Das Verfassungsgericht sagt lediglich, dass das Verfahren zur Bestimmung der Höhe der Hartz IV Sätze intransparent und willkürlich sei. Der Gesetzgeber muss nun in der vergleichsweisen kurzen Zeit bis 1.1.2011 ein neues und besseres Verfahren zur verfassungsgemäßen Bestimmung beim Existenzminimum für Hartz IV Zahlungen leisten.

Da sich aus diesem Hartz IV-Urteil keine unmittelbaren Verbesserungen für Hartz IV Empfänger ergeben und da diese auch rückwirkend nicht von bisher zu niedrigen Hartz IV Zahlungen profitieren können, bleiben die Reaktionen aus Politik und Publizistik zurückhaltend. Dabei wird aber übersehen, dass das Verfassungsgericht sehr grundlegende Aussagen zum Existenzminimum gemacht hat, die weit über die Hartz IV Gesetzgebung hinaus beachtliche Wirkung erzielen können.

Denn das Verfassungsgericht entwickelt bereit im ersten Satz seines Urteils zu den Hartz IV Zahlungen ein neues Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums und bezieht sich sehr allgemein auf den Artikel 1 (Menschenwürde) und den Artikel 20 (Sozialstaatsgebot) des Grundgesetzes. „Hartz IV und Existenzminimum“ weiterlesen

Stiftung Warentest testet Bankberatung in der Wirtschaftskrise

Vielen Bankkunden ist nicht ausreichend klar, dass der jeweilige Berater unter einer verzwickten Interessenlage steht. Einerseits möchte er den Kunden umfassend und kompetent beraten, anderseits bekommt er bzw. sein Arbeitgeber sehr unterschiedliche Provisionen, je nachdem welches Produkt der Kunde als Anlageform schließlich wählt.

Vielen Kunden ist auch schon aufgefallen, dass die Berater der Banken oder Sparkassen eine Vorliebe für die eigenen Produkte haben. Dies ist auch wenig überraschend, denn jedem muss klar sein, dass er bei einem Verkäufer kaum Tipps und Hinweise bekommt, wie er ein gutes Produkt bei einem anderen Händler bekommen kann. Allerdings herrscht bei einigen Kunden in Fragen der Anlage immer noch die Vorstellung, dass ihr Bankberater ein „Bankbeamter“ ist, der unabhängig von Interessenlagen zu beraten hat. Es gibt zwar unabhängige Berater; diese lassen sich aber ihre Leistung vergüten. Für den Kunden ist die übliche Bankberatung bei der Hausbank oder Sparkasse allerdings kostenlos. Deshalb sollte dem Kunden klar werden, dass diese umfangreiche und teure Beratung ja durch das Institut refinanziert werden muss. Hier sollte man gezielt nachfragen, eine zweite Meinung einholen oder sich durch Recherchen im Internet und über Verbraucherzeitschriften kundig machen.

Dass diese Überlegungen zur unguten Verquickung der Interlage der Banken mit der Interessenlage des Kunden auch faktisch ein Problem ist, hat Ende 2009 ein Test zur Qualität der Anlageberatung gezeigt, der auf der Website der Stiftung Warentest umfassend dokumentiert ist. Die für die Banken und Sparkassen nicht erkennbaren Testkunden gaben vor, 30.000 Euro für fünf Jahre sicher anlegen zu wollen und setzten als Zielmarge eine Rendite von 4 %. Damit stellten sie der jeweiligen Bankberatung ein kaum lösbares Problem, denn weder jetzt noch Ende 2009 war eine sichere Anlage mit einer so hohen Rendite möglich. Die Bankberatung hätte diesen Umstand deutlich werden lassen müssen. Dies ist nach Ansicht der Testauswerter keinem Institut gut gelungen. Nur drei von 21 Geldinstituten lösten die Aufgabe einigermaßen befriedigend. Die Testauswerter kritisierten vor allem, dass der jeweilige finanzielle Background des Kunden nicht angemessen abgefragt wurde. Hier hätten die Bankberater den Ansatzpunkt finden müssen, um dem Kunden klar vor die Entscheidung mehr Risiko oder mehr Sicherheit zu führen. Stattdessen wurden von einigen Geldanlageberatern nicht sehr sichere Aktienfonds oder gar unrentable private Rentenversicherungen empfohlen. Hier verweist die Testauswertung darauf, dass solcher (hier unzureichenden) Varianten der Gelderanlage des beratenden Instituts besonders viel Provision eingebracht hätte.

Die Bankberatung bei den deutschen Einrichtungen war bereits seit Beginn der Wirtschaftskrise Ende 2008 auch hierzulange sehr stark in die Kritik geraten. Denn durch diverse Pleiten hatten sich viele empfohlene Papiere als hochriskante Flops herausgestellt, die manche Kunden viel kosteten. Hochspekulative Anlagen zeigten über Nacht, dass diese Risiko auch tatsächlich eintreten kann, aber viele Kunden erklärten, dass dieses spekulative Moment ihnen nicht von der Bankberatung erklärt worden wäre. Der Gesetzgeber hat zwischenzeitlich darauf reagiert und von der Beratung bei Banken und Sparkassen mehr Transparenz und mehr Dokumentation verlangt.

Die KfW verbessert das Sonderprogramm für den Mittelstand

Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine erste Adresse, wenn es um die Förderung von Investitionen geht, die durch längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen unterstützt werden sollen. Bisher hatte man die KfW mehr mit Großinvestitionen und der Förderung alternativer Energien im Zusammenhang gesehen. Die Unterstützung des Mittelstandes bei der Unternehmens-Förderung wurde oft als nicht ausreichend empfunden.

Angesichts der aktuellen Krise hatte die Bundesregierung bereits im letzten Jahr Überlegungen angestellt, wie man hier den notwendigen Wachstumsprozess auch durch Mittelstands-Förderung besser unterstützen kann. Bereits Mitte Dezember 2009 hatte der Mittelstands-Blog darüber berichtet, wie man von Regierungsseite hier plant, der KfW mehr Spielräume bei dieser Mittelstands-Förderung zu geben.

Nun ist das Sonderprogramm Mittelstand auf der KfW-Website konkret nachvollziehbar dargestellt. Interessant könnte dieses neu gestaltete Sonderprogramm Mittelstand der KfW auch für Freiberufler sein. Ausgeschlossen sind hingegen Mittelstand-Unternehmen, die in einer Sanierungssituation stecken. Die Mittelstands-Firmen sollten gegenwärtig wettbewerbsfähig und eine positive Zukunftsperspektive vorweisen können.

Für konkrete Projekte können die Unternehmen aus dem Bereich Mittelstand Unterstützung bei der Kreditförderung mittels der KfW bekommen:

  • Es geht vor allem um Investitionen in Deutschland, die eine mittel- bis langfristige Finanzierung benötigen und von denen man erwarten kann, dass diese einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg zeitigen werden.
  • Leasinggesellschaften aus dem Bereich des Mittelstandes können für Betriebsmittel eine Finanzierung erhalten, wenn sie ihr Leasingneugeschäft neu beginnen. Anschlussfinanzierungen sind also bei dieser Art der Förderung durch die KfW ausgeschlossen.
  • Für Betriebsmittel (einschließlich Warenlager und sonstigem Finanzierungsbedarf) können ebenfalls Fördermittel über das KfW-Sonderprogramm für den Mittelstand erlangt werden.

Die Vorteile der Ausgestaltung des Sonderprogramms Mittelstand der KfW liegen in einer längeren Laufzeit und einer längeren Zinsbindung der Förderkredite. Damit können Unternehmen aus dem Mittelstand ihre Zukunftsprojekte auf eine längere und berechenbare Finanzierungsbasis stellen.

An die Förderung kommt das Mittelstands-Unternehmen über die eigene Bank, die auch ganz oder teilweise das Haftungsrisiko des Kredites tragen muss. Die KfW vergibt nicht selbst die Kredite, sondern sichert nur die Rahmenbedingungen der Kredite ab.

Es wird eine spannende Frage werden, ob und wie der Mittelstand die Verbesserungen beim Sonderprogramm der KfW annimmt und ob die hier zur Verfügung gestellten Gelder maßgeblich zum Konjunktur-Aufschwung beitragen können.

Bargeld am Geldautomaten wird noch teurer

Wenig beachtet wird beim Girokonto, welche Kosten entstehen, wenn man mal Bargeld braucht und nicht auf den gewohnten Geldautomaten in der Filiale zurückgreifen kann. Besonders hohe Kosten entstehen, wenn man im Ausland zur Bargeld-Beschaffung einen Geldautomaten nutzen will. Aber viele sind auch in Deutschland nicht unbedingt jederzeit in der Lage, zu einen Geldautomaten der eigenen Bank zu kommen, um Bargeld abzuheben. Den Wenigsten ist dabei bewusst, dass sie auch für kleine Beträge beim Bargeld abheben erhebliche Gebühren zahlen müssen, „Bargeld am Geldautomaten wird noch teurer“ weiterlesen

Zusatzbeitrag Krankenkasse: Alternativen recherchieren – Spartarife nutzen

Diese Woche ist gekennzeichnet durch immer mehr Meldungen über die Erhebung vom Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenkasse. Damit wird eine zusätzliche Kostenbelastung für viele Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse wirksam, die bisher nur eine theoretische Möglichkeit aus der letzten Gesundheitsreform mit Einführung des Gesundheitsfonds war.

Der Gesundheitsfond hatte dazu geführt, dass der Beitragssatz für die gesetzliche Krankenkasse vereinheitlich wurde. Sollte dieser Beitragssatz und die zusätzlichen Zahlungen aus dem Gesundheitsfond für eine einzelne Krankenkasse nicht ausreichen, dass hätte diese die Möglichkeit, einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern zu erheben: Der Zusatzbeitrag könnte bis zu 8 Euro pro Monat oder bis zu 1% der Bruttoeinnahmen betragen. Nun kündigen immer mehr Krankenkassen an, dass sie den pauschalen Zusatzbeitrag erheben werden, meist direkt mit dem Maximalbeitrag von 8 Euro. Experten gehen davon aus, dass früher oder später fast alle Krankenkassen sich diesem Trend zum Zusatzbeitrag anschließen müssen. Von Seiten der Politik ist auch keine Hilfe zu erwarten, denn die neue Regierung fördert langfristig die Einführung einer „Kopfpauschale“ in der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Zusatzbeitrag von 8 Euro ist schon der Einstieg in eine Kopfpauschale bei der gesetzlichen Krankenversicherung.

Mit der erstmaligen Einführung  eines Zusatzbeitrags hat man aber als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse die Möglichkeit, zu einer anderen zu wechseln. Ob man aber vom dieser Möglichkeit zum Wechsel der Krankenkasse Gebrauch machen will, sollte man sich gut überlegen, denn man verliert die gewohnten Ansprechpartner. Allerdings macht es Sinn zu recherchieren, ob es nicht andere Möglichkeiten der Einsparung bei der Krankenkasse gibt. Das Nachrichtenmagazin Focus hat diese Woche einen umfassenden Vergleich der Krankenkassen veröffentlicht, bei dem man nicht nur ablesen kann, welche Krankenkasse demnächst einen Zusatzbeitrag erheben wird. Focus macht auf zwei Varianten aufmerksam, wie man seine Beiträge zur Krankenkasse absenken und damit den Zusatzbeitrag bekämpfen kann:

  • Spar-Tarif der jeweiligen Krankenkasse mit Selbstbehalt
  • Spar-Tarif der jeweiligen Krankenkasse mit Beitragsrückerstattung.

Beide Varianten zur Einsparung bei der gesetzlichen Krankenkasse sind sinnvoll für Mitglieder, die eher selten zum Arzt gehen wollen. Denn diese Zurückhaltung fördert die Krankenkasse durch einen geringen Beitrag, der entweder von vorherherein gewährt oder nachträglich zurückgezahlt wird. Von Vorteil dabei ist, dass Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkasse hiervon nicht betroffen sind. Im Gegenteil, wer alle Vorsorgeuntersuchungen nutzt, der hat weniger Selbstbehalt gegenüber der Krankenkasse zu tragen, als der, der überhaupt keine medizinischen Leistungen beansprucht.

Man sollte also die Mitteilung seiner Krankenkasse zur Einführung vom Zusatzbeitrag nutzen, um sich über diese Alternativen Gedanken zu machen und seine Krankenkasse gezielt nach  einem Spartarif zu fragen. Wenn ein Spartarif der aktuellen und zukünftigen Lebenssituation entgegenkommt, dann macht es auch Sinn nach Einführung eines Zusatzbeitrags die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln: zu einer Krankenkasse, die (mit oder ohne Zusatzbeitrag) eine Möglichkeit der Beitragserstattung anbietet.

Die Umkehrhypothek als Immobilien-Rente nutzen

In Deutschland ist die Umkehrhypothek bisher noch nicht sehr bekannt. Die Umkehrhypothek funktioniert deshalb umgekehrt zu einer normalen Hypothek, weil dem Immobilien-Besitzer regelmäßig Geld ausgezahlt wird. Bei der normalen Hypothek zahlt der Immobilien-Besitzer Geld für einen Kredit, den er dafür bekommen hat, dass er die Immobilie kaufen konnte.

Bei der Umkehrhypothek wird von einem Kreditinstitut ein Kredit aufgenommen, der aber nicht als Einmalbetrag ausgezahlt wird, sondern als monatliche Ratenzahlung, die bis zum Lebensende gewährt wird. „Die Umkehrhypothek als Immobilien-Rente nutzen“ weiterlesen

Steuerliche Absetzbarkeit von Dienstreisen mit Privatanteil verbessert

Viele Dienstreisen werden gerne um einen privaten Anteil erweitert. Wenn man als Dozent zu einer Seminarwoche nach Mallorca reist, dann hängt man vielleicht das Wochenende noch an und nutzt damit den Gesamtaufenthalt als Dienstreise, die aber einen privaten  2/7-Anteil hat. Bisher konnte allerdings dieses Vorgehen, Dienstreisen mit Privatreisen zu verbinden, Probleme mit dem Finanzamt schaffen. Zwar wurden alle Kosten, die der Dienstreise eindeutig zuordenbar war (wie die Übernachtung und die Verpflegungskosten am Seminarort) als Werbungskosten anerkannt. Aber die Kosten für die Reise selbst konnte nicht einfach auf einen privaten und einen dienstlichen Anteil aufgeteilt werden.

Grund für diese bisher sehr restriktive Haltung des Finanzamtes ist das sogenannte Aufteilungsverbot. Dieses verbietet die anteilige Anrechnung von Betriebskosten, wenn diese nicht einfach und nachvollziehbar trennbar sind. Die bisherige Argumentation der Finanzämter wäre also darauf hinaus gelaufen zu sagen, dass man die Kosten für eine Reise nicht einfach auf einen betrieblichen und privaten Anteil aufteilen kann. Grundsätzlich sorgt das Aufteilungsverbot dafür, dass ein deutlicher privater Anteil an teilweise betrieblich veranlassten Kosten, diese vollständig als Betriebskosten ausschließt.

Nun hat der Bundesfinanzhof eine deutlich steuerfreundliche Entscheidung möglich gemacht: „Steuerliche Absetzbarkeit von Dienstreisen mit Privatanteil verbessert“ weiterlesen

Neues Erbrecht seit dem 1. Januar 2010

Politisch war das neue Erbrecht umstritten. Doch schließlich gelang es einer großen Mehrheit im Bundestag und Bundesrat die neue gesetzliche Regelung beim Erbrecht für den 1.1.2010 wirksam zu machen. Die Neuregelung beim Erbrecht war dringend nötig, denn seit mehr als 100 Jahren haben sich die Rahmenbedingungen beim Erben so weit verändert, das man mit dem neuen Erbrecht endlich auf die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen reagiert hat. „Neues Erbrecht seit dem 1. Januar 2010“ weiterlesen

Rechtliche und steuerliche Aspekte der Wohnungsvermietung für Langzeiturlauber

Nicht alle finden den Winter toll und billiger könnte ein Langzeiturlaub im warmen Süden auch kommen. Denn bereits für deutlich unter 500 Euro bekommt man günstige Wohnungen mit viel Komfort auf den kanarischen Inseln oder im südlichen Asien. Voraussetzung ist natürlich, dass man für Jobzwecke nicht in der kalten Heimat bleiben muss. Dieses Privileg haben nicht nur die Rentner und Pensionisten, auch viele Internet-Worker, die für ihren Job nur einen regelmäßigen Netzzugang brauchen. Und den bekommt man weltweit, zur Not über ein Internet-Cafe. Von Frühling bis Herbst ist man dann wieder zu Hause.

Optimal wird eine solche Strategie, wenn man die eigene Wohnung (mit Möbeln, Strom und Heizung) während seines Langzeiturlaubs weiter vermietet. „Rechtliche und steuerliche Aspekte der Wohnungsvermietung für Langzeiturlauber“ weiterlesen

Neue Möglichkeiten für die Kapitalbeteiligung von Mitarbeitern an ihren Unternehmen?

Seit Jahrzehnten wird bemängelt, dass die Arbeitnehmer keine ausreichenden Möglichkeiten der Kapitalbeteiligung an ihren Unternehmen haben. Insbesondere bei den großen dominierenden Aktiengesellschaften befindet sich die Kapitalbeteiligung in den Händen relativ hoch vermögender Einzelpersonen oder von großen Kapitalgesellschaften. Das dies auch ein Nachteil in der Krise ist, wurde im letzten Jahr deutlich, als Opel kurz vor der Insolvenz stand. Durch Mitarbeiterbeteiligung könnte die Krise in vielen Unternehmen besser abgefedert werden. So forderte  das Mitglied des DGB-Bundesvorstandes Dietmar Hexel in einen Blogbeitrag für das Handelsblatt erneut, eine stärkere Beteiligung auch im Kapital, um die Mitbestimmung bei der Gestaltung der Firmenpolitik auf eine breitere Basis zu stellen.

Nun hat nach Meldungen in verschiedenen Medien Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine neue Idee in den Raum gestellt, um mittels steuerrechtlicher Förderung die Mitarbeiterbeteiligung an Kapitalgesellschaften nach vorne zu bringen. „Neue Möglichkeiten für die Kapitalbeteiligung von Mitarbeitern an ihren Unternehmen?“ weiterlesen

Immer noch Sozialtarife bei der Deutschen Telekom

Früher war das Telefonieren und die Telekommunikation ein Monopolbetrieb im alleinigen Staatsbesitz. Deshalb wurde es diesem Unternehmen zur staatlichen Auflage gemacht, günstige Sozialtarife für bestimmte Personengruppe anzubieten. Diese Tarifbesonderheiten gelten auch weiterhin, obwohl die Deutsche Telekom inzwischen privatisiert wurde und weite Teile des Aktienkapitals im privaten Streubesitz liegen.
Diese Tarifbesonderheiten gelten auch weiterhin, obwohl die Deutsche Telekom inzwischen privatisiert wurde und weite Teile des Aktienkapitals im privaten Streubesitz liegen. Damit ist die Deutsche Telekom der einzige Telekommunikationsanbieter, der Sozialtarife anbietet.

Allerdings gibt es nur Sozialtarife bei einem Festnetzanschluss, nicht für die weiteren Dienste wie Mobilfon oder Internet-Zugang. Den Sozialtarif kann beantragt werden, wenn der Kunde nachweisen kann, dass

• er von der Rundfunkgebührenpflicht befreit sind; dies gilt zum Beispiel für Arbeitslosengeld II- oder Sozialhilfe-Empfänger.
• er Ausbildungsförderung nach dem BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) erhält; dies gilt für viele Studenten, deren Eltern kein hohes Einkommen haben.
• sprachbehindert, blind oder gehörlos ist und der Behinderungsgrad hier bei mindestens 90 Prozent liegt.

Der Nachweis erfolgt durch Vorlage der entsprechenden Bescheide. Die Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht bescheinigt die GEZ (Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten), bei der man dann aber auch angemeldet sein muss.

Der Sozialtarif der Deutschen Telekom soll diesen Personen eine grundlegende Nutzung des Telefons ohne hohe Kosten ermöglichen. Deshalb erhalten Sie von der Telekom ein Gesprächsguthaben pro Monat angerechnet; dieses liegt bei etwa 7 Euro pro Monat für BAföG-Empfänger und erhöht sich auf 9 Euro pro Monat für behinderte Kunden. Nicht genutzte Gesprächsguthaben verfallen am Ende des Monats und werden nicht übertragen.

Die gewährten Vergünstigungen sind nur nutzbar für selbstgewählte Standard-Telefonverbindungen ins In- und Ausland, die über das normale Telekom-Netz geführt werden. Für diese Verbindungen kann man also keine Call-by-Call-Vorwahlnummern nutzen. Ebenfalls ausgeschlossen sind Sondernummern und Anrufe in ein Mobilfunknetz. Für Kunden, die viel telefonieren, ist es deshalb möglicherweise günstiger einen Pauschaltarif bei der Telekom oder einem anderen Anbieter zu nehmen, der je nach Vertragsgestaltung auch eine Flat-Rate für den Internet-Zugang hat. Kunden, die eine Flatrate für den Internet-Zugang haben (z.B. über eine Flatrate im UMTS-Netz ) und eher weniger telefonieren, könnte das Angebot aber interessant sein.

Ergebnisse der Bundestagswahl im September auf den Kapitalmarkt

Wie bei jeder politischen Wahl wird der Ausgang der nächsten Bundestagswahl auch Auswirkungen auf die Börsen haben. Denn die politischen Konstellationen, die danach neu aufgebaut werden müssen, werden auch Auswirkungen auf Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik haben und diese Bereiche sind sehr entscheidend für die Handlungen der Käufer und Verkäufer auf Kapitalmärkten.
Insbesondere die großen deutschen Aktiengesellschaften werden durch unterschiedliche politische Konzepte in Berlin stark beeinflusst.

Die Meinungsforschungsinstitute favorisieren schon seit einigen Monaten eine schwarz-gelbe Koalition (CDU/CSU gemeinsam mit der FDP). Dies hängt wesentlich damit zusammen, dass beide Seiten schon länger eine strategische Partnerschaft anstreben und anderseits auch seit langen – wenn auch knapp – gemeinsam über 50 % Stimmanteil in den Umfragen haben. Als Alternative zu Schwarz-Gelb hätte allenfalls Rot-Rot-Grün (SPD gemeinsam mit Linkspartei und Grünen) die Option auf eine Mehrheit, doch insbesondere die SPD lehnt die Zusammenarbeit im Bund mit den Linken um Lafontaine und Gysi gegenwärtig noch ab. Somit wäre die einzige Alternative das „Weiter wie bisher“: große Koalition aus SPD und CDU/CSU.

Käme es aber (wie von den Meinungsforschern erwartet) zu einer schwarz-gelben Regierung, dann müssten in den Tagen nach der Bundeswahl die Aktienkurse von vielen deutschen Aktien nach oben gehen. Denn eine schwarz-gelbe Regierung würde möglicherweise (so die Erwartung von vielen ihrer Anhänger und Wähler) bestimmte Entscheidungen der letzten Jahre rückgängig machen bzw. nicht fortführen. Relevant ist das zum Beispiel bei den Energiekonzernen, die gerne ihre alten Atommeiler weiter betreiben würden. Bereits unter der rot-grünen Regierung von Gerhard Schröder wurden Ausstiegsszenarien vereinbart, die vor allem in den nächsten Jahren zu vielen Abschaltungen noch lauffähiger Atomkraftwerke führen müssten. Schwarz-Gelb könnte diese Gesetze zurücknehmen und damit die Profite und die Aktienkurse der Energiekonzerne nach oben bringen. Im Falle der Fortführung der Großen Koalition wäre der Effekt aber genau umgekehrt. Aus Enttäuschung über die zu erwarteten Abschaltungen der alten Atommeiler müssten die Kurse der Energiekonzerne fallen.

Diese „wirtschaftsfreundliche“ Sichtweise zu den wahrscheinlichsten Konstellationen nach der Bundestagswahl lässt sich generell auf den gesamten deutschen Aktienmarkt ausdehnen. Wie sich aus einer Analyse der Schweizer Bank UBS ergibt, wird in den Branchen Auto-Produktion, Chemie, Maschinenbau, Stahl, Kreditinstitute und Versicherung davon ausgegangen, dass ein schwarz-gelber Wahlsieg die Renditechancen verbessern. Bleibt die SPD an der Regierung, dann geht man von einer Ausweitung der Mindestlohnbereiche und einer zurückhaltenden Streichung bei Sozialleistungen aus; Gründe die beim normalen Anleger für Kaufzurückhaltung bei deutschen Aktien sprechen.

Hauptgrund für diesen generellen Auftrieb für deutsche Aktien ist das Steuer- und Sozialkonzept der FDP. Allerdings sollte man bei den Autoaktien berücksichtigen, dass diese infolge des Wegfalls der Abwrackprämie zunächst unter starken Nachfragerückgängen leiden werden.

Wenn die Prognosen der Meinungsforscher also eintreten, dann sollte man bereits gut im deutschen Aktienmarkt investiert sein. Allerdings lagen deren Prognosen in den letzten Jahren und Jahrzenten häufig daneben. Insbesondere bei den linken Parteien ist schwer einschätzbar, wie gut sie am Wahltag ihre Anhänger mobilisieren können. Die relativ hohe Wahrscheinlichkeit des „Weiter wie bisher“ erklärt auch, warum der Wahlkampf bisher noch kein allzu starkes Interesse hervorgerufen hat. Für Anleger, die bisher noch nicht investiert sind, bedeutet dies, dass sie ihre Entscheidung sehr kurzfristig treffen sollten.

Die Dividenden-Rendite bei der Geldanlagen-Strategie

Viele Anleger achten beim Kauf von Aktien nur auf die Möglichkeiten der Kurssteigerung. Dabei sind die Dividenden auch sehr wichtig, um den Wert der Aktienanlage zu bestimmen. Denn Aktiengesellschaften zahlen bei gutem Geschäft jährlichen einen Teil ihres Ertrages als Dividenden den Aktionären aus. Berechnet man diese mögliche oder wahrscheinliche Rendite in Bezug zum Kaufkurs der Aktien, dann ergibt sich daraus die Dividenden-Rendite. „Die Dividenden-Rendite bei der Geldanlagen-Strategie“ weiterlesen

Was tun, wenn 2010 die eigene Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt?

Während Ende letzten Jahres die Diskussion um die gesetzliche Krankenkasse von dem neuen Gesundheitsfond dominiert wurde, geht es Ende dieses Jahres darum, ob die gesetzliche Krankenkasse nächstes Jahr einen sogenannten Zusatzbeitrag erheben wird. Falls dies für viele Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse im nächsten Jahr relevant wird, können sie sich bereits jetzt überlegen, was sie denn im Falle eines Zusatzbeitrags tun können oder sollen. „Was tun, wenn 2010 die eigene Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt?“ weiterlesen

Strompreiserhöhungen 2010: Was kann man als Verbraucher tun?

Generell tendieren die Energie-Anbieter dazu, dass sie zum 1.1. eines Jahres den Preis ihrer Produkte den aktuellen Bedingungen anpassen. Deshalb ist der anstehende Stichtag 1.1.2010 auch der richtige Zeitpunkt, um zu prüfen, ob man nicht beim Strom einen günstigeren Anbieter finden kann. Zumal einige Anbieter bereits jetzt einen höheren Strompreis in Aussicht stellen: So geht also renommierte Verbrauchter-Portal der Tageszeitung „Welt“ davon aus, dass Millionen Verbraucher in 2010 mit deutlich höheren Strompreisen zu rechnen haben. Im gleichen Artikel wird aber aufgezeigt, dass viele regionale Anbieter den Strompreis senken.

Als Verbraucher wird man langfristig immer mit einer ähnlichen Situation konfrontiert sein: „Strompreiserhöhungen 2010: Was kann man als Verbraucher tun?“ weiterlesen

Ausweitung der Stipendien-Förderung für Studenten geplant

Teilweise halten die Proteste der Studenten gehen die Verschulung an den Hochschulen und die ungenügende Förderung der Ausbildung noch an, doch die Bundesregierung hat bereits angekündigt, dass ab dem Beginn des Wintersemesters 2010 die finanzielle Studenten-Förderung verbessert wird. Ab dem 1.10.2010 soll es mehr BAFÖG geben. Hiervon werden in erster Linie Studenten profitieren, deren Eltern kein so hohes Einkommen haben. Zugleich soll aber ein Stipendien-Programm gestartet werden, womit die finanzielle Basis für alle Studenten erweitert werden soll, deren Leistungen im oberen Bereich liegen. „Ausweitung der Stipendien-Förderung für Studenten geplant“ weiterlesen

Riester-Sparen: Antrag auf staatliche Zulagen nicht vergessen

Die staatlich geförderten Riester-Verträge werden hinsichtlich ihrer Rendite-Chancen sehr unterschiedlich eingeschätzt. Unstrittig hingegen ist, dass eine gute Rendite erst durch die staatlichen Zuschüsse zustande kommt. Dumm ist nur, dass viele den Antrag auf eine staatliche Zulage beim Riestern „vergessen“, und deshalb jedes Jahr viel Geld verlieren.

Vor ein paar Jahren entschloss sich die Politik unter Arbeitsminister Riester die private Vorsorge für das Alter zu fördern. Nur speziell zertifizierte Verträge sind für eine Riester-Förderung abschließbar. Bei ihnen soll das Risiko eines Zahlungsausfalls mit maximaler Sicherheit unterbunden werden. Gleichzeitig sind die Riester-Verträge so konzipiert, dass die Zahlungen in monatlichen Raten ab Beginn des Eintritts ins Rentenalter erfolgen. Klar ist, dass die Riester-Verträge durch diese einschränkenden Bedingungen hinsichtlich Chance und Risiko ausgewogener sind als andere Verträge. Allerdings könnte die Rendite der Riester-Verträge nicht mehr akzeptabel sein, „Riester-Sparen: Antrag auf staatliche Zulagen nicht vergessen“ weiterlesen

BGH unterschützt Verbraucher bei Gaspreis-Anpassungen

Der Gaspreis ist in den letzten Jahren schon häufig in der Diskussion gewesen, weil seine Festlegung alles andere als transparent ist. Viele Verbraucher haben daher sich regelmäßigen Erhöhungen beim Gaspreis widersetzt und eine Welle von Prozessen gegen die Gaspreis-Entwicklung in Gang gesetzt.

Nun ist den Verbrauchern vor dem Bundesgerichtshof (BGH) ein Erfolg geglückt.

Der BGH hat entschieden, dass Gaspreis-Anpassungen nach bestimmten Klauseln der Gasanbieter unwirksam sind. Insbesondere dann, wenn diese einseitig zur Anhebung beim Gaspreis berechtigen, ohne die Verbraucher bei Senkung ihrer Kosten durch Senkung beim Gaspreis in gleicher Weise Rechnung zu tragen. Die Verbraucher würden unangemessen benachteiligt, wenn die gasanbietenden Unternehmen nicht genauso schnell den Gaspreis absenken, wie sie ihn bei entsprechenden Kostenänderungen erhöhen könnten. Dieses Urteil bezieht sich auf Klauseln von einigen regional tätigen Anbietern, doch da die Klauseln von vielen Gasanbietern gegenüber ihren Verbrauchern eine ähnliche Gestaltung haben, ist dieses Urteil zum Gaspreis auch in vielen anderen Fällen für die Verbraucher relevant.

Interessenvertreter der Verbraucher – wie Mieterbund und Haus-Eigentümerverband – reagierten prompt auf das BGH-Urteil zum Gaspreis und forderten von den Gaslieferanten, die schnelle Gaspreis-Anpassung nach unten, denn in den letzten Monaten waren die Kosten für die Gasanbieter deutlich gefallen, ohne dass man dies am Gaspreis für den End-Verbraucher nachvollziehbar erleben durfte.

Der Gaspreis ist meist an den Ölpreis gekoppelt. Steigende Rohölpreise führen daher schnell zu einem steigenden Gaspreis, während der umgekehrte Prozess bei fallenden Rohölpreisen – wie in den letzten Monaten – kaum beobachtet werden konnte. Trotz eines gelegentlich leicht fallenden Gaspreises, dürften sich die Gestehungskosten für die Verbraucher kaum gegenüber dem Vorjahr geändert haben, auch wenn dies am Rohölmarkt ganz anders aussieht.

Es wird sich zeigen, ob in den kommenden Monaten für die Verbraucher die Gaspreis-Entwicklung besser als bisher verläuft. Insbesondere sollte der Verbraucher seinen Gaspreis im Auge behalten und jeweils vergleichen, wie die Preisentwicklung beim Gaspreis bei anderen Energieanbietern verläuft. Ein zu hoher Gaspreis sollte die Verbraucher motivieren, über einen Wechsel des Energieanbieters nachzudenken.

Was bedeutet der aktuell sehr hohe Goldpreis für die Geldanlage-Strategie?

Gegenwärtig bricht der Goldpreis alle Rekorde. Das „Krisenmetall“ ist in aller Munde und viele Geldanleger überlegen sich, ob sie nicht auch bedeutende Teile ihres Depots in „echtes Geld“- also Gold- überführen sollten. Schließlich gehen manche davon aus, dass der Goldpreis schon bald auf über 3.000 – 5.000 Dollar je Feinunze ansteigen könnte.

Nachdem sich der Preis des Goldes seit Beginn der Wirtschaftskrise verdoppelt hat, wäre dies erneut eine Verdoppelung bis Vervierfachung. Allerdings zeigt ein Langfristchart über viele Jahrzehnte auch, dass extreme Schwankungen beim Goldpreis nicht ungewöhnlich sind. Gold ist eine Krisenwährung und wenn das Bewusstsein über die Krise und die Angst vor dem Absturz wieder abnimmt, dann könnte der Goldpreis durchaus auch halbiert werden oder noch stärker sinken. Auch die gegenwärtig schon gut gehandelten Standard-Papiere an den Weltbörsen zeigen auf, dass das Krisenbewusstsein und die Angst abnehmen.

Ein Grund für den sehr hohen Goldpreis ist auch in der Schwäche des Dollars zu sehen. Gold wird international immer in der Standard-Weltwährung gehandelt und wenn diese schwach ist, dann steigt der Goldpreis und umgekehrt. Deshalb sind die Preissteigerungen beim Gold schon nicht mehr so ausgeprägt, wenn man den Kurs des Goldes in Euro zeichnet.

Der Hauptgrund für den rasant steigenden Goldpreis ist auch in der Politik der Notenbanken zu sehen. So will die chinesische Zentralbank ihre Abhängigkeit vom Dollar reduzieren. Auch andere Länder geben Dollarbestände ab und kaufen dafür Gold. Schließlich sind es zusätzlich noch große Privatanleger, die ihre Depots teilweise in Gold umtauschen.

Meine Einschätzung der Situation ist, dass die gegenwärtige Diskussion um den Goldpreis im Laufe des nächsten Jahres zurückgehen wird, weil immer mehr der Pessimismus durch Optimismus bei der Geldanlage ersetzt wird. Gold im Depot bringt keine Zinsen und daher könnten bereits moderate Zinssteigerung und weiter leicht ansteigende Börsenkurse für Umschichtungen in Depots und in den Politiken der Zentralbanken sprechen, die den Goldpreis wieder in den Bereich der früheren Preiszonen zwischen 300 und 600 Dollar zurückbringt. Anleger, die jetzt eingestiegen sind, müssten dann lange warten, um auf das gegenwärtige Niveau zurückzukommen. Wer Angst um sein Geld hat, der hat noch andere Geldanlagemöglichkeiten, die mit Sicherheit verbunden sind. Beispielsweise Immobilien, die man selbst nutzt oder vermietet, möglichst in Gebieten, die über gute Verkehrsanbindungen und gute Infrastruktur verfügen.