Mindestlöhne müssen kontrolliert werden

Mindestlöhne werden immer relevanter in Deutschland. Zwar gibt es bis jetzt noch keinen flächendeckenden Mindestlohn für Deutschland, doch per allgemeingültigen Tarifvertrag werden immer mehr Branchen durch Mindestlöhne reguliert. Doch Mindestlöhne müssen auch kontrolliert werden, wie eine Untersuchung der Bundesregierung jetzt aufzeigt.

Mindestlöhne müssen kontrolliert werden
Mindestlöhne müssen kontrolliert werden

Demnächst gibt es Mindestlöhne nicht nur auf dem Bau oder in der Pflegebranche sondern auch bei den Friseuren. Weitere Branchen bereiten sich vor und nach der nächsten Bundestagswahl könnte eine neue Bundestagmehrheit sogar einen flächendeckenden Mindestlohn einführen. Allerdings zeigt eine neue Untersuchung der Bundesregierung zu Mindestlöhnen, dass die Arbeitgeber oft die Mindestlöhne nicht beachten und ihren Mitarbeitern niedrige Löhne auszahlen. Diese könnten sich dagegen juristisch wehren, doch das werden sie wohl kaum machen können, wenn sie ihren Job behalten wollen. Die Praxis der Nichteinhaltung der tarifvertraglich allgemeingültig festgelegten Mindestlöhne spricht nicht nur für einen allgemeinen Mindestlohn (weil dieser transparenter zu prüfen ist), sondern auch für mehr Kontrollen in Betrieben und Verwaltungen.

Doch Kontrollen sind aufwendig. Kompliziert sind sie auch, weil die gegenwärtigen Mindestlöhne sehr unterschiedlich nach Regionen und Branchen ausfallen. Außerdem können die Arbeitgeber die Mindestlöhne dadurch unterlaufen, dass sie ihre Mitarbeiter länger unbezahlt arbeiten lassen, als dies im Arbeitsvertrag vorgesehen ist. Beliebt ist auch die Methode, die Mitarbeiter als Scheinselbstständige zu beschäftigen, bei denen dann die Regeln der Tarifverträge nicht angewandt werden können.

Ob allerdings mehr Kontrollen und die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns ausreichen, um die Arbeitgeber zu motivieren, sich an die Gesetze zu halten, kann bezweifelt werden. Schließlich werden im Falle einer vertragswidrigen Arbeitsgestaltung praktischerweise nur geringe Geldbußen fällig. Da kann sich jeder Arbeitgeber leicht ausrechnen, dass es für ihn billiger wird, wenn er für die geringe Wahrscheinlichkeit einer Kontrolle eine kleine Rücklage bildet. Ändern könnte sich diese betriebswirtschaftlich nachvollziehbare Arbeitgebersicht auf Mindestlöhne, wenn die Chefs im Falle einer Unterlaufung des Mindestlohns mit einer Gefängnisstrafe rechnen müssten. Das zeigen auch die Reflexionen, die andere im Falle der gekauften Steuer-CDs zu Selbstanzeigen motiviert hat.

Bildnachweis: © Marco2811 – Fotolia.com

Goldpreis fällt, Krisenstimmung verschwindet, DM im Aufschwung

Gold ist ein guter Krisenindikator, denn der weltweit einheitliche Preis des Goldes zeigt an, wie Geldanleger die Zukunft des Papiergeldes und die Aussichten der Wirtschaft einschätzen. Schaut man sich den Verlauf des Goldkurses der letzten Jahre an, dann ist gegenwärtig ein sehr starker Trend nach unten zu beobachten. „Goldpreis fällt, Krisenstimmung verschwindet, DM im Aufschwung“ weiterlesen

Offshore-Leaks: Steueroasen transparent gemacht

Steueroasen waren bisher ein unlösbares Problem für die Politik. Gut betuchte Bürger und gut finanzierte Unternehmen nutzen Steueroasen (Länder oder Regionen mit niedriger oder gar keiner Besteuerung), um ihre Gewinne vor den einheimischen Finanzämtern in Sicherheit zu bringen. Nun ist es Journalisten gelungen, in die gemeine Welt der Steueroasen einzutauchen und hier für mehr Transparenz zu sorgen. „Offshore-Leaks: Steueroasen transparent gemacht“ weiterlesen

Zypern-Eurorettung: einzigartig oder Modell-Fall

Zypern ist nicht das einzige Land in Euro, das durch eine aufgeblasene Finanzindustrie gekennzeichnet ist. Beliebt ist bei den Deutschen nach wie vor das kleine Nachbarland Luxemburg, wenn man Geld vor dem deutschen Finanzamt in Sicherheit bringen will. Doch die Zypern-Eurorettung wirft die Frage auf, ob man denn zukünftig noch von einer sicheren Geldanlage ausgehen kann, wenn man seine Euros in einem Land parkt, das sich durch eine aufgeblasene Finanzindustrie auszeichnet. „Zypern-Eurorettung: einzigartig oder Modell-Fall“ weiterlesen

Zypern-Sanierung stellt europäischen Anlegerschutz in Frage

Zypern ist pleite und muss von Europa gerettet werden. Doch die europäischen Retter haben sich zu einem Schritt entschlossen, der bisher einmalig ist. Durch eine Sonderabgabe auf Sparguthaben in Zypern soll die Rettung des Inselstaates mitfinanziert werden. Doch eine solche Sonderabgabe auf Sparguthaben stellt den europäischen Anlegerschutz in Frage. „Zypern-Sanierung stellt europäischen Anlegerschutz in Frage“ weiterlesen

Finanztransaktionssteuer auf europäische Wertpapiere

Europa soll entschlossen vorangehen, wenn man mit Hilfe einer weltweit wirksamen Finanztransaktionssteuer der übertriebenen Börsenspekulation Paroli bieten will. Nicht nur in Europa, sondern weltweit soll nach Plänen der Europäischen Kommission eine Finanztransaktionssteuer erhoben werden, wenn mit europäischen Wertpapieren gehandelt wird.

Finanztransaktionssteuer auf europäische Wertpapiere
Finanztransaktionssteuer auf europäische Wertpapiere

Hinter diese Forderung einer Anti-Zocker-Steuer soll sich jetzt die Europäische Kommission gestellt haben, meldet die Süddeutsche Zeitung. Durch eine europäische Finanztransaktionssteuer würden endlich die Verursacher der Finanzkrise auch an der Bewältigung der Finanzkrise beteiligt. Die Idee einer Finanztransaktionssteuer ist einfach zu bestimmen, aber politisch schwer umzusetzen.

Immer dann, wenn ein Finanzprodukt (eine Aktie, eine Anleihe oder ein Optionsschein) gehandelt wird, soll ein bestimmter Prozent- oder Promillesatz des Umsatzes als Finanztransaktionssteuer fällig werden. Nach dem neuen Konzept einer europäischen Finanztransaktionssteuer würde diese immer dann fällig, wenn mit einem europäischen Wertpapier gehandelt wird. Verkauft beispielsweise eine amerikanische Bank in Japan eine französische Staatsanleihe, dann würde den für diese Transaktion vorgesehene Steuersatz in Europa fällig. Die Bank müsste an den französischen Staat Steuern abführen, obwohl sich keiner der Beteiligten im europäischen Rahmen bewegt hat. Es ist klar, dass die Umsetzung dieser neuen Art von Finanztransaktionssteuer schwerwiegende weltpolitische Probleme nach sich ziehen kann.

Allerdings könnte eine europäische Finanztransaktionssteuer auf diese Weise viele Milliarden Euros in die europäischen Staatssäckel spülen, Geld was hier sehr dringend gebraucht wird, um die Nachwirkungen der Finanzkrise zu bewältigen. Dabei soll der Prozent- oder Promillesatz der Finanztransaktionssteuer so gering eingestellt werden, dass er nachhaltige und langfristig angelegte Finanztransaktionen nicht beeinträchtigt. Lediglich sehr kurze und wenig nachhaltige (oder nicht langfristig geplante) Finanztransaktionen sollen durch die neue europäische Finanztransaktionssteuer eingedämmt werden.

Bildnachweis: © T. Michel – Fotolia.com

Euro: Europäische Zentralbank verzichtet auf Einfluss

Einfluss auf den Wechselkurs der eigenen Währung ausüben, damit kann man Konjunktur und Geldwert beeinflussen. Während die USA, Japan, Großbritannien und viele andere Länder diesen Einfluss auf die eigene Währung gerne nutzen, verzichtet die Europäische Zentralbank auf diese Politik. Ein weiterer Höhenflug des Euro scheint vorprogrammiert. „Euro: Europäische Zentralbank verzichtet auf Einfluss“ weiterlesen

Gold ist eine sehr riskante Geldanlage

Für viele Geldanleger ist Gold die Antwort auf die Frage nach der Sicherheit der Geldanlage. Doch angesichts eines sehr stark schwankenden Preises von Gold sollte auch klar sein, dass Gold eine sehr riskante Geldanlage ist. Außerdem ist Gold als Geldanlage recht unpraktisch, man muss überlegen, wo man Gold sicher aufbewahrt, um nicht vom Totalverlust durch Diebstahl überrascht zu werden. „Gold ist eine sehr riskante Geldanlage“ weiterlesen

Strompreise steigen nur moderat in den nächsten Jahren

Die zukünftige Preisentwicklung für Strom wird von denen als stark ansteigend erwartet, die es bedauern, dass nach und nach die Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen. Doch diese Energiewende enthält auch erhebliche Faktoren gegen das rasante Ansteigen der Strompreise.

Strompreise müssen nicht übermäßig steigen
Strompreise müssen nicht übermäßig steigen

Trotz Energiewende (Rückbau von Atomkraftwerken und steuerliche Förderung der alternativen Energiequellen) muss der Strompreis in den nächsten Jahren nicht rasant ansteigen. Zukünftige Preisanhebungen beim Strom sind nicht allein auf die Energiewende in der Form des Verzichts auf Atomstrom zurückzuführen, denn der Verzicht auf Atomstrom hat nur niedrigen Anteil an den steigenden Stromkosten. Problem ist eher, dass es gegenwärtig zu wenig Wettbewerb zwischen den großen Stromkonzernen gibt und daher sei es nicht verwunderlich, dass es beim Strompreis bisher nur eine Richtung gab.

Die Energiewende durch den Ausbau erneuerbarer Energiequellen sorgt schließlich auch für eine breitere Basis bei der Stromerzeugung, also für mehr Wettbewerb. Dieser Effekt kann sich preisstabilisierend auswirken. Allerdings werden gegenwärtig und zukünftig die Strompreise deutlich stärker anstiegen als die normale Preisentwicklung. Es hängt auch von den Verbrauchern ab, wie sie mit steigenden Strompreisen umgehen. Kaum die Hälfte der Verbraucher hat sich bisher die Mühe gemacht zu prüfen, ob den der gewohnte Stromlieferant überhaupt besonders günstige Angebote hat.

Auf dem Strommarkt gibt es viele Anbieter mit sehr unterschiedlichen Angebotsvarianten. Stromkunden, die gerne ökologisch einkaufen, werden hier genauso berücksichtigt, wie Stromkunden, die nur den günstigsten Preis zahlen wollen. Man muss sich aber als Verbraucher der Mühe unterziehen und über Internetquellen zu Stromanbietern nach einer Alternative suchen und diese zeitnah umsetzen. Die Formalitäten beim Wechsel werden von dem neuen Stromlieferanten gering gehalten. Die nahtlose Stromversorgung ist dem wechselwilligen Verbraucher garantiert.

Bildnachweis: © CommanderH – Fotolia.com

Markets

Schärfere Regelungen für Ratingagenturen in der Europäischen Union

Ratingagenturen sollten die Bonität von Staaten und Unternehmen treffend bewerten. Ratingagenturen sorgten während der letzten Finanzkrise für Ärger. Allzu schnell wurden schlechte Bewertungen ausgeteilt und verschärften die Krise. Nun hat sich die Europäische Union auf schärfere Regelungen für Ratingagenturen festgelegt. Die Arbeit der Ratingagenturen soll transparenter und berechenbarer werden. „Schärfere Regelungen für Ratingagenturen in der Europäischen Union“ weiterlesen

Köderwerbung mit Gewinnen: Verbot für Europa

Jeder kennt Köderwerbung mit Gewinnen aus seinem Briefkasten. Angeblich hat man einen tollen Preis gewonnen, viel Bargeld oder eine schöne Reise. Doch an den Gewinn kommt man nur, wenn man Geld für Zusatzangebote bereitstellt. Das ist dann weg und an den Gewinnköder ist auch schwer zu kommen. Nun hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg solche Köderwerbung als verboten gekennzeichnet. „Köderwerbung mit Gewinnen: Verbot für Europa“ weiterlesen

Strom aus erneuerbarer Energie ist nicht umsonst zu bekommen

Deutschland ist weltweit führend, wenn es um Strom aus erneuerbarer Energie (Sonnenenergie, Windkraft usw.) geht. Möglich wird dies durch eine umfangreiche Subventionierungspolitik, bei denen jeder Hausbesitzer zum Stromlieferanten werden kann. Doch der Strom aus erneuerbarer Energie ist nicht umsonst, weil die Kosten hierfür vom Verbraucher zu zahlen sind. „Strom aus erneuerbarer Energie ist nicht umsonst zu bekommen“ weiterlesen

Altersvorsorge und Sparen verliert in Deutschland an Akzeptanz

Die Deutschen gelten international als Sparweltmeister, zumal sie gerne von anderen Ländern wie Griechenland mehr Sparanstrengungen verlangen, um die Euro-Krise zu überwinden. Doch eine neue Studie der Postbank zeigt auf, dass bei den Deutschen die Bereitschaft zum Sparen und zur Altersvorsorge auf Geldbasis deutlich im Abwind ist. „Altersvorsorge und Sparen verliert in Deutschland an Akzeptanz“ weiterlesen

Streik der Flugbegleiter verschärft sich

Beliebt sind Streiks bei Fluggesellschaften nicht. Die Mitarbeiter von Fluggesellschaften gelten als privilegiert, schließlich kommen sie viel rum in der Welt und bekommen sogar Geld für diese Arbeit. Doch wenn sich die betroffenen Flugpassagiere den gegenwärtigen Streik der Flugbegleiter am Hauptflugstandort Frankfurt anschauen, dann wird auch viel Verständnis für die Streikziele der Flugbegleiter deutlich. „Streik der Flugbegleiter verschärft sich“ weiterlesen