Das PR-Debakel der PR-Beraterin

PR steht für Public Relation, also für Werbung, die öffentliche Aufmerksamkeit in optimaler Weise auf ein Produkt lenkt. Diese Woche sollte für Bettina Wulff der Höhepunkt einer PR-Kampagne für ihr neues Buch werden. Doch Frau Wulff sagt praktisch alle Termine zur Buchpräsentation ab, die PR-Beraterin erlebt ein PR-Debakel.

PR-Beraterin-Bettina-Wulff-Ausriss-Wikipedia

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Bettina Wulff ist laut Wikipedia PR-Beraterin. Bekannt wurde Frau Wulff als Ehefrau des unglücklich agierenden Bundespräsidenten Christian Wulff. Dessen Öffentlichkeitsarbeit oder PR war sogar dermaßen erfolglos, dass er sich zu einem sehr vorzeitigen Rücktritt aus dem Amt des Bundespräsidenten genötigt sah. Viele fragten sich damals, wie denn ein Bundespräsident dermaßen ungeschickt PR betreiben kann, wenn er so eine taffe PR-Beraterin an seiner Seite hat. Für diese Frage braucht man jetzt keine Antwort mehr zu suchen.

Seit Wochen ist Frau Wulff in aller Munde, einerseits weil sie ein Buch ankündigt und bewirbt, das ihre Zeit an der Seite des Bundespräsidenten Christian Wulff auf spannende Weise wiedergeben soll: Jenseits des Protokolls; anderseits hat sie sich entschlossen, in aller Öffentlichkeit mit Gerüchten aufzuräumen, die sie mit dem Rotlicht-Milieu in Verbindung gebracht haben. Klageandrohungen gegen Günther Jauch und die Suchmaschine Google fanden eine breite Resonanz in den Medien und wären normalerweise geeignet, den Buchverkauf und das öffentliche Interesse an der Autorin anzukurbeln, doch dies scheint nicht so recht gelungen zu sein.

Frau Wulff hat möglicherweise genau wie ihr Mann unterschätzt, welche Wirkung von Internet-Plattformen ausgehen kann, die ungefiltert die Meinung von ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern zum Ausdruck bringen können. Diesmal ist es der Buchverkäufer Amazon, der das PR-Debakel der PR-Beraterin offenkundig werden lässt. Bei Amazon können nämlich die (echten oder vermeintlichen) Leser eines Buches frei und unredigiert ihre Meinung publizieren. Hier zeigt sich schnell, ob man ein Buch als interessant und provokativ oder als langweilig, egozentrisch oder als Griff nach dem schnellen Geld einschätzt. Zu „Jenseits des Protokolls“ werden die Amazon-Buchkritiker doch sehr deutlich, wie man auch an folgendem Ausriss aus der Amazon-Webseite zum Buch der PR-Beraterin erkennen kann.

Amazon-Ausriss-Webseite-zum-Bettina-Wulff-Buch

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Es ist aussergewöhnlich, dass ein Buch wenige Tage nach Erscheinen bereits 700 Negativ-Rezensionen bekommt. Noch aussagekräftiger für das PR-Debakel sind die Schlagworte, die die Nutzer von Amazon mit dem Buch verbinden (siehe oberen Teil des Webseiten-Ausrisses): z.B. Geltungssucht, niveaulos.

Frau Wulff will ihre geplante PR-Kampagne nicht fortsetzen, wie etliche Medien melden. Doch was sind die Gründe für das PR-Debakel der PR-Beraterin? PR bedeutet Public Relation, kann also wörtlich mit „öffentliche Beziehungen“ übersetzt werden. PR ist deshalb mehr als Werbung, weil bereits in dem Begriff der kommunikative Aspekt betont wird. Man kann also mit PR nur erfolgreich sein, wenn man seine Botschaft auf überzeugende Weise kommunikativ vermitteln kann. Und dies ist hier deshalb nicht gelungen, weil die Öffentlichkeit bei der Buchkampagne Ernsthaftigkeit vermisst. Das ernste und berechtigte Anliegen von Frau Wulff, nicht durch Gerüchte in ihrer Ehre eingeschränkt zu sein, wird von der Öffentlichkeit als Mittel verstanden, ein nicht unbedingt überzeugend geschriebenes Buch zu vermarkten. PR kann als Werbung nur funktionieren, wenn man ihr die Werbung nicht anmerkt.

Bildnachweise: Ausriss von Webseiten; abgerufen am 17.9.2012

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