Altersvorsorge und Sparen verliert in Deutschland an Akzeptanz

Die Deutschen gelten international als Sparweltmeister, zumal sie gerne von anderen Ländern wie Griechenland mehr Sparanstrengungen verlangen, um die Euro-Krise zu überwinden. Doch eine neue Studie der Postbank zeigt auf, dass bei den Deutschen die Bereitschaft zum Sparen und zur Altersvorsorge auf Geldbasis deutlich im Abwind ist.

Altersvorsorge und Sparen verliert in Deutschland an Akzeptanz
Altersvorsorge und Sparen verliert in Deutschland an Akzeptanz

Die Postbank-Studie zur Altersvorsorge der Deutschen ist deshalb interessant, weil die Postbank nicht zum ersten Mal eine entsprechende Repräsentativ-Befragung der Deutschen zum Thema Sparen durchgeführt hat. So kann man aus der aktuellen Studie entnehmen, dass die Bereitschaft der Deutschen, sich für die private Altersvorsorge zu engagieren, deutlich abgenommen hat. Dies trifft vor allem die Geldformen der Altersvorsorge (Lebensversicherungen, langfristige Geldanlagen und auch Riester-Rentenverträge). Die Akzeptanz von Geldanlagen in Sachwerten (hier ist besonders an Häuser und Eigentumswohnungen zu denken) ist hingegen eher gestiegen als gefallen.

In diesen Ergebnissen drückt sich auch die Skepsis der Deutschen gegenüber ihrer Währung aus. Der Euro hat noch lange nicht das Ansehen der DM und wird dies wohl auch nicht mehr erreichen können, zumal viele Experten das Ende des Euros eher mittel- als langfristig prognostizieren. In Geld möchte man nicht so gerne Altersvorsorge betreiben, die monatlichen Sparbeträge hierfür sind in den letzten Jahren deutlich gefallen, ein dramatischer Effekt, wenn man bedenkt, dass jeder Euro, der heute gespart, wird bereits durch die Inflation eine gewisse Reduzierung erfahren hat. Besonders wenig Freunde findet die Altersvorsorge bei jüngeren Menschen; diese glauben daran, dass sie schon genug für die Altersvorsorge tun, obwohl nach den bisherig gültigen Rentenformeln sehr viele aus dieser Altersgruppe kaum ein Rente erwarten können, die auch nur in etwa das Existenzminimum sichert.

Interessant ist die Postbank Studie zur Altersvorsorge auch, wenn man sie in den Zusammenhang der gegenwärtigen politischen Diskussion um Zuschussrente bringt. Die Deutschen halten nichts von einer gesetzlichen Pflicht zur privaten Altersvorsorge, sie würden es aber befürworten, wenn es eine pflichtgemäße betriebliche Altersvorsorge geben würde.

Altersvorsorge als Pflicht für Arbeitnehmer und Arbeitgeber hat also eine hohe Akzeptanz. Eine solche Altersvorsorge gibt es aber schon länger im Angebot der gesetzlichen Sozialversicherung: die Rentenversicherung. Die Studie der Postbank liefert eher Argumente für diejenigen Politiker, die für eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung eintreten.

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