Appell von Wirtschaftsexperten in der Euro-Krise

Europa, die Euroländer und Deutschland stehen vor einer schwierigen Situation. Immer mehr Zweifel kommen auf, ob die gegenwärtige Strategie der Regierungen ausreichend ist, um die Finanz- und Schuldenkrise in Europa in den Griff zu bekommen. Nun schlägt ein Kreis renommierter Wirtschaftsexperten einen Schuldentilgungsfond vor, um Europa und den Euro aus der Krise zu führen.

Appell von Wirtschaftsexperten in der Euro-Krise

Appell von Wirtschaftsexperten in der Euro-Krise

Diese international anerkannten Ökonomen halten nichts von der Idee, die Griechen aus dem Euro zu drängen, um die Krise in den Griff zu bekommen. In einem Gutachten zur europäischen Schuldenkrise bringen sie andere Ideen ein, um gemeinsam die europäische Währung gegen Spekulation zu verteidigen. Zu dem Kreis der Experten, die zu einer stärker solidarischen Lösung der Währungskrise raten, gehören auch zwei deutsche Mitglieder des Sachverständigenrates.

Die Experten sehen einen Ansatzpunkt zur Überwindung der Eurokrise in einer gemeinsamen Anstrengung die Altlasten an Schulden abzutragen. Die europäischen Rettungsschirme seien trotz geplanter Ausweitung nicht geeignet, die Schuldensituation in vielen europäischen Ländern zu lösen. Ein langfristig angelegter Schuldentilgungsfond könnte hingegen die Verschuldung in allen europäischen Ländern auf ein erträgliches Niveau zurückführen und damit wieder mehr Vertrauen in den Euro bringen. Ein solcher Schuldentilgungsfond könnte alle Staatsschulden aufnehmen, die oberhalb eines bestimmten Prozentsatzes vom Bruttosozialprodukt der jeweiligen Volkswirtschaft liegt. Für diese zu tilgenden Schulden würde dann eine gemeinsame Haftung die Spekulation abwehren, dass die einzelnen Euro-Länder nach und nach aus dem Verbund aussteigen müssen.

Es wird sich zeigen, ob dieser Vorschlag von international renommierten Experten die Politik der europäischen Regierungen beeinflusst. Auf den internationalen Finanzmärkten könnte bei der Umsetzung des Schuldentilgungsfonds der Eindruck vermittelt werden, dass die europäischen Staaten zusammenhalten, um gemeinsam die Finanzkrise durchzustehen. Ein gemeinsamer Fond, der große Teile der Schulden übernimmt und für den eine gemeinsame Verantwortung vorliegt, könnte ein Element sein, um diesen nachhaltig solidarischen Eindruck auf den Finanzmärkten wirksam zu machen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Zinsentwicklung in Europa noch weiter auseinander treibt. Wenn viele hoch verschuldete Staaten (wie Spanien oder Italien) immer mehr Zinsen für ihre Refinanzierung zahlen müssen, dann entsteht schnell der Eindruck, dass diese Länder anscheinend zahlungsunfähig sind und aus dem Euro ausscheiden müssen. Dieser Dominoeffekt hätte verheerende Konsequenzen für die gesamte Eurozone, auch für Länder wie Deutschland, die bisher als stabil gelten.

Bildnachweis: © Markus Witt – Fotolia.com

Wirtschaft

Sie können Sie einen Kommentar hinterlassen or unseren Feed abonnieren, wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat.

Einen Kommentar schreiben

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld)