Einweg verdrängt Mehrweg

Vor Jahren waren sie der Renner in der Öko-Diskussion: Mittels Pfandabgabe auf Einweg-Verpackungen (z.B. Einweg-Flaschen für Wasser) sollten die Verbraucher motiviert werden, mehr Mehrweg-Verpackungen (z.B. Glasflaschen für Bier und Getränke) zu verwenden. Doch nun zeigt sich nach einer Untersuchung des Umweltbundesamtes zur Verpackungsverwendung, dass das Pfand dazu geführt hat, dass Einweg- den Mehrweg verdrängt.

Fragt man Verbraucher, ob die Getränke-Verpackung, die sie im Einkaufskorb haben, Einweg- oder Mehrweg-Verpackungen sind, dann ist oft Stirnrunzeln die Folge: Viele denken, dass dort, wo Pfand verlangt wird, auch Mehrweg-Verpackungen verwendet werden. Schließlich müsste man ja die Flaschen am Automaten abgeben und dahinter stehen bestimmt Container, die die Getränkeverpackungen zum Produzenten bringen, damit er sie neu abfüllen kann. Doch diese Sicht auf die Getränke-Verpackungen ist fehlerhaft: Pfand hat mit Einweg oder Mehrweg nichts zu tun.

Die oben verlinkte Untersuchung des Umweltbundesamtes zeigt klar auf, dass Einwegflaschen auf Kunststoffbasis die Mehrweg-Flaschen und die umweltfreundlichen Getränkekarton vom Markt verdrängen. Der Anteil von Mehrweg-Verpackungen gehe 2010 erneut zurück. 2009 lag der Anteil der Mehrweg-Verpackungen nur knapp über 50 % und liege damit deutlich von der Zielmarke 80 % entfernt. Zwar seinen Einweg-Flaschen auf Glas- oder Dosen-Basis nicht mehr so stark vertreten wie früher, aber dies sei durch deutliche Wachstumsraten bei Einweg-Verpackungen auf Kunststoffbasis kompensiert worden.

Man kann dies leicht nachvollziehen, wenn man im Supermarkt nach Sprudel Ausschau hält. Wo früher Mehrweg-Glasflaschen dominierten, findet man heute Einweg-Plastikflaschen, die zwar nur gegen Pfand angegeben werden, die aber nicht mehrfach verwendbar sind.

Manche kommen nun auf die Idee, durch bessere Kennzeichnung (Einweg bzw. Mehrweg steht fett auf der Flasche) würden die Verbraucher motiviert, wieder mehr Mehrweg-Verpackungen zu verwenden. Andere bezweifeln dies und fordern stattdessen, dass man für Einweg-Verpackungen eine zusätzliche Abgabe erheben sollte. Schließlich motiviere in einer Marktwirtschaft nichts besser als der Preis.

Wirtschaft

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