Euro übersteht die ersten 10 Jahre

10 Jahre ist es her, seit der Euro in Europa eingeführt wurde. Anfangs gab es Jubelrufe (angesichts schneller Kursgewinne gegenüber dem Dollar-Raum) und Kritik, weil angeblich die Preise stark gestiegen waren (Euro=Teuro). Dann wurde es ruhiger um den Euro, die Kursgewinne gegenüber dem Dollar-Raum kehrten sich um und die meisten erfreute es sehr, dass sie im benachbarten Ausland nun mit eigener Währung rechnen und zahlen konnten.

Der Euro wäre heute trotz 10-Jahres-Jubiläum also kein Thema mehr, wenn es nicht seit 2008 eine Vielzahl von Geld- und Währungskrisen gegeben hätte. International erfolgreiche Banken (wie Lehman oder mehrere deutsche Landesbanken) und ganze Volkswirtschaften wie Island und Griechenland gerieten in finanzielle Schieflagen. Deshalb wurden Videos wie das folgende vom Bundesfinanzministerim notwendig, die den Euro-Nutzern mit einfachen Formeln die Angst um ihr Geld nehmen wollen:

Die Ursachen der Geld-bestimmten Krisen sind vielfältig und haben nur am Rande mit dem Euro zu tun. Generell können einzelne Wirtschaftssubjekte (wie Banken oder andere Unternehmen) oder ganze Volkswirtschaften (wie Griechenland) in eine Krise geraten, wenn der Geldumlauf nicht mehr dem tatsächlichen Waren- und Güterkreislauf entspricht. Wenn die Konsumenten über mehr Geld verfügen können, als ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit entspricht, dann könnten die Produzenten motiviert sein, für eine gewisse Zeit Waren oder Dienstleistungen zu produzieren, die nicht mehr bezahlt werden können. Ob man die zwangläufig entstehende Krise als Überproduktions- oder Unterkonsumtionskrise ansieht, ist nicht nur eine Frage der Perspektive und hat auch Einfluss auf die Lösungsstrategie.

Für den Euro sind diese Überlegungen nur insofern relevant, als er einerseits eine Einheitswährung ist, anderseits aber die Wirtschaftspolitik in den einzelnen Euro-Ländern nicht nach einheitlichen Prinzipien erfolgt. So lange man diesen Widerspruch nicht auflösen will oder kann, wird der Euro weiter in der Krise bleiben bzw. es nur ein Frage der Zeit sein, bis sein unrühmliches Ende unvermeidlich eintreten wird.

Für den Euro-Besitzer (sei er Sparer, Geldanleger oder Angst-Käufer von Gold) gibt es dummerweise gegenwärtig wenig gute Tipps, wie er mit der Krise umgehen kann. Umtausch in andere Geldformen (Fremdwährungen wie US-Dollar oder Schweizer-Franken) sind genauso riskant wie Sachwert-Käufe (Immobilien oder Gold), wenn man sich für Sachwerte entscheidet, die angesichts der Krisenangst immer noch oder zunehmend stärker deutlich überteuert sind. Auch die Anlage in langfristige Festzinsgeldanlagen mit niedriger Verzinsung kann nicht empfohlen werden, weil ein Überleben des Euros auch in den nächsten 10 Jahren nur vorstellbar erscheint, wenn es eine deutliche Inflationstendenz zu akzeptieren gilt. Daraus leiten dann auch viele Profis den einfachen (aber schwierig umsetzbaren) Tipp ab: Nichts unternehmen, langfristige Bindungen meiden und aktuelle Trends stets genau im Auge behalten. Denn ist es auch nicht auszuschließen, dass ein ramponierter Euro noch viele Jahrzehnte uns erfreuen wird.

Wirtschaft

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