Europäische Zentralbank enttäuscht die Märkte

Mehrfach wurde in den letzten Tagen angekündigt: Es werde „alles“ unternommen, um den Euro zu retten. Große Erwartungen wurden in die Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank gesetzt, endlich sollte klar werden, wie man mit einem unbeschränkten Kauf von Staatsanleihen der gefährdeten Euroländer in den Markt eingreifen will. Doch die Reaktion der Finanzmärkte ist durch Enttäuschung geprägt.

Europäische Zentralbank enttäuscht die Märkte
Europäische Zentralbank enttäuscht die Märkte

Tagelang hatte man darüber spekuliert, dass die Europäische Zentralbank endlich eingreift und durch beherzten Einkauf von Staatsanleihen verhindert, dass Euroländer wie Spanien untragbar hohe Zinsen für ihre Anleihen zahlen müssen. Doch gestern blieben die Ankündigungen der Zentralbank deutlich hinter den Erwartungen zurück und deshalb kann es nicht verwundern, dass für langfristige spanische Staatsanleihen und Staatsanleihen anderer gefährdetet Eurostaaten weiterhin zu hohe Zinsen zu zahlen sind. Dass die Märkte mit der gegenwärtig sehr zurückhaltenden Politik zur Eurorettung nicht zufrieden sind, zeigt sich auch daran, dass die Aktienmärkte erneut einen Einbruch erlebten. Und der Euro verliert ebenfalls an Wert.

Damit konnten die zurückhaltenden Ankündigungen der Europäischen Zentralbank nicht dafür sorgen, dass wieder Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Euro entsteht. Die Europäische Zentralbank kann es sich zwar vorstellen durch aktiven Ankauf von Staatsanleihen die angeschlagenen Euro-Staaten zu stützen. Doch genauere Details des Vorgehens sollten erst in ein paar Wochen festgelegt sein. Außerdem sollte die Politik dafür sorgen, dass das Verfahren zum Ankauf von Staatsanleihen stärker an Regeln gebunden wird. Hilfe durch den Ankauf von Euroanleihen angeschlagener Eurostaaten soll es nur geben, wenn diese im Gegenzug diese Hilfe beantragen und zugleich durch harte Sparauflagen an der langfristigen Gesundung ihrer Staatsfinanzen arbeiten. Diese Einschränkungen sind zwar nachvollziehbar, doch zugleich ist damit klargeworden, dass die genauen Details der Eurorettung erst noch geklärt werden müssen. Diese Unklarheit über die Zukunft hat dann zu Enttäuschung auf den Märkten geführt.

Aller Erwartung nach wird das Spiel mit den positiven Erwartungen und den Angst vor dem Zerfall des Euros noch eine Weile weitergehen. Politiker werden „alles“ zur Rettung ankündigen, aber oft im Unklaren verbleiben. Experten werden nach energischen Maßnahmen rufen oder sich als Bedenkenträger positionieren. Die Rettung des Euros ist ein Ziel, das noch lange nicht umgesetzt ist.

Bildnachweis: © mekcar – Fotolia.com

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