Facebook: Börsengang findet nicht nur Zustimmung

Das erfolgreiche Social-Media-Netzwerk Facebook strebt nicht nur rasant auf die Milliarden-Mitglieder-Grenze zu, der geplante Börsengang soll auch viel Geld in die Kriegskasse von Facebook bringen. Doch nicht jeder ist vom langfristig stabilen Erfolg für Investoren überzeugt.

Facebook: Börsengang findet nicht nur Zustimmung
Facebook: Börsengang findet nicht nur Zustimmung

Mark Zuckerberg, Entwickler und Eigentümer des sozialen Netzwerks Facebook, wurde selbst auf der New Yorker Börse aktiv, um für den geplanten Verkauf von Facebook-Aktien zu werben. Facebook möchte mit dem geplanten Börsengang Geschichte schreiben. Der Preis einer Facebook-Aktie soll zwischen 28 und 35 Dollar liegen. Obwohl nur ein kleiner Teil der Aktien zum Verkauf kommen soll, kann man mit diesem Kurs den Wert von Facebook leicht ausrechnen: Mit ungefähr 100 Milliarden Dollar wird die vergleichsweise kleine Firma Facebook kalkuliert. Ebenfalls nicht schwierig ist der Wert jedes einzelnen Facebook-Nutzers für die Investoren zu bestimmten: Mehr als 100 Dollar pro Kopf müsste ein Investment in das soziale Netzwerk Facebook Wert sein. Oder umgekehrt ausgedrückt: Langfristig müsste ein Investor in Facebook je Nutzer einen Mehrwert von etwa 100 Dollar realisieren, damit sich sein Investment ausgezahlt hat. Da ist es dann nicht verwunderlich, wenn eigene Experten von einer neuen Blase (künstlich überhöhten Börsenkursen) ausgehen.

Bekannt für kritische Bewertungen von Aktien-Emissionen ist beispielsweise der Multimilliardär Warren Buffet. Schon bei anderen Internet-Unternehmen war er sehr zurückhaltend. Denn man könne im Internet schlecht abschätzen, ob ein Unternehmen über 5 oder 10 Jahre Bestand haben werde. Bei einer Firma wie Coca-Cola, die über Jahrzehnte im Konsumenten-Bewusstsein verankert wäre, ist es viel einfacher, ein dauerhaftes Engagement zu planen, als bei einem so schwer bestimmbaren Angebot wie Facebook. Damit erinnert Buffet an die Internet-Blase der Börsen zu Beginn des Jahrtausends, als Startup-Unternehmen allein für Ideen erhebliche Gelder an den Börsen einsammelten. Nachdem die Börsen-Blase ein paar Jahre später geplatzt war, blieben viele Investoren auf ihren überteuert gekauften Aktien sitzen.

Ob man das Social-Media-Netzwerk Facebook anders einschätzen kann, ist umstritten. Facebook selbst hat sich mit über 900 Millionen Nutzern die Markführerschaft bei sozialen Netzwerken erarbeitet. Wer sich über das Internet vernetzt werden möchte, der kommt um Facebook kaum herum. Facebook ist auch sehr interessant für die Werbewirtschaft, weil die Nutzer sehr viele Stunden pro Woche bei Facebook aktiv sind und daher umfassend mit personenbezogener Werbung angesprochen werden können. Dies sind alles Argumente für den langfristigen Erfolg von Facebook, doch für Investoren ist damit die Frage immer noch nicht beantwortet, ob denn dies auch den sehr hohen Verkaufspreis der Facebook-Aktien rechtfertigen kann.

Bildnachweis: © Steffen Persiel – Fotolia.com

 

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