Facebook Geschäftsmodell überzeugt nicht an der Börse

Bereits am dritten Börsentag ist Ernüchterung nach dem Börsengang von Facebook eingetreten. Pannen und Kurssprünge hatte die Ausgabe der Aktien von Facebook begleitet. Doch nun zeigen die Kursabschläge, dass die Kritik am Facebook Geschäftsmodell Berechtigung hatte.

Facebook Geschäftsmodell überzeugt nicht an der Börse
Facebook Geschäftsmodell überzeugt nicht an der Börse

Facebook notiert gegenwärtig deutlich unter dem Ausgabekurs. Rechnet man den Kurs auf alle Aktien um, dann liegt der Wert des Unternehmens Facebook deutlich unter den spektakulären 100 Milliarden Dollar, von denen zuletzt die Rede war. Die Ausgabe der Facebook-Aktien letzte Woche stand unter einem ungünstigen Stern. Zuerst gab es technische Probleme beim der Abwicklung von Käufen und Verkäufen der Facebook-Aktien. Viele Händler beklagten sich, dass ihnen lange unklar geblieben wäre, ob ihre Verkaufs- und Kauf-Orders bei Facebook umgesetzt werden. Als dann der Handel transparent wurde, war schnell klar, dass Facebook deutlich unter den Ausgabekurs rutschen würde.

Ob diese rasante Abwärtsbewegung sich in den nächsten Tagen fortsetzt, bleibt abzuwarten. Technisch gesehen kann es auch zu Kursanstiegen kommen. Doch immer mehr setzt sich die Erkenntnis von Experten durch, dass das Geschäftsmodell von Facebook langfristig nicht genügend Gewinn abwerfen könnte. Auf den ersten Blick wirkt Facebook sehr erfolgreich. Man konnte weltweit hunderte Millionen Nutzer gewinnen, die nahezu täglich über lange Zeit Facebook nutzen. Dabei werden sie dann mit Werbung konfrontiert, die gegenwärtig die einzig relevante Einnahmequelle von Facebook darstellt. Umsatz und Gewinn sind bei dem vergleichsweise kleinen Unternehmen Facebook also vorhanden, doch ob das Gesamtunternehmen einen so hohen Wert hat, wie man aus dem Ausgabekurs der Aktien annehmen konnte, ist sehr zweifelhaft.

Werbung allein wird langfristig nicht ausreichen, Facebook ein wirtschaftlich gesundes Wachstum zu sichern. Zumal immer mehr Nutzer mit dem Smartphone Facebook verwenden und dort kann man kaum Werbung unterbringen. Man braucht also ein besseres Geschäftsmodell, um nicht nur mit Werbung Geld zu verdienen. Interessant ist in diesem Zusammenhang der große Datenpool, über den Facebook verfügt. Doch ein Verkauf von Daten könnte das Vertrauen der Nutzer in Facebook belasten und ist damit ein generelles Risiko für die langfristige Entwicklung des sozialen Netzwerks darstellen.

Bildnachweis: © Wilm Ihlenfeld – Fotolia.com

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