Geldabheben am „fremden“ Geldautomaten soll billiger werden

Praktisch zum Geldabheben sind die Scheckkarten schon. Wer mal mehr Geld für einen Einkauf benötigt, findet schnell einen Geldautomaten, um sich Bargeld vom eigenen Konto zu besorgen. Dumm nur, dass dann Gebühren fällig werden, wenn der Geldautomat ein „fremder“ ist. Und solche Gebühren für Bargeld abheben können mit bis zu 10 Euro recht happig ausfallen. Auf shares-online wurde zu Recht kritisiert, dass dem Kunden oft unklar ist, wie viel Gebühr anfällt und wie die Gebühr berechnet wird.

Deshalb sollte man beim Abschluss eines kostenlos zu führenden Girokontos darauf achten, dass auch genügend kostenlos nutzbare Geldautomaten im persönlichen Umfeld verfügbar sind. Denn für das Geldabheben an fremden Geldautomaten werden gegenwärtig in jedem Fall hohe Gebühren fällig.

Nun hat sich das Kartellamt, wie die Financial Times Deutschland berichtet, mit den hohen Gebühren für Bargeldabhebungen am Geldautomaten beschäftigt und ist zu einer gänzlich anderen Einschätzung gekommen, als die Geldinstitute. Diese halten 5 Euro Gebühr für angemessen, wenn ein Kunde einen fremden Geldautomaten benutzt, und wollten sich zu einer Begrenzung auf diese Gebühr bereit finden. Das ist dem Kartellamt eindeutig zu hoch, denn die tatsächlichen Kosten für eine Bargeld-Abhebung an einem fremden Geldautomaten werden als unter einem Euro liegend eingeschätzt.

Für den Kunden ist dieser Streit ganz interessant, denn er hat bisher erst sehr spät von den Gebühren für die Geldabhebung erfahren. Zu fordern wäre aus Verbrauchersicht, dass die Gebühr für die Bargeldabhebung vor dem endgültigen Wirksamwerden auf dem Terminal angezeigt wird. Dann kann man es sich ja noch überlegen, ob es angemessen ist, für 50 Euro Bargeld 10 Euro Gebühr zu zahlen. Auf solche Lösungen drängt auch das Verbraucher-Ministerium. Beim Kartellamt gibt es Überlegungen  per kartellrechtlicher Vorgabe die bisher sehr hohen Gebühren zu begrenzen. Und aus dem Bundestag wird eine gesetzliche Lösung angedeutet.

Es bleibt abzuwarten, welche der vielen Initiativen sich durchsetzt oder ob es am Schluss bei den hohen Gebühren fürs Bargeldabheben an fremden Geldautomaten bleibt. Bis zu einen besseren Lösung ist der Verbraucher weiterhin gezwungen, seine Bargeld-Nutzung längerfristig zu planen.

2 Antworten auf „Geldabheben am „fremden“ Geldautomaten soll billiger werden“

  1. Ich finde das Verhalten der Sparkassen und der Genossenschaftsbanken eine Frechheit, sie nutzen ganz klar ihre Vormachtstellung bei den Geldautomaten aus. Ich würde mir wünschen das Kartellamt schreitet hier ein, wahrscheinlich aber nicht. Eine Absprache dürfte den Instituten nicht nachgewiesen werden können.

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