Griechenland: Hilfspaket oder doch lieber Staatspleite?

Gegenwärtig stark diskutiert wird die Frage, ob man Griechenland mit einem neuen Hilfspaket in Milliarden-Höhe retten sollte oder das Land lieber aus dem Euro drängen sollte, denn jede Hilfe werfe verlorenem Geld weiteres Geld hinterher, eine Staatspleite sei früher oder später unvermeidlich. Doch welche Konsequenzen hätte ein Verzicht auf das Hilfspaket für deutsche Geldanleger und Verbraucher?

Kritiker wie Nikolaus Blome halten nichts von einen erneuten Hilfspaket und halten es für uns und für die Griechen besser, wenn der griechische Staat zunächst einmal in die Insolvenz geht.

Die Argumente der Gegner weiterer Griechenland-Hilfspakte haben die wirtschaftliche Logik auf Ihrer Seite: Bisher hat kein Hilfspaket geholfen, sondern die Lage nur verschärft. Denn wie soll auch eine Volkswirtschaft auf die Beine kommen, wenn sie sich zu Maßnahmen gezwungen sieht, die jede Wachstumsdynamik verhindert.

Aber die Logik der Gegner der Griechenland-Hilfspakete scheint keine Resonanz bei den politischen Entscheidungsträgern in Berlin zu haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zwar möglicherweise keine Kanzler-Mehrheit in den eigenen Reihen für das Griechenland-Hilfspaket, doch die Oppositions-Parteien SPD und Grüne werden schon dafür sorgen, dass dem Griechenland-Hilfspaket eine Neunzig-Prozent-Mehrheit im Bundestag sicher ist.

Die Gründe dafür, dass die wirtschaftliche Logik gegenwärtig keine Chance im Bundestag hat, sind politischer Natur. Käme es jetzt zur Insolvenz Griechenlands oder würde das Land aus der Eurozone gedrängt, dann wäre damit die Spekulation gegen die Euro-Länder nicht zu Ende, sondern würde sogar noch an Dynamik gewinnen. Denn schließlich sind viele südliche Euro-Länder kaum besser als Griechenland aufgestellt und deren wirtschaftliche Rahmendaten (Zinsen für Anleihen, Exportquote, Staatsverschuldensquote) laden bereits jetzt zur Spekulation ein. Würden auch diese Länder in eine ähnliche Schieflage kommen wie Griechenland, dann wird es auch brenzlig für Geldanleger und Verbraucher in Deutschland.

Die politische Logik verlangt also die Griechenland-Rettung, auch wenn das gegenwärtige Hilfspaket wohl kaum ausreichen wird. Ob allerdings langfristig die politische Logik die wirtschaftliche Logik übertrumpfen kann, wird sich erst noch zeigen müssen.

Wirtschaft

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