Griechenland: Staatspleite erstmal abgewendet

Griechenland, Staatspleite, Euro-Kollaps und Wirksamkeit von Kredit-Ausfallversicherungen sind gegenwärtig die Top-Themen, wenn es um die wirtschaftliche Entwicklung in Europa geht. Eine Staatspleite von Griechenland könnte den Euro-Raum in eine unabsehbare Krisenentwicklung bringen. Doch die Staatspleite Griechenlands scheint erstmal abgewendet.

Griechenland: Staatspleite erstmal abgewendet
Griechenland: Staatspleite erstmal abgewendet

Zuletzt hatte man sich in Europa darauf verständigt, Griechenland mit neuem Geld vor der Staatspleite zu retten. Parallel dazu sollten die Gläubiger Griechenlands motiviert werden, auf das meiste von ihren Forderungen gegenüber Griechenland zu verzichten. Bei einer Privatperson oder bei einem kommerziellen Unternehmen würde man davon sprechen, dass die Insolvenz durch einen Vergleich verhindert wird. Verzichten die meisten Gläubiger auf das meiste Geld, auf das sie eigentlich Anspruch haben, dann kann der Schuldner vielleicht weiterarbeiten und vielleicht später sogar die deutlich reduzierten Forderungen zurückzahlen.

Dieses Prinzip Hoffnung scheint im Falle Griechenlands erstmal zu funktionieren. So berichtet Spiegel-online, dass 85,8 Prozent der Gläubigerforderung den Vergleich angenommen hätten. faz-online meldet die gleiche Quote, betont aber, dass diese Quote nur für die „Anleihen unter griechischem Recht“ gelte. Bei den anderen Anleihen sei eine deutlich geringere Quote erreicht worden.

Nach Ansicht dieser und weiterer Experten reicht diese Quote aus, um Griechenland vorerst vor der Staatspleite zu retten. Ungeklärt ist aber nach wie vor, wie man mit denjenigen umgeht, die sich nicht am Umtausch ihrer alten Forderungen beteiligen wollen. Können diese nun enteignet und ihnen zwangsweise die neuen griechischen Anleihen auf Auge gedrückt werden? Oder bekommen diese einfach einen Umtausch ohne Verlust angeboten?

Interessant ist dann als nächstes die Frage, ob diejenigen Gläubiger, die Kreditausfallversicherungen abgeschlossen haben, ihre Verluste nun erstattet bekommen. Schließlich ist ja kein Kreditausfall eingetreten, denn die Gläubiger haben ja „freiwillig“ auf das meiste von ihren Forderungen verzichtet. Griechenlands Staatspleite bleibt also noch längere Zeit auf der Agenda der politischen und ökonomischen Diskussion.

Bildnachweis: © Butch – Fotolia.com

 

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