Hitzefrei am Arbeitsplatz

An manchen Tagen kann die Temperatur am Arbeitsplatz deutlich ansteigen; schön wäre „Hitzefrei“, wenn die Raumtemperatur über 26 Grad ansteigt, was an Schulen durchaus denkbar ist. Doch auch hier gibt es keinen Hitzefrei-Automatismus. Für Arbeitsplätze kann man die technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.5 anwenden, was Handlungen des Arbeitgebers einfordert, wenn die kritische 26 Grad Grenze dauerhaft überschritten wird. Hitzefrei ist aber auch hier eher die Ausnahme.

Hitzefrei am Arbeitsplatz kennt man von der Schule. An irgendeiner schattigen Stelle wurde die Lufttemperatur gemessen und wenn diese dauerhaft über einen bestimmten Wert anstieg, dann konnte der Direktor der Schule gnädig sein, und die Schüler mit großzüger Geste das Hitzefrei mitteilen. Damit kamen dann auch viele Lehrer zu einigen unterrichtsfreien Stunden.

Inzwischen regeln aber die Bundesländer ziemlich genau, wie denn die Schüler zum Hitzefrei kommen können. Im größten Bundesland Nordrheinwestfalen gibt es einen Runderlass des Schulministeriums zum Hitzefrei. Auch hier entscheidet wieder der Schulleiter nach eigenen Maßstäben, muss aber auch die Lehrer- und Schülervertretungen bei hohen Temperaturen in die Entscheidung einbeziehen. Als Hinweis zum Nachdenken über Hitzefrei wird auf eine Raumtemperatur von über 27 Grad verwiesen.

Für Arbeitsstätten allgemein kann man in Bezug auf Hitze die eingangs verlinkten technischen Regeln für Arbeitsstätten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin anwenden. Diese siehen vor, das bei Außen- und Innenlufttemperatur von über 26 Grad „Maßnahmen“ zu ergreifen sind. Überschreiten die Innentemperatur sogar 30 Grad, dann sind sogar „wirksame Maßnahmen“ zu ergreifen.

Die Art der Maßnahmen sind dem Arbeitgeber überlassen, der diese in naheliegender Weise mit den betroffenen Mitarbeitern und ihrer Interessenvertretung zu besprechen hat. Beispielhaft werden in den technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.5 genannt:

  • Verbesserung von Sonnenschutz und Lüftung
  • Reduzierung von Wärmequellen im Innenraum
  • Gleitzeit und Arbeitszeitverlagerung
  • Lockerung von Bekleidungsvorschriften
  • Bereitstellung von kühlendem Getränke (z. B. Trinkwasser).

Hitzefrei (also Arbeitsbefreiung ohne Lohnverluste) werden somit nicht als beispielhaft mögliche Maßnahmen genannt.

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