Köderwerbung mit Gewinnen: Verbot für Europa

Jeder kennt Köderwerbung mit Gewinnen aus seinem Briefkasten. Angeblich hat man einen tollen Preis gewonnen, viel Bargeld oder eine schöne Reise. Doch an den Gewinn kommt man nur, wenn man Geld für Zusatzangebote bereitstellt. Das ist dann weg und an den Gewinnköder ist auch schwer zu kommen. Nun hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg solche Köderwerbung als verboten gekennzeichnet.

Köderwerbung mit Gewinnen: Verbot für Europa
Köderwerbung mit Gewinnen: Verbot für Europa

Die juristische Fachfrage zur Köderwerbung wurde in Großbritannien aufgeworfen. Dort hatte die Wettbewerbsbehörde einer ganzen Reihe von Unternehmen Köderwerbung untersagt. Die hiervon getroffenen Unternehmen hatten über Briefe und Werbebeilagen teure Kreuzfahrten als „Gewinn“ an Verbraucher verteilt. Doch mit diesem Gewinn war ein Problem verbunden: Man konnte seinen Gewinn nur nutzen, wenn man Geld für Zusatzleistungen wie Verpflegung bereitstellte. Nach Ansicht der Wettbewerbsbehörde ging es den Unternehmen, die die Gewinne ausgelobt hatten, nur darum, an die Adressen von Verbrauchern zu kommen, um diese mit weiteren Angeboten zu belasten.

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hatte nun zu entscheiden, ob diese Praktiken der Köderwerbung mit dem europäischen Recht vereinbar sind. Die Entscheidung zur Köderwerbung ist eindeutig: Aggressive Praktiken, mit denen beim Verbraucher der Eindruck erweckt werde, dass er einen Preis gewonnen habe, obwohl er noch weitere Kosten für die Preiserlangung zu erbringen hat, sind selbst dann verboten, wenn die Kosten für den Verbraucher im Verhältnis zum gewonnenen Preis nur geringfügig sind oder dem werbenden Unternehmen keinen Vorteil bringen. Dieses Verbot der Köderwerbung gilt selbst dann, wenn der Verbraucher nur die Kosten für eine Briefmarke hat. Das Verbot der Köderwerbung gilt auch dann, wenn dem Verbraucher mehrere Wege angeboten werden, wie er den gewonnenen Preis in Anspruch nehmen kann, bei denen auch eine kostenlose Variante enthalten ist.

Aus dem Urteil wird deutlich, dass der Europäische Gerichtshof der Köderwerbung den Kampf angesagt hat. Ob damit allerdings die entsprechenden Werbepraktiken unterbunden sind, bleibt abzuwarten. Schließlich könnten die entsprechenden Unternehmen auf die Idee kommen, dass sie ihre Gewinn-Werbung so gestalten, dass zunächst keine Kosten auf den Verbraucher zukommen, wenn er seinen „Gewinn“ in Anspruch nehmen kann.

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