Moody’s droht mit Senkung des deutschen Ratings

Die Finanzkrise hat für viele europäische Staaten die Zinsen nach oben getrieben, Griechenland steht vor der Insolvenz und als die nächsten Kandidaten sind bereits Spanien und Italien im Gespräch. Aber der deutsche Staat kann sich immer noch sehr gut an der Null-Prozent-Grenze finanzieren. Doch nun droht die Finanzbewertungsagentur Moody’s mit einer Senkung des deutschen Ratings.

Moody's droht mit Senkung des deutschen Ratings

Moody's droht mit Senkung des deutschen Ratings

Moody’s sieht das Spitzenrating von Deutschland in Gefahr und senkt die Aussichten für dieses Rating von stabil auf negativ. Das Rating selbst ist durch diese Ankündigung noch unverändert und sehr gut, doch mit dieser Pressemeldung soll deutlich werden, dass langfristig auch Deutschland durch die Finanz- und Zinskrise des europäischen Währungsraums negativ betroffen sein wird. Mit dem Rating (der Bewertung) von Unternehmen, Staaten und Volkswirtschaften beschäftigen sich Agenturen des internationalen Ratings seit Jahrzehnten. Eine Absenkung des Ratings für Schuldner wie Deutschland könnte auch hierzulande die Zinsen ansteigen lassen und das Wirtschaftswachstum einschränken.

Angesichts der drohenden Schuldenkrise im Euroraum können auch die als stabil angesehenen Länder wie Deutschland, Niederlande und Luxemburg langfristig ihr Spitzenrating verlieren. Denn wenn neben Griechenland noch weitere Länder (wie Spanien oder Italien) ihre Refinanzierung nicht mehr sichern können, dann ist der Euro insgesamt in Frage gestellt und auch in Deutschland wird man Finanzierungsschwierigkeiten bekommen. Deshalb ist die vorsichtige Ankündigung eines demnächst möglicherweise sinkenden Ratings logisch. Selbst wenn Griechenland den Euroraum verlässt, wird die Spekulation weitergehen und auch bisher als sicher eingeschätzte Länder mit hohen Zinskosten belastet werden. Die Bonität europäischer Staaten kann sich also langfristig deutlich verschlechtern.

Offizielle Stellen in Deutschland kritisieren die Ankündigungen der Ratingagenturen, auch Deutschland längerfristig kritisch einzuschätzen. Das Wirtschaftswachstum sei sehr gut in Deutschland und man könnte hierzulande mit sehr niedrigen Zinsen investieren oder umfinanzieren. Doch diese Sicht auf die Realität könnte sich als brüchig erweisen. Deutschland (und die anderen stabilen Euroländer) hängen in ihrer Bewertung von den schwächsten Ländern der Eurozone ab. Solange man bezweifelt, dass der Euroraum ausreichend solidarisch mit der Finanzkrise in schwachen Euroländern umgeht, wird man die Bewertung von Euroländern eher am schwächsten Glied ausrichten. Es scheint daher zwingend für die Euroländer zu werden, dass sie sich gemeinsam gegen die Finanzspekulation aufstellen. Die europäische Zentralbank braucht im Rahmen dieser Sichtweise ausreichende Kompetenzen, um Staatanleihen aus dem Euroraum in beliebiger Höhe absichern zu können. Auch die Bankensicherung müsste im europäischen Rahmen organisiert werden, um die Schwäche von einzelnen Banken mit breiterer Basis garantieren zu können.

Bildnachweis: © ilooma – Fotolia.com

 

Wirtschaft

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