Mülltrennung soll vereinfacht werden

Bisher war der Trend zu den bunten Mülltonnen ungebrochen. Es gibt eine graue Tonne für normalen Abfall, eine blaue Tonne für Papier und Pappe, eine gelbe Tonne für die Abfälle mit grünen Punkt und noch ein Tonne für den Bioabfall. Darüber hinaus ist noch eine spezielle Wertstofftonne im Gespräch. Wozu das Ganze gut sein soll, wenn man in der Müllentsorgung sehr einfach die Abfälle sortieren kann? Im Gespräch ist deshalb ein Kreislaufwirtschaftsgesetz, das die Mülltrennung deutlich vereinfachen soll. Ein führender Mitarbeiter im Bundesumweltministerium hält es für vorstellbar, dass es nur noch eine Tonne für die Müllbeseitigung geben könnte.

Ob es soweit kommen wird, bleibt abzuwarten. Aber den Experten ist bewusst, dass weitere Varianten von Müllentsorgung nicht unbedingt auf Akzeptanz stoßen. Bereits jetzt ist es so, dass die Vielfalt der Abfallentsorgung vielen zu differenziert ist. Deshalb wandern viele Wertstoffe in die gelbe Tonne, wo sie eigentlich nicht hingehören und werden dann an den Sammelstellen aus dem Abfall entfernt, um sie dem Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Solche Müllentsorgung könnte in Zukunft unterstützt werden, wenn man die gelbe Tonne zum Universalabfallsystem weiterentwickelt, das neben dem bekannten Plastikabfall auch Wertstoffe enthalten darf. 2015 könnte es soweit sein, denn die gesetzlichen Bestimmungen müssen erst noch konkretisiert werden und die Umstellung auf neue Systeme der Müllentsorgung dauern lange.

Müll ist aber ein politisches Problem, nicht nur Italien, wo schon mal Müll wochenlang liegenbleibt. Hierzulande bleibt bei der Diskussion der vereinfachten Mülltrennung allerdings die psychologische Frage offen, wenn man nur noch eine Tonne für die Müllentsorgung verwendet. Bisher ist ein Bewusstsein von der Notwendigkeit der Mülltrennung entstanden, die sich insgesamt in einem bewussteren Umgang mit den natürlichen Ressourcen zeigt. Man ist sich bewusst darüber, dass man Batterien und Leuchtstoffröhren nicht einfach in den Abfall wirft; man möchte mit Mülltrennung zum Ausdruck bringen, dass man die natürlichen Ressourcen schonen will.

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