Neue EU-Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung

Die Verbraucherminister der Europäischen Union (EU) haben sich darüber geeinigt, dass eine neue und bessere Lebensmittelkennzeichnung in Europa anzustreben ist. Damit kommen diejenigen voran, die im Sinne des Verbraucherschutzes eine bessere Lebensmittelkennzeichnung fordern. Die deutsche Verbraucherministerin Ilse Aigner ist nicht ganz zufrieden, denn die Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten (z.B. Analogkäse) sollte ihrer Meinung nach deutlicher ausfallen.

Wichtig für Verbraucher ist, dass der Kaloriengehalt künftig als Pflichtangabe bei der Lebensmittelkennzeichnung vorgesehen ist. Bisher sind solche Nährwertangaben freiwillig. Für Verbraucher ist die Nutzung solcher bisher vorhandenen Lebensmittelkennzeichnungen auch schwierig, denn die jeweiligen Bezugsgrößen werden uneinheitlich gehandhabt. Zukünftig soll auch dafür gesorgt werden, dass die Schriftgrößen für Lebensmittelkennzeichnungen besser lesbar sind.

Für Allergiker ist es sehr wichtig, dass die Lebensmittelkennzeichnung sie über Allergene informiert. Dies soll nun ausgeweitet werden. Für Eltern mit Kindern ist es auch relevant, wenn Koffein als Lebensmittelzusatz deutlicher wird, denn generell gilt Koffein nicht als geeignetes Lebensmittel für Kinder. Relevant ist diese Lebensmittelkennzeichnung vor allem für Energy-Drinks.

Die deutsche Verbraucher-Ministerin Aigner zeigte sich erfreut über die neuen Beschlüsse, die allerdings noch in die Tat umzusetzen sind. Frau Aigner hatte sich sowohl in der deutschen Regierung wie im europäischen Rahmen immer sehr für eine bessere Lebensmittelkennzeichnung eingesetzt. Deshalb ist sie auch mit den Absprachen zur Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten (Käse auf Basis von pflanzlichen Produkten, Schinken auf Basis von zusammengeklebten Fleischstücken) nicht so ganz zufrieden. Denn klare Begriffe wie „Käseimitat“ sind nicht unbedingt vorgesehen; es sind auch Umschreibungen denkbar, die den Sachverhalt weniger drastisch zum Ausdruck bringen.

Es bleibt also abzuwarten, ob die geplante neue Lebensmittelkennzeichnung verbraucherfreundlich greift oder ob es den Marketing-Abteilungen gelingt, mit neuen Umschreibungen an der gewohnten Unübersichtlichkeit festzuhalten.

Wirtschaft

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