Offshore-Leaks: Steueroasen transparent gemacht

Steueroasen waren bisher ein unlösbares Problem für die Politik. Gut betuchte Bürger und gut finanzierte Unternehmen nutzen Steueroasen (Länder oder Regionen mit niedriger oder gar keiner Besteuerung), um ihre Gewinne vor den einheimischen Finanzämtern in Sicherheit zu bringen. Nun ist es Journalisten gelungen, in die gemeine Welt der Steueroasen einzutauchen und hier für mehr Transparenz zu sorgen.

Offshore-Leaks: Steueroasen transparent gemacht

Offshore-Leaks: Steueroasen transparent gemacht

Offensichtlich gibt es auch in den Steueroasen Menschen, denen es nicht gefällt, wenn Leute oder Unternehmen mit hohen Einkommen bzw. großen Gewinnen ihre Gelder in ihrer Region parken, um sich der regulären Steuerpflicht zu entziehen. Solche Menschen haben riesige Datenmengen von Geldanlegern einem Netzwerk von Journalisten zur Verfügung gestellt. Nun kommen Tag für Tag neue Meldungen zu diesem Offshore Leak ans Licht und man kann über Monate diskutieren, ob und wie man die Steueroasen trockenlegen kann. (Ein Leak ist ein Leck, also eine undichte Stelle, offshore ist außerhalb; es geht also um die undichten Stellen, über die unversteuertes Geld ins steuerbegünstigte Ausland gelangt.)

Steueroasen (Regionen mit niedriger oder fehlender Versteuerung) finden sich nicht weit von der deutschen Grenze. Wer in Trier, Reutlingen oder Lörrach lebt, der hat es nicht weit bis zur nächsten Steueroase, wo man auch kein Problem bei den Banken hat, mit großen oder sehr großen Bargeldbeträgen Konten mit niedriger Verzinsung aber fehlender Mitteilung ans heimische Finanzamt zu eröffnen. Um solche einfachen Betrügereien geht es aber beim Offshore-Leak nicht. Großunternehmen und große Investoren haben nicht die Nerven und die Zeit, um Schwarzgeld persönlich oder mit Kurieren in Steueroasen zu schaffen. Sie beschäftigen lieber hochbezahlte Anwälte, die sich komplizierte Firmenkonstruktionen ausdenken, um jede Art von interner Transaktion intransparent werden zu lassen.

Auf der oben verlinkten Website der Süddeutschen Zeitung und auf weiteren Websites werden in den kommenden Monaten immer wieder Details und neue Offshore-Leaks beschrieben werden. Gegenwärtig konzentrieren sich die Berichte noch auf Prominente, deren Fehlverhalten sich journalistisch besser vermarkten lässt. Der französische Staatspräsident hat so schon wegen eines ins Gerede gekommenen Beraters mit den ersten Ergebnissen des Offshore-Leaks zu kämpfen.

Bildnachweis: © Sunny Images – Fotolia.com

Wirtschaft

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