Risikoaufschläge für spanische und italienische Anleihen in Euro

Nachdem schon lange Griechenland das Schlusslicht in der Bewertung der Anleihen des Euro-Raums innehat, kommen jetzt auch die Anleihen aus Spanien und Italien in die kritische Bewertung. Hohe Risikoaufschläge kennzeichnen aktuelle Anleihen aus diesen Ländern.

Risikoaufschläge für spanische und italienische Anleihen in Euro
Risikoaufschläge für spanische und italienische Anleihen in Euro

Wer Anleihen aus Griechenland, Spanien oder Italien erwirbt, der bekommt erstaulich hohe Zinsen. Hohe Zinsen:  Das sind hohe Risiken in der Bewertung. Die Finanzierung dieser Länder wird immer schwieriger, denn bei jeder Umschuldung kalkulieren die internationalen Finanzmärkte mit steigenden Zinsen. Langfristig wird damit die Stabilität des Euro unterminiert; da kann man sich auch kaum daran erfreuen, dass Anleihen aus Deutschland und den stabilen Euroländern gegenwärtig fast keine Zinsen erbringen.

Faktisch gesehen sind hohe Zinsen auf Anleihen im spanischen und italienischen Euro-Raum hohe Risikoaufschläge, weil die Investoren davon ausgehen müssen, dass diese Anleihen mit einen deutlich höheren Risiko bei der Rückzahlung behaftet sind. Neben dem Euro-Sorgenkind Griechenland treten damit neue Euro-Sorgenkinder auf: Italien und Spanien. Denn in Spanien sind gestern die Zinsen für Staatanleihen deutlich angestiegen.

Sehr deutlich zeigt sich der Unterschied in der Finanzierung der Euro-Länder an den langfristigen zehnjährigen Anleihen, die die Staaten regelmäßig auf den Finanzmärkten aufnehmen müssen. Für deutsche Anleihen werden kaum mehr als ein Prozent an Zinsen fällig. Angesichts der Inflationsrate sind damit die Anleger bereit, für eine sichere Anlage in Deutschland Realgeldentwertung hinzunehmen. Bei Spanien liegt der Zinssatz für entsprechende Anleihen bei sehr hohen 6,41 Prozent, für Italien sind ähnliche Zinssätze üblich und zeigen auf, dass in beiden Ländern ein erhebliches Risikopotential vorliegt, was die Stabilität des Euro betrifft. Auch die kurzfristigen Zinsen sind für die Euro-Risikoländer deutlich nach oben gegangen.

Da würde es auch nicht viel helfen, wenn Griechenland aus dem Euro austritt. Es ist dann zu erwarten, dass sich die internationale Spekulation auf weitere südeuropäische Länder ausdehnt. Zunächst sind es nur Italien und Spanien, doch mittelfristig kann es auch Frankreich sein, bei dem man dann bezweifelt, dass es noch beim Euro bleiben kann.

Helfen könnten bei weiter steigenden Zinsen im Euro-Raum vielleicht die Euro-Bonds: Einheitliche Anleihen für alle Euro-Staaten, bei denen sich das Risikopotential verteilt. Spannend wäre dann die Frage, ob sich die Zinsentwicklung dieser Euro-Bonds eher an der deutschen oder eher an der italienischen Zinsentwicklung orientiert.

Bildnachweis: © Tim-Fabian Köck – Fotolia.com

 

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