Schutz vor Tricks bei Online-Reisebuchung

Manche Online-Reisebuchung ist mit Leistungsangeboten voreingestellt, die man nicht unbedingt braucht, wenn man günstig in den Urlaub fahren will. Solchen Tricks bei der Online-Reisebuchung hat der Europäische Gerichtshof den Kampf angesagt und gerichtlich untersagt.

Schutz vor Tricks bei Online-Reisebuchung

Schutz vor Tricks bei Online-Reisebuchung

Wer eine Reise online bucht, der wundert sich zuweilen, dass neben der Reise noch vieles andere mitangeboten wird bzw. schon als unerwünschte Zusatzleistung voreingestellt mit einem Häkchen versehen ist. Übersieht man dieses Häkchen, dann bekommt man eine Leistung – wie beispielsweise Reiserücktrittsversicherung – die man nicht wirklich braucht, die man aber teuer zu bezahlen hat. Der Europäische Gerichtshof hat jetzt zu diesen Tricks bei der Online-Reisebuchung entschieden: Ein Online-Reiseanbieter darf beim Online-Verkauf von Flugreisen nicht die Voreinstellung so bestimmen, dass eine Reiserücktrittsversicherung im Reisepreis bereits enthalten ist.

Technisch gesehen wird damit das aktive Opt-in für Zusatzleistungen gefordert. Der Kunde muss aktiv die Zusatzleistung durch einen Klick auf das entsprechende Kästchen wünschen. Der Anbieter darf nicht das Kästchen schon voreingestellt haben, womit er den Kunden zu einem Opt-out zwingt, wenn dieser die entsprechende Leistung nicht wünscht. Denn ein solches Opt-out kann schnell übersehen werden. Manchen Online-Käufern ist wohl auch nicht klar, dass sie nicht verpflichtet sind, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Für kurzfristige Buchungen von Reisen, die auch keine allzu hohen Kosten nach sich ziehen, wäre eine Reiserücktrittsversicherung auch relativ teuer.

Die Argumentation des Europäischen Gerichtshof lässt für verbraucherfreundliche Beobachter deutlich werden, dass dieses Prinzip (kein Opt-out für nicht benötigte Zusatzleistungen) auch in anderen Vertragsfällen relevant werden könnte. Bei der Preisfestlegung kommt es für den Kunden auf Information und Transparenz an. Fakultative Zusatzangebote sind nicht zwingend für die Erfüllung der Käuferwünsche. Der Kunde muss die Wahl haben, sie abzulehnen oder anzunehmen. Solche Zusatzangebote müssen aber zu Beginn des Buchungsvorgangs auf transparente und eindeutige Weise mitgeteilt werden. Die Annahme durch den Kunden kann also nur durch eine aktive Maßnahme (beispielsweise einen Mausklick) erfolgen. Deshalb ist ein Opt-in zu verwenden. Damit soll verhindert werden, dass der Kunde zur Annahme einer Leistung verleitet wird, die auch als Zusatzleistung nicht unbedingt benötigt wird. Es wird sich zeigen, ob sich diese verbraucherfreundliche Interpretation des Urteils zu Zusatzleistungen bei Online-Buchungen von Reisen auf andere Bereiche des Online-Handels übertragen lässt.

Bildnachweis: © m.schuckart – Fotolia.com

Wirtschaft

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