Spanien-Hilfe für Banken sorgt kurzfristig für Entspannung

Monatelang war umstritten, ob sich das spanische Finanzsystem mit europäischen Geldern retten lassen wollte. Nachdem immer mehr spanische Banken in Finanzschwierigkeiten kamen, wurde am Wochenende beschlossen, mit einem Milliarden-Hilfspaket für Spaniens Banken der Euro-Krise entgegenzuwirken.

Spanien-Hilfe für Banken sorgt kurzfristig für Entspannung

Spanien-Hilfe für Banken sorgt kurzfristig für Entspannung

Es waren zunächst die europäischen Börsen, die kurzfristig Entspannung meldeten, als Details der neuen Spanien-Hilfe für Banken bekannt wurden. Aber im Moment deutet alles darauf hin, dass die Weltmärkte für Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Währungen von einer gleichen kurzfristigen Entspannung geprägt sind. So ist auch der Euro-Kurs angezogen und auf asiatischen Aktienmärkten konnten Kurssteigungen beobachtet werden.

Spanien hatte lange gezögert, Finanzhilfen vom Euro-Rettungsschirm zu beanspruchen. Das stellt sich jetzt anders dar. Mit einem deutlichen Zeichen der Verantwortlichen in Europa sollte den Finanzmärkten signalisiert werden, dass die europäische Gemeinschaft zu Spanien steht und das Land auch unterstützen will. Der Umfang der Unterstützung für die geldknappen spanischen Banken ist wohl besser ausgefallen, als man allgemein erwarten konnte. Deshalb haben die Märkte bisher recht positiv auf die Ankündigungen zu den Spanien-Hilfen reagiert. Unsicherheiten aber bleiben bestehen und fokussieren sich gegenwärtig sehr stark wieder auf Griechenland. Denn es ist völlig unklar, wie es mit diesem europäischen Nachbar nach dem nächsten Parlamentswahlen weitergeht.

Allerdings sehen viele Experten die gegenwärtigen Rettungsbemühungen um den Euro nur unter kurzfristigen Aspekten als positiv an. Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz spricht von Voodoo-Ökonomie, wenn er die Bemühungen um die Spanien-Hilfe für Banken charakterisieren soll. Statt mit kurzfristigen Mitteln Einzelphänomen zu begegnen, sollte man lieber eine grundsätzliche Reform des europäischen Bankensystems angehen. Nötig wäre ein gemeinsames Bankensystem in Europa, das auch die Schaffung einer Fiskalunion der europäischen Länder stützen könnte. Stiglitz ist auch ein Gegner von forcierten Sparprogrammen, die das Wachstum der Volkswirtschaften hemmen und die daher die Währungskrise um den Euro noch verstärken können.

Es gibt also viele Zweifel am langfristigen Kurs der Euro-Rettung. Eine gemeinsame Währung erfordert ein gemeinsames Handeln und Europa muss erst noch beweisen, dass es dazu fähig ist.

Bildnachweis: © ferkelraggae – Fotolia.com

 

Wirtschaft

Sie können Sie einen Kommentar hinterlassen or unseren Feed abonnieren, wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat.

Einen Kommentar schreiben

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld)