Wahlergebnisse in Griechenland und Frankreich bringen den Börsen Unruhe

Die Wahlergebnisse in Griechenland und Frankreich haben die Börsen weltweit nach unten gezogen. Investoren fürchten um die Stabilität des Euro, insbesondere weil die Regierungsbildung in Griechenland stark erschwert wurde.

Griechenland und Frankreich bringen den Börsen Unruhe

Griechenland und Frankreich bringen den Börsen Unruhe

Zwar hatten die Geldanleger die Wahl des Sozialisten Hollande in Frankreich erwartet. Die sehr schlechten Wahlergebnisse für die etablierten Parteien in Griechenland haben da schon stärker verunsichert. Hollande hatte schon vor der Wahl angekündigt, dass europäische Sparpolitik modifizieren zu wollen. Was das genau heißen könnte, verunsichert gegenwärtig weltweit die Börsen. Denn die Sparpolitik ist besonders in Bezug auf Griechenland in Frage gestellt. Eine Regierungsbildung ist dort völlig offen, denn im Parlament dominieren jetzt Kräfte auf der rechten und linken Seite, die die gängige europäische Sanierungspolitik noch stärker ablehnen, als der neue französische Präsident.

Die Unruhe in den weltweiten Börsen nach dem Ausgang der Wahlen in Frankreich und Griechenland begann schon recht früh am Morgen mit den Börsen in Asien. Der Index für Aktien im asiatischen Raum, der schon in den letzten Monaten sehr schwach war, hat an den asiatischen Börsen erneut nachgegeben. Inzwischen hat die Unruhe bei den Anlegern auch die europäischen Börsen erfasst. So fiel der DAX in Frankfurt recht deutlich und auch der Euro wurde international massiv abgewertet.

Die Sorge der Geldanleger bezieht sich auf die deutsch-französische Zusammenarbeit, die jetzt neu justiert werden muss. Den Geldanlegern hatte es gefallen, dass die deutsche Bundeskanzlerin mit ihrer Sparpolitik die europäischen Verhandlungspartner dominierte. Doch dem französischen Verhandlungspartner hat dies möglicherweise schwer geschadet. Der neue Präsident wird daher bemüht sein, die französische Eigenständigkeit in Europa wiederzuerlangen und sich gegen die durch Deutschland bestimmte Sparpolitik wenden.

Noch größere Unsicherheit wird der Einfluss der Wahlergebnisse in Griechenland auf Europas Wirtschaftspolitik bringen. Die griechischen Parteien, die für den Erhalt des Euros sind und die deshalb viele Sparbeschlüsse in Griechenland umgesetzt haben, wurden deutlich abgestraft. Nun dominieren im griechischen Parlament extreme Kräfte, die die vorherige Politik ablehnen und blockieren könnten. Auf jeden Fall wird es Monate dauern, bis eine handlungsfähige Regierung in Griechenland steht und bis dahin wird die Unruhe an den Börsen und bei den europäischen Geldanlegern immer mal wieder für Kursausschläge nach unten sorgen. Das ist auch kein gutes Zeichen für die Stabilität des Euro.

Bildnachweis: © Dan Race – Fotolia.com

 

Wirtschaft

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