Wetten aufs Wetter als Glücksspiel

Wer auf das Wetter in drei Wochen wettet, der macht ein Glücksspiel. Denn das Wetter in drei Wochen kann nicht vorhergesagt werden. Wetten, nicht nur aufs Wetter, werden gerne als Marketing-Maßnahme eingesetzt. Es ist rechtlich umstritten, ob solche Wetten als Glücksspiel zu gelten haben.

Wetten aufs Wetter als Glücksspiel

Wetten aufs Wetter als Glücksspiel

In Baden-Württemberg hat sich kürzlich ein Gericht mit der Frage beschäftigt, ob eine Wette aufs Wetter als erlaubnispflichtiges Glücksspiel anzusehen ist. Diese Fragestellungen hat hohe Bedeutung für Unternehmen, denn es werden gerne Wettspiele veranstaltet, um Marketing zu betreiben oder Kunden für eigene Angebote zu interessieren. Banken bieten beispielsweise Wetten auf den Ausgang der Bundesliga an oder zahlen zusätzliche Prämien aus, wenn ein bestimmter Bundesligaclub die Meisterschaft erringt.

Im zu entscheidenden Fall von Wetten aufs Wetter hatte ein Möbelhändler seinen Kunden die Rückerstattung des Kaufpreises zugesichert, wenn es später an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort regnet. Eine solche Wette wäre ein reines Glückspiel, denn niemand kann im Voraus sagen, ob es an einem bestimmten Ort in drei Wochen regnet. Allerdings konnte das Gericht das Glücksspiel nicht unterbinden, weil es davon ausging, dass der Kunde nicht für die Teilnahme am Glücksspiel, sondern für den Kauf der Ware zahlt.

Allerdings hat man bei dieser Argumentation übersehen, dass der Zweck des Glücksspiels die Steigerung des Umsatzes ist. Geht die Strategie des Unternehmens auf, dann wird mehr gekauft, weil durch die Wette mehr Kunden motiviert werden, Möbel zu kaufen. Dieser Mehrumsatz muss soviel an Gewinn bringen, dass das teilweise Zurückzahlen des Kaufpreises (für diejenigen, die Glück mit dem Wetter hatten) ohne Gewinnminderung hingenommen werden kann. Das kann nur funktionieren, wenn die mit dem Glückspiel gekoppelte Ware bereits in der Kalkulation der Endpreise die Kosten für das Glücksspiel berücksichtigt hat. Der Kunde hat also zumindest einen Teil seines Geldes für die Teilnahme an einem Glücksspiel aufgewendet.

Es wird sich zeigen müssen, ob andere Richter diese kritische Argumentation zu Wetten auf Wetter nachvollziehen kann. Kommen viele Unternehmen auf die Idee, den Verkauf ihrer Waren mit Glücksspielen zu koppeln, dann es wird zunehmend schwerer für Verbraucher, noch zu entscheiden, welches Produkt für sie das beste Preis-Leistungsverhältnis hat.

Bildnachweis: © emuemu – Fotolia.com

Wirtschaft

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