Zinsen für Dispokredite sind überhöht

Vielen sind sie ein Dorn im Auge. Die Dispozinsen, die dann zu zahlen sind, wenn man sein Girokonto kurzfristig überziehen muss. Nun hat dies auch die Verbraucherpolitik erkannt, denn ein offizielles Gutachten für das Verbraucherministerium in Berlin zeigt auf: An den Zinsen für den Dispokredit verdienen die Kreditinstitute übermäßig gut.

Zinsen für Dispokredite sind überhöht

Zinsen für Dispokredite sind überhöht

Schließt man von den Ergebnissen der Studie zu überhöhten Dispozinsen auf die Marktentwicklung zukünftiger Zinsen für die Überziehung des Girokontos, dann müssten diese deutlich nach unten korrigiert werden. Kredite durch Überziehung des Girokontos werden in Deutschland recht häufig genutzt. Denn es ist sehr praktisch, einfach das Konto zu überziehen, um sich eine Neuanschaffung leisten zu können. Doch wer nicht schnell den Dispokredit zurückführt, der wird bald feststellen, dass die Zinsen für diesen Dispokredit sehr hoch ausfallen. Sie liegen deutlich über Krediten für Ratenverträge, die aber eher für lang- bis mittelfristige Kredite in Frage kommen.

Die Experten zu Dispozinsen, die vom Verbraucherministerium beauftragt wurden, kommen jetzt zu dem Ergebnis, dass die Erträge bei Banken und Sparkassen aus dem Geschäft mit den Zinsen für den Dispokredit die Kosten erheblich übersteigen, die die Kreditinstitute für diese Art des Kredits aufwenden müssen. Man verdient also sehr gut am Dispokredit, der gegenwärtig etwa bei 12 bis 13 Prozent liegt, denn für die Rückfinanzierung der Kredite kann die Bank mit sehr niedrigen Zinsen kalkulieren. Noch lukrativer wird das Geschäft mit der Überziehung von Girokonten, wenn die Kunden den eingeräumten Überziehungsrahmen überschreiten. Denn dann werden extra Zinsen für den Dispokredit erhoben, die an die 20 Prozent heranreichen. Solche Überziehungen treten meistens ein, wenn der Kredit auf dem Girokonto zwei bis drei Monatseinnahmen überschreitet.

Ein gutes Geschäft mit der Überziehung des Girokontos kommt deshalb zustande, weil das Ausfallrisiko eines Dispokredits vergleichsweise niedrig ist. Verwaltungs- und Bearbeitungsaufwand sind ebenfalls niedrig. Doch welche Konsequenzen sind aus den überhöhten Zinsen für die Überziehung des Girokontos zu ziehen? Politisch scheint es schwer vorstellbar, dass man den Banken und Sparkassen die Zinssätze nach oben begrenzt. Es bleibt den Verbrauchern wohl nichts anders übrig, als bei überhöhten Zinsen nach einem besseren Anbieter zu suchen. Oder man wandelt den Dispokredit in einen Ratenkredit um und versucht diesen möglichst schnell zu tilgen.

Bildnachweis: © Tobif82 – Fotolia.com

Wirtschaft

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