Beleidigungen von Arbeitgebern und Kollegen im Internet

Auf sozialen Netzwerken wie Facebook verhalten sich viele Arbeitnehmer wie auf dem Büroflur oder in der Kantine. Sie schimpfen und lästern über Kollegen und Vorgesetze und überschreiten dabei manchmal die Grenzen des Erlaubten. Denn Falschbeschuldigungen und Beleidigungen sind überall verboten. Doch auf dem Büroflur oder in der Kantine kann ein böses Wort schnell vergessen sein. In sozialen Netzwerken bleiben die bösen Worte aber lange verfügbar: für Freunde, Freunde der Freunde und den Rest der Welt.

Beleidigungen von Arbeitgebern und Kollegen im Internet

Beleidigungen von Arbeitgebern und Kollegen im Internet

Weil solche Falschbeschuldigungen und Beleidigungen sehr einfach dokumentiert werden können, können sie auch lange nach dem Publizieren noch zu Problem werden. Es ist tatsächlich so: Wer auf Facebook, in seinem Blog oder auf einer anderen Internetseite einen Kommentar hinterlässt, der publiziert und hat damit auch seine publizistische Verantwortung wahrzunehmen. Dies bedeutet, dass er sich es genau überlegen sollte, was er schreibt und veröffentlicht, selbst wenn dies nur an einen überschaubaren Bereich von Facebook-Freunden gerichtet ist. Denn die können schließlich die Status-Meldungen weiterverbreiten.

Das Nachrichtenmagazin Spiegel hat einige Arbeitsgerichtsverfahren zu Beleidigungen von Arbeitgebern und Kollegen genauer untersucht und dabei einige interessante Entscheidungen ausgegraben. Ein Mitarbeiter hatte seine Kollegen als Speckrollen und Klugscheißer auf Facebook bezeichnet. Er kam noch mal gerade um die Kündigung herum, weil er es vermieden hatte die betreffenden Personen namentlich zu kennzeichnen. Das Arbeitsgericht hielt ihm auch zu Gute, dass er im Affekt gehandelt habe. Interessant sind die Äußerungen des Gerichts zur Relevanz des Verbreitungsgrades: Wer viele Facebook-Freund hat, wird sich kaum darauf berufen können, dass seine Äußerungen auf Facebook nur privaten Charakter haben.

Weniger gut ging es einem Auszubildenden, der seinen Chef bei Facebook als „menschenschinder & ausbeuter “ charakterisierte und sich selbst als „Leibeigner“ charakterisierte. Der der Auszubildende schon lange die Volljährigkeit hinter sich gelassen hatte, konnte auch die anfängliche Milde der unteren gerichtlichen Instanzen nicht verhindern, dass schließlich das Landesarbeitsgericht der Kündigung zustimmte.

Man sollte es sich also gut überlegen, was man bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken über Kollegen, Chefs und die eigene Firma schreibt. Schließlich kann man Kritik auch sachlich formulieren und konkret aufzeigen, was geändert werden soll. Dies verhindert nicht nur Abmahnungen und Kündigungen, sondern verbessert auch die Kommunikationssituation.

Bildnachweis: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Wissen & Technik

Sie können Sie einen Kommentar hinterlassen or unseren Feed abonnieren, wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat.

Einen Kommentar schreiben

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld)