Eine Suchmaschine muss nicht fürs Vergessen sorgen

Häufig findet man über Suchmaschinen wie Google noch Informationen, die für einen persönlich nicht gut sind. Obwohl diese Informationen veraltet sind, kann man nicht von der Suchmaschine erwarten, dass sie diese Informationen löscht. Die eigene Online-Reputation muss auf anderen Wege gesichert werden.

Eine Suchmaschine muss nicht fürs Vergessen sorgen

Eine Suchmaschine muss nicht fürs Vergessen sorgen

Aktuell hat der Europäische Gerichtshof über die Frage zu entscheiden, ob ein Internetnutzer von Google verlangen kann, dass persönliche Informationen, die für ihn abträglich sind und die zwischenzeitlich als veraltet eingeschätzt werden können, zu löschen sind. Der zuständige Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes hat dies nun klar verneint.

Der zugrunde liegende Fall ist typisch, wenn es um die Online-Reputation geht. Suchmaschinen zeigen über eine Person an, dass diese schon mal vor vielen Jahren eine Pfändung hinzunehmen hatte. Diese Information ist zutreffend aber veraltet, weil sich die betroffene Person inzwischen wieder wirtschaftlich stabilisiert hat. Der Betroffene hätte nun gerne, dass die Suchmaschine das Vergessen dieser veralteten Information unterstützt, indem sie auf eine entsprechende Verlinkung auf andere Webseiten verzichtet, wo diese veraltete Information noch bereitgehalten wird. Nach Ansicht des Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshof gibt aber beim gegenwärtigen Datenschutzrecht kein „Recht auf Vergessen“ gegenüber Suchmaschinen. Generell hat man wohl keinen Anspruch darauf, dass alte bzw. veraltete Informationen über einen im Internet gelöscht oder gesperrt werden.

Allerdings gäbe es einen anderen Weg, um die unerwünschte Information in ihrer Bedeutung zu vermindern. Der Betreffende müsste einfach dafür sorgen, dass Suchmaschinen-Ergebnisse zu seinem Namen nach vorne rücken, die ihn in ein besseres Licht bringen. Solche Methoden der Suchmaschinenoptimierung laufen unter dem Stichwort „Online Reputation Management„. Suchmaschinen bevorzugen aktuelle Webseiten, bei denen das jeweilige Suchwort (hier der Name des Betroffenen) in angemessener Häufigkeit platziert ist. Offene Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook können den Wunsch nach Vergessen so lösen, dass die alten Informationen weit in den Hintergrund geschoben werden und damit deutlich an Relevanz verlieren.

Bildnachweis: © Sylvie Bouchard – Fotolia.com

 

 

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