Kreditwürdigkeit und soziale Netzwerke

Aufregung gibt es darüber, dass die Informationen aus sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter genutzt werden sollen, um die Kreditwürdigkeit von Menschen zu beurteilen. Interessant sind die Daten aus sozialen Netzwerken aber nicht nur für Kreditgeber, um besser die Kunden zu finden, mit denen man lukrative Geschäfte machen kann.

Kreditwürdigkeit und soziale Netzwerke
Kreditwürdigkeit und soziale Netzwerke

Daten aus sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook sind auch geeignet Rückschlüsse über die Kreditwürdigkeit von potentiellen Kunden zu ziehen. Das ist dann eine Ergänzung zu anderen Techniken der Bestimmung der Kreditwürdigkeit, wo man den Wohnort oder die Bildung als Indikatoren nutzt. Was in den Meldungen nur als Forschungsprojekt zur zukünftigen Gewinnung von Daten aus sozialen Netzwerken erscheint, ist schon bei einigen Unternehmen gängige Praxis, wenn es darum geht, für Kunden ein punktgenaues Angebot zu schaffen. So können abhängig von den persönlichen Risiken sehr spezifische Versicherungsbedingungen bestimmt werden, die dann dazu genutzt werden, jeden einzelnen Kunden ein für ihn passenden Angebot zurecht zu schneidern.

Dies ergänzt dann die Nutzung von anderen statistischen Daten wie Wohnort, Alter oder Bildungsgrad, von denen schon lange bekannt ist, dass sie eine beschränkte Aussagefunktion für Kreditwürdigkeit haben. Das Problem bei diesen Indikatoren ist nur: Sie gelten als zutreffend für eine statistische Entscheidung, für den Einzelfall können sie auch mal fehlerhaft ausfallen. So kann jemand mit hohen Einkommen und großen Vermögen auch schon mal in einer heruntergekommen Wohnsiedlung leben, seine Kreditfähigkeit wird dadurch eingeschränkt. Aber in den meisten Fällen wohnen gut betuchte Bürger nicht in schlechten Wohngegenden.

Gegenwärtig ist es noch eher unklar, wie man Daten aus sozialen Netzwerken genau für die Berechnung der Kreditwürdigkeit einsetzen soll. Aber es wäre fatal, wenn dies im größeren Stil möglich würde, denn das könnte die Kommunikation in sozialen Netzwerken nachhaltig beeinträchtigen. Die Nutzer von Facebook und Co. wüssten ja um die Bedeutung der von ihnen publizierten Informationen für die Berechnung ihrer Kreditwürdigkeit. Und das könnte ihr Kommunikationsverhalten verändern. Es ist also eine politische Frage, wie man genau bestimmt, welche Daten in sozialen Netzwerken überhaupt für ökonomische Auswertungen zulässig sind. Starke staatliche Einschränkungen im Sinne eines besseren Datenschutzes könnten aber die Geschäftsmodelle bestimmter sozialer Netzwerke beschädigen.

Bildnachweis: © motorradcbr – Fotolia.com

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