Nachtspeicherheizung als Stromspeicher

Nachtspeicherheizungen gewinnen Heizenergie über Strom, der nachts günstiger gekauft werden kann. Früher schien es eine tolle Idee zu sein, dass man nachts den Strom nutzt, um Heizungsenergie für den Tag zu erzeugen. Doch die Energieeffizienz der Nachtspeicherheizung wird inzwischen als sehr schlecht eingeschätzt und daher hat die Politik diese Form von Heizung auf die Abschussliste gesetzt. Große Energieversorger bringen jetzt die Nachtspeicherheizung wieder ins Gespräch. Denn es werden dringend Stromspeicher gebraucht und die herkömmlichen Nachtspeicherheizungen könnten nach einer Modernisierung diese Aufgabe übernehmen.

Nachtspeicherheizung als Stromspeicher
Nachtspeicherheizung als Stromspeicher

 Die Nachtspeicherheizung hat ein schlechtes Image. Hausbesitzer und Makler merken es, wenn sie eine Wohnung mit Nachtspeicherheizung vermieten möchten, sie müssen deutliche Abschläge von der Miete hinnehmen. Die Idee hinter der Nachtspeicherheizung: Nachts kann Strom günstiger produziert und abgegeben werden. Die Kraftwerke werden besser ausgelastet, wenn nachts mehr Strom abgefordert wird. Wer nachts viel Strom kauft, beispielsweise um ihn in Heizenergie zu speichern, der bekam früher diesen Strom preiswerter. Dies war in den Jahrzehnten vor dem Ölpreisschock ein zentrales Argument, um viele Nachtspeicherheizungen in neue Wohnungen einzubauen.

Ab Mitte der 1970er-Jahre stiegen die Energiekosten sehr stark an und die Subventionen der Nachtspeicherheizungen gerieten in die Kritik. Nachtspeicherheizungen haben im Vergleich zu modernen Heizungen einen sehr schlechten Wirkungsgrad. Zudem muss die Heizenergie durch Umwandlung von fossilen Brennstoffen oder durch Atomkraftwerke in der Ferne erzeugt werden. Nachtstromtarife wurden zunehmend unattraktiver, die Politik setzte den mit langen Übergangszeiten die Nachtstromheizungen auf den Status auslaufender Energietechniken.

Nun sind nach Berichten der Financial Times Deutschland die Nachtspeicherheizungen wieder in der Diskussion. Große Energiekonzerne können es sich vorstellen, dass man die Nachtspeicher der Heizungen als Stromspeicher nutzen kann. Stromspeicher werden dringend gebraucht, denn der Bedarf für Strom schwankt sehr stark zwischen den Regionen, dem Tagesablauf und auch jahrzeitlich bedingt. Stromspeicher neu zu bauen braucht seine Zeit und so kam man auf die Idee, dass die alten Nachtspeicherheizungen die Funktion des Stromspeichers gut übernehmen könnten. Es bleibt abzuwarten, ob eine solche Technik flächendeckend wirtschaftlich betrieben werden kann. Gegenwärtig ist nicht erkennbar, dass die Politik die Abwicklung der Nachtspeicherheizungen zurücknehmen wird.

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