Netzneutralität sichert Internet-Flexibilität

Wer einmal im Ausland mobil mit einem preisgünstigen Tarif aufs Internet zugreifen möchte, der wird schnell erkennen, dass Netzneutralität ein wichtiger Aspekt der Internet-Nutzung ist. Denn bei dem preisgünstigen Tarif wird nach einem bestimmten Datenvolumen auf niedrige Zugriffsgeschwindigkeit umgestaltet. Durch die fehlenden Netzneutralität ist dann der Spaß und die Flexibilität der Internet-Nutzung schnell zu Ende.

Netzneutralität sichert Internet-Flexibilität

Netzneutralität sichert Internet-Flexibilität

Netzneutralität bedeutet, dass der Telekommunikationsanbieter Datenpakte ohne Prüfung der Inhalte an den Nutzer weiterleitet. Allgemein bekannt ist, dass immer häufiger im Internet große Datenpakete abgerufen bzw. hochgeladen werden. Dies gilt insbesondere für die Nutzung von Bewegtbild (Videos, insbesondere solche mit hoher Qualität, Bildtelefonate). Telekommunikationsanbieter befürchten, dass durch die Ausweitung dieser Nutzungsarten sie nicht mehr auf ihre Kosten kommen. Könnten Sie die Netzneutralität beenden, dann hätten sie mehr Möglichkeiten, über die Steuerung des Datenstroms ihre Gewinne zu sichern und auszubauen. Aber der Verzicht auf Netzneutralität stößt auf starke Widerstände bei Kunden und Politik.

Netzneutralität im Internet kann also mit der wertneutralen (nicht kontrollierten) Datenübertragung gleichgesetzt werden. Der netzneutrale Internetprovider sendet alle Datenpakete, die angefordert oder hochgeladen werden mit gleicher Qualität und Geschwindigkeit. Um das Überhandnehmen der Bewegtbild-Nutzung im Internet einzudämmen, könnten nicht netzneutrale Internetdienste-Anbieter den Datenstrom kontrollieren. Sie könnten bei den Bewegt-Bildern die Qualität heruntersetzen oder den Datenstrom begrenzen.

Außer der Kontrolle der Datenpakete und ihrer unterschiedliche Behandlung kann die Netzneutralität auch dadurch behindert werden, dass man ab einem bestimmten Datenvolumen die Leistung generell herabsetzt. Solche Praktiken sind bei mobilen Internetzugriffsmöglichkeiten üblich, wenn man sie im Ausland nutzen möchte. Das hat dann die Konsequenz, dass man nach wenigen Urlaubstagen zwar noch seine E-Mails checken kann, es aber kaum noch möglich ist, über Bildtelefonie mit den Verwandten in der Heimat zu sprechen. An das Hochladen der schönen Urlaubsfilme war sowieso nicht zu denken, da bei den entsprechenden Tarifen das Upload von Daten sowieso nicht die Ansprüche der Netzneutralität erfüllen konnte.

Nun wird darüber diskutiert, ob Datenbegrenzung bei Flatrate-Datendiensten die Netzneutralität verletzt. Dabei sollte klar sein, dass Flatrate eigentlich heißt, dass man unbegrenzt das Internet nutzen kann. Wer eine Flatrate verkauft und im Kleingedruckten die Flatrate begrenzt, der wirkt weder besonders seriös noch motiviert er neue Kunden für einen Vertrag. Ob aber die Konkurrenten dauerhaft sich für eine echte Netzneutralität einsetzen oder nur kurzfristig auf eine Steigerung ihrer Kundenakquise hoffen, wird sich noch erst zeigen müssen.

Bildnachweis: © WoGi – Fotolia.com

Politics

Wissen & Technik

Sie können Sie einen Kommentar hinterlassen or unseren Feed abonnieren, wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat.

Einen Kommentar schreiben

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld)