Das hilft bei kleinen Kritikern Kinder und Gemüse essen

„Mama, das mag ich nicht" - viele Mütter kennen diesen Satz ihrer Sprösslinge, sobald es darum geht, Obst oder Gemüse zu essen. Und nicht selten artet eine Mahlzeit dann in einen Machtkampf aus.
Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst sollen Kinder täglich bekommen, um ihren Nährstoffbedarf in diesem Bereich zu decken. Doch die Realität sieht oft anders aus: Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund fand in einer Studie heraus, dass diese Menge nicht einmal zur Hälfte erreicht wird.

Kinder und Gemüse essen

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Zunächst einmal sollte man aber wissen, dass die Vorliebe für den süßen Geschmack dem Baby bereits in die Wiege gelegt wird. Der amerikanische Psychologieprofessor Paul Rozin bezeichnet das als „Sicherheitsgeschmack der Evolution", da süß schmeckende Dinge generell ungiftig sind. Außerdem verheißt der süße Geschmack kalorienreiche und schnell verfügbare Energie - ein Überlebensgarant in Krisenzeiten. Natürlich haben sich die Zeiten inzwischen geändert, die Vorliebe für Süßes aber ist geblieben. So ist es kein Wunder, dass Gemüsesorten mit einem scharfen oder bitteren Geschmack zunächst komplett abgelehnt werden. Trotzdem ist es wichtig, Obst und Gemüse regelmäßig anzubieten, denn früher oder später werden auch kleine Kritiker es wagen, etwas Neues zu testen. Dabei reicht es zunächst, wenn das Kind eine Miniportion probiert. Hat es etwas gefunden, was ihm besonders gut schmeckt, kann man das Lieblingsgemüse ruhig öfter in unterschiedlichen Variationen anbieten. Zu Beginn eignen sich vor allem milde Gemüsesorten wie Mais, Erbsen, Mohrrüben oder Zucchini.

Tipps für Gemüsemuffel

Da viele Kinder gekochtes Gemüse strikt ablehnen, kann man auf Sticks und Rohkost ausweichen. Soll es dennoch gekocht sein, einfach die Garzeit etwas verkürzen, so dass das Gemüse schön knackig bleibt. Vor allem Gemüsesticks zum Dippen werden von den Kleinen akzeptiert. Besonders empfehlenswert sind aufgrund ihrer Farben rote und gelbe Paprika.
Salatmuffel lassen sich durch Früchte überzeugen: Mischen Sie einfach je nach Jahreszeit süße Weintrauben, kernlose Mandarinen oder Nüsse in den Salat. Mohrrübenrohkost kann mit einem geriebenen Apfel verfeinert werden.
Verweigert das Kind jegliches Gemüse, muss in eine andere Trickkiste gegriffen werden. Hier lohnt es sich, das Gemüse zu pürieren und als Soße zu Nudeln oder Aufläufen anzubieten. Geriebene Mohrrüben können wunderbar in Fleischbällchen verarbeitet werden.

Mithelfen lassen

Kinder helfen gerne, ob beim Einkaufen oder beim Kochen. Vielleicht kann eine Mahlzeit zum Dippen gemeinsam zubereitet oder die selbstgemachte Pizza mit dem Lieblingsgemüse (zum Beispiel Mais oder Paprikastückchen) belegt werden. Aus Gemüse lassen sich außerdem kleine Tiere oder Gesichter zaubern. Ebenfalls sehr beliebt sind Gemüsespieße, bei denen zum Beispiel Cocktailtomaten, Babymaiskolben, Gurken und Käsestückchen abwechselnd verwendet werden. Gerade für Kindergeburtstage oder die Brottasche im Kindergarten ist das eine gelungene Abwechslung.

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