Forever-Chemikalien sind überall – So reduzierst du deine Aussetzung.

Eine weitere Sache, die man beachten sollte, ist, dass der Forschungsstand darüber, wie PFAS die menschliche Gesundheit beeinflussen, weiter wächst. Generell traten die gravierendsten PFAS-bezogenen Gesundheitsprobleme vor allem in der Nähe von Fabriken und anderen Einrichtungen auf, die die Chemikalien in hohen Konzentrationen herstellen oder verwenden – nicht durch die Nutzung einzelner Produkte. Auch bestimmte Berufe sind einem höheren Risiko ausgesetzt.

Die häufiger auftretenden PFAS-Expositionen erfolgen jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau über Wasser, Nahrung und Alltagsprodukte. Die langfristigen Risiken dieser Art von alltäglicher, kumulativer, niedrigdosierter Exposition sind weniger gut verstanden, und es ist ein sich entwickelndes Forschungsgebiet.

Wissenschaftler haben PFAS-Expositionen mit einer Reihe negativer Folgen in Verbindung gebracht, darunter erhöhte Cholesterinwerte, Colitis ulcerosa, beeinträchtigte Schilddrüsenfunktion, verringerte Immunabwehr bei Kindern, schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck und Präeklampsie, niedrigere Geburtsgewichte, Leberschäden und bestimmte Krebsarten.

Der Drang, PFAS aus Produkten zu verbannen, wird durch erhebliche Umwelt- und öffentliche Gesundheitsbedenken vorangetrieben. PFAS werden von Wasser leicht transportiert, und sie wurden in Ozeanen, Seen, Flüssen, Reservoiren, öffentlichem Trinkwasser und Niederschlägen auf jedem Kontinent gefunden. Wissenschaftler haben PFAS in den Körpern von Hunderten von Tierarten sowie in Pflanzen nachgewiesen, was bedeutet, dass die Chemikalien ihren Weg zurück in die Nahrungskette nehmen, sich ansammeln und potenziell im menschlichen Körper verstärken können.

Die am stärksten untersuchten PFAS – PFOS und PFOA – wurden vom EPA als gefährliche Stoffe eingestuft, da sie eine der längsten historischen Verwendungen und das etablierte Risikoprofil aufweisen. Obwohl PFOS und PFOA in den USA weitgehend aus dem Verkehr gezogen wurden, werden sie noch lange in der Umwelt verbleiben.

Neuere PFAS, die kürzere Molekülketten aufweisen („Kurzketten“-PFAS statt der historischen Langketten-PFAS), scheinen den menschlichen Körper viel schneller zu verlassen als PFOS und PFOA — oft innerhalb weniger Monate nach der Exposition, im Gegensatz zu Jahren oder Jahrzehnten —, doch viele von ihnen stehen nach wie vor in Zusammenhang mit ähnlichen gesundheitlichen Auswirkungen.

Da jeder PFAS in niedrigen Dosen ausgesetzt ist, raten Experten, es sei ratsam, PFAS-Exposition dort, wo möglich, strategisch zu begrenzen. Mit einigen dieser einfachen, sinnvollen Maßnahmen kann man sein persönliches Risiko verringern, während gleichzeitig systemische Maßnahmen notwendig sind, um breitere Fragen der öffentlichen Gesundheit anzugehen.

Sebastian Krämer

Sebastian Krämer

Ich bin Verbraucherjournalist mit Fokus auf Haushalt, Technik und nachhaltigen Konsum. Bei News und Tipps für Verbraucher teste ich Produkte und schreibe praxisnahe Ratgeber. Ehrlichkeit und Alltagstauglichkeit stehen für mich an erster Stelle.