Beim Kauf eines neuen Haushaltsgeräts denken die meisten Menschen kaum daran, wie sie das alte Gerät entsorgen werden. Das Hauptaugenmerk liegt oft auf der Investition in die Zukunft, doch die Realität sieht anders aus: Die meisten Geräte halten etwa 10 bis 15 Jahre, bevor sie ersetzt werden müssen. Die Entsorgung eines großen Haushaltsgeräts ist allerdings nicht so einfach wie das Einwerfen in den Müllsack und das Wegwerfen auf die Müllkippe.
Egal aus welchem Grund Sie Ihr altes Gerät loswerden möchten – sei es, weil es defekt ist, oder weil Sie auf ein günstigeres, energiesparenderes Modell umsteigen möchten – es gibt mehrere verantwortungsvolle Möglichkeiten, um das alte Gerät umweltgerecht zu entsorgen.
Tausch gegen ein neues Gerät oder Recycling
Das wohl einfachste und umweltfreundlichste Verfahren ist der Austausch beim Neukauf: Viele Händler bieten an, das alte Gerät kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr beim Ausliefern des neuen mitzunehmen. Sie kümmern sich dann um eine sichere Entsorgung, insbesondere das fachgerechte Entfernen gefährlicher Stoffe wie Kältemittel.
Einige Händler verlangen eine Gebühr für den Abholservice. Zum Beispiel bietet MediaMarkt/Saturn an, das alte Gerät für 29,99 € abzuholen, wenn Sie dort ein neues Gerät kaufen; ohne Kauf erhalten Sie den Service für 99,99 €.
Wenn Sie es günstiger wollen, können Sie lokale Sperrmüll- oder Entsorgungsdienste recherchieren. Außerdem gibt es gemeinnützige Organisationen wie die Caritas oder die Diakonie, die unter Umständen einen Abholservice für sperrige Geräte anbieten – und zudem können Sie den Wert des Geräts steuerlich absetzen, wenn Sie es spenden.
Das Recycling Ihres alten Geräts hat den größten ökologischen Nutzen, da die im Gerät enthaltenen Stoffe wie Plastik, Metall und Glas wiederverwertet werden können. Über Websites wie Earth911 finden Sie die nächstgelegenen Recyclingstellen in Ihrer Region.
Umweltgerechte Entsorgung mit Ihrem Energieversorger
Viele Energieversorger bieten Anreize oder sogar direkte Zahlungen, wenn Sie ein altes Haushaltgerät durch ein effizienteres Modell ersetzen – im Rahmen von sogenannten Rückvergütungsprogrammen oder Rabatten. Manchmal erfolgt die Auszahlung in bar oder als Gutschrift auf Ihrer Versorgungskonto.
Die Angebote variieren je nach Region und Anbieter. Um herauszufinden, was möglich ist, können Sie einfach nach „[Ihre Stadt oder Bundesland] Geräte-Rückvergütungsprogramm“ suchen. Die EPA (Environmental Protection Agency) bietet mit dem Programm Responsible Appliance Disposal (RAD) nützliche Ressourcen speziell für die fachgerechte Entsorgung von ozonschädigenden Haushaltsgeräten. Partnerorganisationen Ihrer Energieversorger führen oft entsprechende Aktionen durch.
Termin für die Müllabholung vereinbaren
In manchen Gegenden ist es möglich, alte Geräte auf dem Gehweg für die Müllabfuhr bereitzustellen, allerdings ist meist eine Terminvereinbarung notwendig und manchmal fällt eine Gebühr an. Die Regelungen dafür unterscheiden sich stark je nach Bundesland oder Stadt.
Beispielsweise müssen in Berlin die meisten Geräte vorab angemeldet werden, damit sie abgeholt werden. Die Dienstleistung kann kostenlos sein oder eine kleine Gebühr bzw. eine Genehmigung erfordern. Es ist daher ratsam, die örtlichen Vorschriften genau zu prüfen.
Achten Sie auf eine ordnungsgemäße Entsorgung Ihrer Geräte!
Ob Sie das alte Gerät recyceln oder in den Müll geben: Seien Sie stets bewusst, ob das Gerät gefährliche Komponenten enthält.
Kühlschränke und Klimaanlagen enthalten oft Kältemittel und Quecksilber, die bei unsachgemäßer Entsorgung Umweltbelastungen verursachen können. Modelle aus der Produktion vor 1995 enthalten wahrscheinlich chlorierte Fluorkohlenwasserstoffe (CFCs), während ältere Klimageräte oder Entfeuchter wahrscheinlich hydrochlorfluorkohlenwasserstoffe (HCFCs) enthalten. Diese Chemikalien schädigen die Ozonschicht und tragen zum globalen Klimawandel bei. Die Dämmstoffe in Kühlschränken vor 2005 enthalten ebenfalls diese Stoffe, ebenso wie die elektrische Verkabelung und Öle im Gerät.
Geräte, die vor 1979 hergestellt wurden, enthalten möglicherweise Polychlorierte Biphenyle (PCB) in den Schaltkreisen, welche in Zusammenhang mit Krebs und anderen Gesundheitsrisiken stehen.
Obwohl ältere Geräte tendenziell gefährlicher sind, besteht bei falscher Entsorgung stets die Gefahr, dass schädliche Chemikalien in Boden und Wasser gelangen und somit Mensch und Umwelt schaden.
Weitere Informationen sowie detaillierte Richtlinien zur sicheren Entsorgung finden Sie auf den Seiten der EPA und bundesweiter Umweltbehörden.