GE Profile: Smart-Kühlschrank setzt auf praktische Funktionen statt auffälliger Technik

In einer Woche voller Bombast und Extravaganz auf der CES-Technikmesse in Las Vegas hat GE Profile eine vergleichsweise kleine, aber überzeugende Geschichte zu erzählen über seine Vision für intelligente Häuser. Der neue GE Profile 4-Door French-Door-Kühlschrank (4.899 US-Dollar, ab April erhältlich) ist weit davon entfernt, der erste Kühlschrank mit LCD-Touchscreen und Innenkamera zu sein, aber GE glaubt, dass er die siegreiche Schildkröte in einem Rennen gegen die Hasen sein könnte.

Anders als die Tech-Giganten aus dem Ausland – insbesondere Samsung und LG – die stark auf High-Tech-Show setzen, ist GE ein deutlich konservativeres Unternehmen, das glaubt, dass Kunden Zuverlässigkeit über Glanz bevorzugen. Zwar mag daran ein Körnchen Wahrheit liegen, doch lässt sich kaum leugnen, dass LG- und Samsung-Geräte in dem letzten Jahrzehnt signifikante Anteile in US-Haushalten gewonnen haben, und dicht dahinter folgt das chinesisch besessene Hisense, das ebenfalls einen tech-zentrierten Ansatz verfolgt. Es schien daher unvermeidlich, dass schließlich etwas wie der neu angekündigte GE Profile-Kühlschrank erscheinen würde.

Neuheit 2026: Der GE Profile Smart 4-Door French-Door-Kühlschrank mit Kitchen Assistant

GE gibt an, drei Verbraucherprobleme angehen zu wollen: den Aufwand beim Lebensmitteleinkauf, die Komplexität der Essensplanung sowie Scham und Schuldgefühle im Zusammenhang mit Lebensmittelverschwendung.

Der neue GE Profile-Kühlschrank ruht auf einer soliden Grundlage. Im Kern handelt es sich um einen GE Profile PVD28BYNFS – einen Bestseller, den wir 2020 positiv bewertet haben – mit der Ergänzung einiger neuer Hardware. Doch diese neue Hardware macht den entscheidenden Unterschied.

Auf der Vorderseite befindet sich ein farbiger 8-Zoll-LCD-Bildschirm, der die bisherigen Touch-Bedienelemente für die Wasser- und Eiszufuhr durch die Tür ersetzt. Der Bildschirm ist kompakt – nichts im Vergleich zu Samsungs Family Hub – aber eine Premiere für GE.

Barcode-Scanner

Unterhalb des Bildschirms wird es interessant. Dort finden Sie einen Scanner, der die Barcodes Ihrer Lebensmittel liest. Anstatt den Bestand zu erfassen, sobald sie in den Kühlschrank eingeführt werden, wie es Samsung und LG tun, soll der GE-Kühlschrank erfassen, was Sie nicht mehr vorrätig haben. In der Praxis sollten Sie den Barcode scannen, sobald Sie ein Produkt aufbrauchen und die Verpackung entsorgen. Nach dem Scannen fügt die SmartHQ-App von GE diesen Artikel einer Liste empfohlener Einkaufsartikel für Ihren nächsten Einkauf hinzu.

Das AutoFill-Wießwasser-Abgabesystem wird aus anderen Modellen übernommen, wird jedoch künftig auch per Sprachbefehl aktiviert.

Kamera im Kühlschrank, mit Privatsphäre-Tools

Dies ist ebenfalls der erste GE-Kühlschrank, der eine Kamera im Innenraum besitzt. Während die Kerntechnologie dem neu angekündigten Family Hub von Samsung nicht ganz das Wasser reichen kann, hat GE einige sinnvolle Privatsphäre-Maßnahmen eingeführt, die Verbraucher zu schätzen wissen sollten.

Die Kamera richtet sich ausschließlich in den Kühlschrank hinein, sodass kaum eine Chance besteht, Sie in ihrer Aufnahme zu sehen, es sei denn, Sie planen, hineinzukriechen. Die Kamera verfügt zudem über eine physische Schiebebdeckung, falls Nutzer mit den Überwachungsimplikationen unwohl sind.

Während Samsungs neuem Family Hub Google Gemini AI verwendet, um Tausende von Gegenständen visuell zu erkennen, wird der neue GE Profile nur eine begrenzte KI-Visuellerkennung bieten. Vielmehr nimmt die Kamera jedes Mal Aufnahmen auf, wenn Sie die Türen öffnen, wobei besonderes Augenmerk auf die Obst- und Gemüse-Schubladen gelegt wird (oft ein unordentlicher Stolperstein bei smarten Kühlschränken). Später, wenn Sie im Supermarkt sind, können Sie die App öffnen und eine aktuelle Fotohistorie des Innenraums Ihres Kühlschranks und der Schubladen einsehen.

GE hält diesen Ansatz für praxisnäher und bietet eine beständig positivere Nutzererfahrung als seine Konkurrenten. Es erklärt außerdem, dass zukünftige Software-Updates die Möglichkeiten der Kamera erweitern werden.

Rezeptempfehlungen direkt auf dem Bildschirm

Rezeptempfehlungen sind für die meisten Kühlmarken nichts Neues, auch nicht für GE. Jetzt hat das Unternehmen jedoch eine Partnerschaft mit Taste of Home geschlossen, um Rezepte basierend auf den Daten des Lebensmittel-Barcodescanners zu kuratieren und vorzuschlagen. Rezepte erscheinen sowohl auf dem Kühlschrank-Bildschirm als auch auf Ihrem Mobilgerät per App.

Während GE angibt, dass der Bildschirm des Kühlschranks nicht für Werbeanzeigen genutzt wird, planen sie dennoch, den Nutzern gesponserte Rezepte zu zeigen. Datenschützer könnten dort keinen großen Unterschied sehen, doch Datenschützer sind vielleicht ohnehin nicht daran interessiert, sich einen Kühlschrank mit integrierter Kamera und Mikrofon anzuschaffen.

GE erklärte außerdem, dass die vom Kühlschrank gesammelten Daten ausschließlich innerhalb der USA gespeichert bleiben (GE Appliances ist eine hundertprozentige Tochter von Haier, einem chinesischen Unternehmen).

Sebastian Krämer

Sebastian Krämer

Ich bin Verbraucherjournalist mit Fokus auf Haushalt, Technik und nachhaltigen Konsum. Bei News und Tipps für Verbraucher teste ich Produkte und schreibe praxisnahe Ratgeber. Ehrlichkeit und Alltagstauglichkeit stehen für mich an erster Stelle.