Was macht der Grillbot?
Man kann den Grillbot auf einen 10-, 20- oder 30-minütigen Reinigungszyklus einstellen.
Der Grillbot, der erstmals auf der Consumer Electronics Show im Jahr 2014 vorgestellt wurde, verfolgt einen sehr einfachen Zweck – den Schmutz auf deinem Grill automatisch zu entfernen. Das handflächengroße Gerät besitzt einen wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akku sowie drei unabhängige Motoren, die in einem hitzebeständigen Kunststoffgehäuse untergebracht sind. Jeder Motor treibt eine rotierende Messingbürste an, die nach der Reinigung abgenommen und sogar in die Spülmaschine gegeben werden kann.
Um den Grillbot zu verwenden, solltest du den Akku mindestens zwei Stunden lang aufladen. Danach platzierst du das Gerät auf den verunreinigten Grillrost, drückst den einzigen Knopf auf seiner Hülle, um einen Reinigungszyklus von 10, 20 oder 30 Minuten zu starten. Anschließend schließt du den Deckel deines Grills und lässt den Roboter seine Arbeit verrichten. Die Bedienungsanleitung des Grillbot gibt an, dass das Gerät auf kalten oder heißen Grills bis zu 250 Grad Celsius sicher eingesetzt werden kann – also keinesfalls während Flammen lodern. Es versteht sich wohl auch von selbst, dass der Grillbot trocken betrieben werden muss und nicht mit Wasser oder anderen Reinigungsmitteln in Berührung kommen darf.
So funktioniert der Grillbot

Die Bürsten drehen sich schnell, nehmen Ruß und Essensreste auf, während sie sich bewegen.
Da momentan Sommer ist und das Wetter schön, verfügt Reviewed über zwei Holzkohlegrills in unserem Außenbereich. Ich habe sie vorher ordentlich mit Kohle verschmutzt, um realistische Bedingungen zu simulieren, und anschließend noch zusätzlich gegrillt, um das Gefühl eines echten Barbecues nachzubilden.
Nach dem Aufladen des Akkus und der Montage habe ich den Grillbot auf einem noch warmen Grill für 10 Minuten laufen lassen und auf einem vollständig kalten Grill für 30 Minuten. Den Anfang machte der warme Grill.
Sobald das Gerät programmiert ist, bewegt sich der Grillbot ruckartig, fast wie eine Krabbe, überall auf den Grillrosten. Während der Bewegung macht er ein lautes Pfeifgeräusch, was nicht überraschend ist, aber dennoch etwas unangenehm. Es ist ziemlich faszinierend, den Roboter bei seinem Wirken zu beobachten. Allerdings darf man den Grilldeckel nicht allzu lange offen lassen, da sonst die Gefahr besteht, dass der Grillbot vom Rost rutscht und herausläuft. Ich musste den Deckel also schließen und warten, bis die Zeit abgelaufen war.
Nach den 10 Minuten habe ich den Deckel geöffnet und festgestellt, dass der Grillbot die Grillroste einigermaßen gereinigt hatte. Es blieben noch einzelne verbrannte Stellen, und die Unterseite der Roste war weiterhin dunkel und verschmutzt. Dennoch zeigt sich, dass das Gerät eine Menge Schmutz von der Oberfläche aufgenommen hat. Die Bürsten der Walzen waren teilweise schwarz verfärbt mit Ruß und angebranntem Essen.
Das 30-minütige Programm auf dem kalten Grill ergab ähnliche Ergebnisse, allerdings mit etwas weniger Schmutz auf den Rändern. Es ist interessant zu bemerken, dass wir keinen Test auf einem größeren Gasgrill gemacht haben, der in der Regel breitere Roste hat und möglicherweise anders reagiert.
Nachdem die Tests beendet waren, nahm ich den Grillbot wieder auf, um ihn in seine Aufbewahrungsbox zu legen – die Borsten müssten gereinigt werden, was warten kann.
Solltest du den Grillbot kaufen?

Vorher und nachher – der Grillbot hat unseren Grillrost gereinigt.
Insgesamt hat der Grillbot die Oberfläche des Grills so gereinigt, dass er wieder sicher benutzt werden kann. Es handelte sich jedoch nicht um eine so gründliche oder präzise Reinigung wie bei manueller Arbeit. Da die Bürsten den Grillrost nicht vollständig umschließen können, sind sie nicht in der Lage, die gründliche Schrubbarbeit eines Menschen zu ersetzen, der mit einer starken andrückenden Bürste arbeitet.
Die schnellen, unregelmäßigen Bewegungen des Roboters, die scheinbar keine bestimmten Linien auf dem Rost verfolgen, verhindern außerdem eine tiefere Reinigung. Es ist auch kein Ersatz für eine richtige saisonale Grillreinigung, bei der man die Roste entfernt und mit Wasser, Seife, Natron oder Salz reinigt.
Der Zeiterspareffekt des Geräts ist fraglich, denn es kommt darauf an, wie man es betrachtet: Während der Grill läuft, kannst du andere Dinge erledigen, zum Beispiel dein Barbecue genießen oder ein Nickerchen machen. Wenn du aber möglichst schnell einen sauberen Grill willst, ist der manuelle Reiniger wahrscheinlich schneller. Zudem zahlt sich der Grillbot langfristig nicht aus – für 100 Euro kannst du jahrelang einen robusten Grillbesen verwenden, der bereits sehr langlebig ist.
Fazit: Für die meisten Menschen lohnt sich die Investition in den Grillbot nicht wirklich. Aber wenn du Mobilitäts- oder Gelenkprobleme hast, kaum Zeit beim Grillen hast oder das Putzen des Grills hasst, könnte dir der Grillbot den Stress und die Mühe deutlich ersparen. Auch Grillfreunde, die mehrmals pro Woche grillen, könnten das ‚Set-it-and-forget-it‘-Prinzip des Geräts schätzen. Man kann es vergleichen mit einem elektrischen Dosenöffner: Für manche äußerst hilfreich, für andere eher überflüssig.