Alles, was Sie über sanft trocknende Abluftlose Trockner wissen müssen

Über 80 % aller deutschen Haushalte sind mit Trocknern ausgestattet. Die meisten davon sind herkömmliche Geräte, die mit heißer Luft trocknen und diese über ein Abluftrohr nach draußen führen. Dieses klassische System verbrät viel Energie, da die warme Luft nach außen abgegeben wird und ständig neue, temperierte Luft ins Haus gezogen werden muss.

Doch was tun, wenn der Platz für einen Wäscheabteil fehlt, beispielsweise in kleineren Wohnungen oder Altbauten? Oder wenn Vermieter oder Eigentümergemeinschaft das Durchbohren der Wand für ein Abluftrohr untersagen? Gibt es Alternativen, um das lästige Sammeln von Münzen für die Wäsche in der Waschküche zu vermeiden?

Glücklicherweise gibt es eine Lösung: Abluftlose Trockner. Obwohl diese Geräte ihre eigenen Einschränkungen haben, bieten sie gleichzeitig deutliche Vorteile. Im folgenden Artikel werden wir die Grundlagen der abluftlosen Trockner erklären, sodass Sie beurteilen können, ob diese eine passende Alternative für Ihr Zuhause sein könnten.

In Deutschland sind sie einfach nur „Trockner“

Da die meisten abluftlosen Trockner in Europa hergestellt werden, liegt der Fokus mehr auf festen Programmen als auf individuell konfigurierbaren Einstellungen.

Für den deutschen Markt sind abluftlose Trockner eher ungewöhnlich, da in den meisten Haushalten größere Abluftgeräte mit Wasserverdampfung oder Kondensationstechnologie üblich sind. Dabei ist zu beachten, dass europäische Hersteller bei kleinen, platzsparenden Modellen eine Vielzahl an Programmen anbieten, um die Wäsche schonend und effizient zu trocknen.

Im Gegensatz zu den in den USA populären Ablufttrocknern, die heißer sind, werden europäische Geräte oft auf Komfort und Energieeffizienz ausgelegt. Viele Hersteller setzen deshalb auf Kondensationstechnologie, bei der die Feuchtigkeit nicht nach draußen gepustet, sondern in einem Wasserbehälter gesammelt wird. Diese Geräte benötigen kein Abluftrohr, sind kompakt und lassen sich in kleinen Wohnungen, viii Altbauten oder sogar im Badezimmer unterbringen.

Wie funktionieren Kondensationstrockner?

Schema eines Kondensationstrockners: 1. Frische Luft wird angesaugt. 2. Luft gelangt in den Wärmetauscher, wird erhitzt. 3. Warme Luft verlässt den Wärmetauscher. 4. Heiße Luft wird in die Trommel geleitet, um die Wäsche zu trocknen und die Feuchtigkeit zu verdampfen. 5. Feuchte Luft wird wieder in den Wärmetauscher geleitet, gekühlt und entfeuchtet. 6. Trockene Luft wird erneut erhitzt und wieder in die Trommel geleitet.

Während herkömmliche Ablufttrockner warme Luft nach draußen abgeben, saugen Kondensationstrockner die feuchte Luft innen an, kühlen sie im Wärmetauscher ab, wodurch die Feuchtigkeit kondensiert und in einem Wasserbehälter gesammelt wird. Die trockene, erhitzte Luft wird dann wieder in die Trommel gepumpt, um erneut die Wäsche zu trocknen. Das Wasser im Behälter muss regelmäßig entleert werden, was bei vielen Geräten einfach mit einem Wasserbehälter erfolgt, der bei Bedarf geleert wird.

Diese Technologie spart Energie, da kein heißer Luftstrom nach draußen entweicht, sondern die Energie im Kreislauf recycelt wird. Zudem sind Kondensationstrockner oft kleiner und platzsparender als herkömmliche Abluftgeräte, was sie ideal für enge Räume macht.

Der Unterschied bei Kondensations-Trocknern

Kurzansicht eines Wasserablaufschlauchs an einem kleinen Trockner.
Statt eines Abluftrohrs haben Sie bei einem Kondensationstrockner einen Wasserablaufschlauch, den Sie einfach an einen Abfluss, Waschbecken oder einen Eimer anschließen können.

Neben der Tatsache, dass kein Abluftrohr notwendig ist, ist die wichtigste Eigenschaft dieser Geräte ihre Energieeffizienz. Da die warme Luft wiederverwendet wird, arbeitet das Gerät deutlich sparsamer. Zudem trocknen Kondensationstrockner die Kleidung bei geringeren Temperaturen als Abluftgeräte und sind daher schonender für Stoffe.

Viele Anwender bemängeln zwar, dass die Wäsche nach dem Trocknen weniger warm und „gemütlich“ erscheint, doch genau das ist ein Vorteil: Es führt zu weniger Verschleiß der Textilien und verhindert das Übertrocknen, das häufig zu Stoffschäden führt.

Zudem sind Kondensationstrockner pflegeleichter in der Wartung. Der Wasserbehälter muss regelmäßig geleert werden, während die Reinigung des Wärmetauschers meist nur minimaler Aufwand ist – oft genügt eine monatliche Reinigung, bei manchen sogar nur noch einmal im Jahr.

Was ist mit Wärmepumpentrocknern?

Neben Kondensationstrocknern gibt es seit 2014 auch sogenannte Wärmepumpentrockner in Deutschland. Diese Geräte ersetzen den klassischen Wärmetauscher durch eine Wärmepumpe, die ähnlich wie eine Klimaanlage im umgekehrten Modus arbeitet. Während beim Kühlen die Luft entfeuchtet wird, recyceln Wärmepumpentrockner die Wärme im Inneren, um die Wäsche bei noch niedrigeren Temperaturen zu trocknen.

Diese Technologie ist noch effizienter und verbraucht deutlich weniger Energie als herkömmliche Kondensationstrockner. Durchschnittlich verbrauchen Wärmepumpentrockner nur halb so viel Energie wie konventionelle Abluftgeräte und sind mit Bestnoten bei den Energieeffizienzklassen ausgezeichnet.

Was sind die Nachteile?

Ein kleiner Trockner mit geöffneter Tür. Das Innere zeigt die Trommel.
Obwohl energieeffizient, sind abluftlose Trockner meist kleiner und langsamer als ihre herkömmlichen Gegenstücke.

Ein wesentlicher Nachteil ist die geringere Größe: Während herkömmliche Ablufttrockner oft ein Fassungsvermögen von mehr als 7 Kubikfuß (ca. 200 Liter) haben, sind Kondensations- oder Wärmepumpengeräte meistens nur bei etwa 4 Kubikfuß (ca. 113 Liter). Das bedeutet auch längere Trocknungszeiten, die sich bei einer Standardladung auf über eine Stunde und 30 Minuten belaufen können. Für größere Wäschemengen oder dicke Decken und Bettwäsche kann die Trocknung sogar drei Stunden oder mehr dauern.

Hinzu kommt, dass diese Geräte in der Anschaffung meist teurer sind. Während die günstigsten Kondensationstrockner bei etwa 1.000 Euro beginnen, kann ein Wärmepumpentrockner leicht 1.700 Euro und mehr kosten. Obwohl die Energiekosten für Wärmepumpengeräte niedriger sind und teilweise staatliche Förderungen möglich sind, ist der Einstiegspreis für viele Konsumenten eine Hürde.

Ist ein abluftloser Trockner das Richtige für Sie?

Wasserspender eines Wärmepumpentrockners, wasserfässchen ist sichtbar.

Ein wichtiger Vorteil: Bei vielen Kondensations- oder Wärmepumpengeräten wird das Wasser in einem Behälter gesammelt. Das macht die Platzierung flexibel, weil kein Abluftschlauch nach draußen notwendig ist. Man kann das Gerät theoretisch überall im Haus aufstellen, sofern eine Steckdose vorhanden ist.

Doch ist ein abluftloser Trockner für Sie sinnvoll? Das hängt vor allem von Ihren Lebensumständen ab.

Wenn Sie in einer kleinen Wohnung oder in einem Altbau wohnen, ist ein Kompaktgerät oft die beste Lösung. Trotz längerer Trocknungszeiten ist es eine bequeme Alternative, die auf größere Renovierungen oder häufige Wäschefahrten in die Waschküche verzichten lässt.

Für umweltbewusste Verbraucher oder diejenigen, die besonders auf den Erhalt ihrer Kleidung achten, sind Wärmepumpentrockner die beste Wahl. Ihr niedriger Energieverbrauch und ihre schonende Trocknungstechnologie schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihre Textilien. Allerdings sollten Sie für ein solches Gerät mit Kosten um die 1.700 Euro rechnen, was ein höherer Anschaffungspreis gegenüber klassischen Modellen ist.

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Fazit: Abluftlose Trockner sind perfekt für beengte Wohnverhältnisse und bieten eine energieeffiziente Alternative zu klassischen Geräten. Sie sind zwar langsamer und kleiner, eignen sich aber besonders für kleine Haushalte, Wohnungen in historischen Gebäuden oder als zusätzliche Lösung in bestehenden Haushalten. Für umweltbewusste Käufer sind Wärmepumpentrockner die beste Wahl, wenngleich sie eine höhere Anfangsinvestition erfordern.

Wenn Sie auf der Suche nach einer platzsparenden, energieeffizienten Trocknungslösung sind, lohnt es sich, die verschiedenen Technologien und Geräte sorgfältig zu vergleichen. Damit können Sie sicherstellen, dass Ihre Wäsche schonend, umweltfreundlich und bequem getrocknet wird – ganz ohne lautes Dröhnen und störende Abluftrohre.

Sebastian Krämer

Sebastian Krämer

Ich bin Verbraucherjournalist mit Fokus auf Haushalt, Technik und nachhaltigen Konsum. Bei News und Tipps für Verbraucher teste ich Produkte und schreibe praxisnahe Ratgeber. Ehrlichkeit und Alltagstauglichkeit stehen für mich an erster Stelle.